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    Impfen wie die Profis

    14.09.2021

    Sportlerinnen und Sportler aus Würzburg setzen ein gemeinsames Zeichen. Sie rufen dazu auf, sich gegen das neue Coronavirus impfen zu lassen. Vertreter der Universität unterstützen sie dabei.

    Solch ein Gruppenbild gab es noch nie: Mitglieder mehrerer Würzburger Sportvereine rufen gemeinsam zum Impfen auf. Vorne die Vertreter der Uni, die Professoren Olaf Hoos, wissenschaftlicher Leiter des Sportzentrums (2.v.l.) und Lars Dölken (4.v.l.).
    Solch ein Gruppenbild gab es noch nie: Mitglieder mehrerer Würzburger Sportvereine rufen gemeinsam zum Impfen auf. Vorne die Vertreter der Uni, die Professoren Olaf Hoos, wissenschaftlicher Leiter des Sportzentrums (2.v.l.) und Lars Dölken (4.v.l.). (Bild: Gunnar Bartsch / Universität Würzburg)

    „Wir wollen zurück zur Normalität!“ Wenn es für Wiederholungen Punktabzüge gäbe, wären bei dieser Pressekonferenz nur Verlierer auf dem Podium gesessen. „Ich bin glücklich und dankbar, dass wir uns so schnell auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt haben. Schließlich beschäftigt uns alle die Frage: ‚Wie kommen wir zurück zur Normalität‘“, sagte Judith Jörg, Sportbürgermeisterin Würzburgs und Initiatorin der Aktion „Impfen wie die Würzburger Profis“ zur Begrüßung.

    Hoffnung auf normale Verhältnisse

    Auf Jörgs Einladung hin hatten sich am Mittwoch, 8. September 2021, rund 120 Sportlerinnen und Sportler auf dem Sportgelände der Universität am Hubland zum Gruppenfoto versammelt. Mit dabei waren die Profimannschaften von s.Oliver Würzburg und den Würzburger Kickers, der DJK Rimparer Wölfe sowie die Basketballerinnen der QOOL SHARKS der TG 1848 Würzburg.

    Gemeinsam mit den Schwimmerinnen Leonie Beck und Lea Boy vom SV05 Würzburg und dem Ruderer Finn Stäblein vom Würzburger Ruderverein Bayern wollten sie ein Zeichen setzen und alle, die mit ihrer Entscheidung noch zögern, dazu animieren, sich gegen das neue Coronavirus impfen zu lassen – in der Hoffnung, dass auf diese Weise im Sport und darüber hinaus möglichst bald wieder „normale Verhältnisse“ Einzug halten.

    „Wir haben in der vergangenen Saison nur Geisterspiele ohne Publikum absolviert. Jetzt ist die Sehnsucht nach Normalität groß“, sagte Roland Sauer, geschäftsführender Gesellschafter der DJK Rimparer Wölfe.

    „Trauerspiele“ seien diese Spiele ohne Zuschauer gewesen, ergänzte Denis Wucherer, Headcoach der Basketballer von s.Oliver Würzburg. Jetzt sei es an der Zeit, „ein Stückweit Normalität in die s.Oliver-Arena zu bringen“.

    Dem schloss sich Ferdinand Michel, Abteilungsleiter Basketball bei der TG 1848 Würzburg, an: „Wir sind der Meinung, dass der Weg zurück in die Normalität nur möglich ist, wenn möglichst viele Leute geimpft sind. Deshalb liegt uns die Aktion ‚Impfen wie die Würzburger Profis‘ sehr am Herzen“.

    Warnung vor der roten Ampel

    Dass unter den Sportlerinnen und Sportlern die Impfrate bei 100 Prozent liegt: Davon sei er „schwer begeistert“, sagte Professor Lars Dölken, der als Vertreter der Wissenschaft und der Uni zwischen den Sportfunktionären und der Sportbürgermeisterin auf dem Podium Platz genommen hatte.

    Dölken hat an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) den Lehrstuhl für Virologie inne. Seinen Worten nach ist die Impfung auch im Leistungssport wichtig, schließlich stelle eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus ein hohes Risiko dar. „Das kann die Karriere erheblich negativ beeinflussen“, so Dölken.

    Sorgen bereitet dem Virologen die Tatsache, dass sich in Deutschland immer weniger Menschen impfen lassen. 61,7 Prozent der Bevölkerung sind bislang vollständig geimpft (Stand: 7. September 2021), 66 Prozent haben mindestens eine Spritze erhalten. Das allerdings reiche nicht aus, so Dölken: „Aktuell ist zwar noch alles im grünen Bereich. Aber wenn die Impfquote nicht bald deutlich steigt, wird es im Herbst und Winter große Bereiche in Deutschland geben, in denen die Ampel auf gelb oder rot springt.“ Er appellierte deshalb insbesondere an Eltern, sich impfen zu lassen, um Infektionen nicht über die Familie in die Kindergärten, Schulen und Sportvereine einzuschleppen.

    Hohe Impfquote und schlüssige Konzepte sind nötig

    Und was den Profisport angeht, ist Dölken davon überzeugt, dass es schlüssige Zuschauerkonzepte gibt, die sich mit den aktuellen Corona-Rahmendatensehr gut vertragen und die einen verantwortungsvollen Umgang mit der Pandemie definieren.

    Die Sicherheit im Stadion oder der Halle lasse sich aber immer noch steigern. Der zentrale Faktor dabei: die Impfquote. „Wir haben jetzt noch die Möglichkeit, dagegen zu halten und möglichst viele Leute zu überzeugen, sich impfen zu lassen“, so der Virologe. Von Normalität wollte Dölken übrigens nicht sprechen. Allerdings hält er es für möglich, in den Hallen und Stadien „mit einem 2G-Konzept den Zustand von vorher wiederherzustellen“.

    Enge Kontakte zwischen Uni und Sport

    Dass Gruppenfoto und Pressekonferenz auf dem Gelände der Uni stattfanden, war kein Zufall. Schon seit vielen Jahren gibt es enge Kontakte zwischen Profisport und Sportwissenschaft, beispielsweise im Bereich der Leistungsdiagnostik und der Vorbereitung auf die Saison. Darüber hinaus begleiten Teams aus der Wissenschaft die Nachwuchsförderung im Mädchenfußball. Und natürlich sind auch Spitzensportlerinnen und -sportler an der JMU eingeschrieben und absolvieren dort neben Training und Wettkämpfen ein Studium.

    Klar, dass Unikanzler Dr. Uwe Klug und Zentrumsleiter Professor Olaf Hoos deshalb gerne das Sportzentrum für die Aktion zur Verfügung stellten. Zwar ist die Impfbereitschaft unter ihren Studierenden deutlich höher als im Rest der Bevölkerung. In einer Umfrage, an der im August mehr als 12.000 von aktuell gut 28.000 Studierenden teilgenommen hatten, gaben rund 73 Prozent an, vollständig gegen COVID-19 geimpft zu sein. Weitere 16 Prozent haben eine erste Impfung erhalten.

    Dennoch unterstützt die Universität Initiativen wie die der Stadt, die dazu beitragen, die Impfquote weiter zu steigern. Schließlich sei dies der beste Weg, im kommenden Wintersemester möglichst viel Präsenzlehre anzubieten – auch das ein Stück mehr Normalität sozusagen.

    Informationen für Studierende

    Informationen und wichtige Fragen von Studierenden zur Impfung hat die JMU in einem Video-Podcast mit Lars Dölken auf YouTube zusammengefasst und beantwortet.

    Von Gunnar Bartsch

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