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Herzinsuffizienz-Studie: Auswertung beginnt

04.08.2026

Kann eine neue Versorgungsform die Lebensqualität von Herzinsuffizienz-Erkrankten verbessern? Das untersucht eine Studie des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz. Jetzt wurde ein erster Meilenstein erreicht.

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Stefan Störk leitet am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg das Department „Klinische Forschung und Epidemiologie“. (Bild: Daniel Peter / UKW)

Menschen mit chronischer Herzinsuffizienz werden häufig sowohl hausärztlich als auch kardiologisch betreut. Im Versorgungsalltag funktioniert die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Behandelnden jedoch nicht immer optimal. Das kann dazu führen, dass Therapien nicht rechtzeitig angepasst werden und die Patientinnen und Patienten Betreuung nicht in der Intensität erhalten, die sie benötigen.

Genau hier setzt die HI-PLUS-Studie an. Die bundesweite Versorgungsstudie des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) Würzburg untersucht, ob eine engere Zusammenarbeit zwischen hausärztlichen und kardiologischen Praxen sowie Medizinischen Fachangestellten, die speziell in Herzinsuffizienz geschult sind, die Versorgung von Menschen mit Herzschwäche verbessern kann. Die Evaluation der Ergebnisse wird durch das Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Universität Würzburg durchgeführt. Mit dem Abschluss der Nachbeobachtung der letzten Studienteilnehmenden hat die Studie nun einen wichtigen Meilenstein erreicht.

Innerhalb von drei Jahren wurden 712 Patientinnen und Patienten in die Studie eingeschlossen, 24 Prozent von ihnen waren weiblich. Insgesamt 585 absolvierten die zwölfmonatige Nachbeobachtung. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden lag bei rund 69 Jahren. Der überwiegende Teil der Teilnehmenden wies eine leichte oder mittelschwere Einschränkung durch die Herzinsuffizienz auf.

Medizinische Fachangestellte haben Schlüsselrolle

Insgesamt wurden 55 kardiologische Praxen deutschlandweit rekrutiert und 48 nahmen aktiv an der Studie teil. In den Praxen der Kontrollgruppe fand unverändert die Regelversorgung statt. Für die Versorgung in der Interventionsgruppe wurden 70 Medizinische Fachangestellte aus den kardiologischen Praxen in sieben Kursen nach einem Curriculum der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie am DZHI geschult.

Die Fachangestellten übernehmen bei HI-PLUS eine Schlüsselrolle, indem sie das Care- und Case-Management der Erkrankten durchführen. Sie begleiten die Patientinnen und Patienten, unterstützen das Selbstmanagement, überwachen die Therapie und koordinieren die Versorgung zwischen kardiologischen und hausärztlichen Praxen. Eine eigens für die Studie entwickelte digitale Plattform unterstützt den Austausch relevanter Informationen und die Erfassung von Daten wie Gewicht, Blutdruck und EKG.

Erste Ergebnisse publiziert

Die kürzlich in der Fachzeitschrift „Clinical Research in Cardiology“ veröffentlichte Pilotstudie evaluierte die Studienabläufe und zeigte, dass sich diese erfolgreich in den Praxisalltag integrieren lassen. Die Studienabläufe und die digitale Plattform erwiesen sich als praktikabel und wurden von den Teilnehmenden – sowohl von den Patientinnen und Patienten als auch von den beteiligten Praxen – gut angenommen. Nun beginnt die Phase der wissenschaftlichen Auswertung.

„Die HI-PLUS-Studie befasst sich mit anerkannten Lücken in der Herzinsuffizienzversorgung. Sollte sie sich als wirksam erweisen, könnte sie als skalierbares Modell für eine integrierte Herzinsuffizienzversorgung in ganz Deutschland dienen“, kommentiert Martha Schutzmeier. Die Erstautorin der Pilotstudie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Universität Würzburg und ist dort für die Projektkoordination zuständig.

Hier werden in den kommenden Monaten die umfangreichen Datensätze evaluiert. Wird sich das neue Versorgungsmodell tatsächlich positiv auf die Lebens- und Versorgungsqualität von Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz auswirken? Kann eine engere Zusammenarbeit zwischen Hausarztpraxis, Kardio-Praxis und HI-MFA die Lebensqualität der Studienteilnehmenden verbessern und Krankenhausaufenthalte reduzieren?

Drohende Dekompensationen frühzeitig erkennen

„Jeder vermiedene Krankenhausaufenthalt bedeutet für Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz mehr Lebensqualität und geht häufig mit einer besseren Prognose einher. Entscheidend ist deshalb, eine drohende Dekompensation frühzeitig zu erkennen und ambulant zu behandeln, bevor eine Klinikeinweisung notwendig wird,“ sagt Professor Stefan Störk, Leiter des Departments „Klinische Forschung und Epidemiologie“ sowie des Fortbildungsprogramms für Herzinsuffizienz-Pflegekräfte und spezialisierte Herzinsuffizienz-Assistenz am DZHI. „Mit dem Abschluss der Nachbeobachtung haben wir eine entscheidende Etappe erreicht. Nun können wir erstmals umfassend untersuchen, welchen Nutzen das neue Versorgungskonzept für Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz im Versorgungsalltag hat."

Publikation

Schutzmeier, M., Rücker, V., Widmann, J. et al. HI-PLUS: design of a cluster-randomized trial evaluating structured case management with telemonitoring to improve quality of life in heart failure. Clin Res Cardiol (2026), https://doi.org/10.1007/s00392-026-02904-8

Studien-Webseite

Von Pressestelle UKW

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