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  • Ein Schüler sitzt vor der Alten Universität der JMU und macht ein Selfie.
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Ehrendoktorwürde für Helmut Flachenecker

18.06.2024

Hohe Auszeichnung aus Ungarn für Professor Helmut Flachenecker: Die Universität Debrecen hat dem Würzburger Historiker die Ehrendoktorwürde verliehen.

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Professor Helmut Flachenecker nach der Verleihung der Ehrendoktorwürde in Debrecen. (Bild: Petra Flachenecker)

Professor Helmut Flachenecker (66) hat von 2002 bis Ende März 2024 den Lehrstuhl für Fränkische Landesgeschichte der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg geleitet. Hier ist er auch weiterhin als Seniorprofessor aktiv, und zwar an der Forschungsstelle Deutscher Orden, die er seit ihrer Gründung im Jahr 2014 leitet.

Für seine wissenschaftlichen Verdienste und für seine enge Verbundenheit mit der ostungarischen Universität Debrecen hat diese ihm die Ehrendoktorwürde verliehen. Der Festakt fand Ende Mai 2024 in Debrecen statt. Die dortige Universität hat rund 28.000 Studierende; sie entstand im Jahr 2000 durch einen Zusammenschluss von vier Hochschulen.

Aus der Laudatio des Dekans

„Helmut Flachenecker ist ein international anerkannter Forscher und eine führende Persönlichkeit des europäischen akademischen Lebens“, so Professor Róbert Keményfi, Dekan der Geisteswissenschaftlichen Fakultät von Debrecen, in der Laudatio.

Der Würzburger Professor habe durch seine Netzwerkarbeit wesentlich dazu beigetragen, dass die Historikerinnen und Historiker der Universität Debrecen, die sich mit dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit befassen, an renommierten internationalen Konferenzen teilnehmen und in angesehenen Publikationen veröffentlichen konnten. „Ihm ist es unter anderem zu verdanken, dass die mittelalterliche und frühneuzeitliche Geschichtsforschung an der Universität Debrecen auf der Karte der internationalen akademischen Welt erschienen ist.“

Einblicke in die Geschichte des Deutschen Ordens

Universitätsrektor Zoltán Szilvássy überreichte Helmut Flachenecker die Urkunde zum Ehrendoktorat. „Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung, mit der ich nicht gerechnet habe“, so der JMU-Professor in seiner Dankesrede. Er genieße es immer sehr, in Debrecen mit Professoren und Studierenden zu diskutieren, was sehr bereichernd für ihn sei.

In seiner Festansprache gab Helmut Flachenecker einige kurze Einblicke in die Geschichte des Deutschen Ordens. Dessen Aktivitäten verbanden seit dem Mittelalter Zentral- und Osteuropa mit der Mittelmeerregion. Damit leistete der Orden einen Beitrag zur gemeinsamen europäischen Geschichte. Ungarns Beziehungen zum Orden gehen bis ins 13. Jahrhundert zurück.

Werdegang von Helmut Flachenecker

Helmut Flachenecker, 1958 in Nürnberg geboren, studierte Geschichte, Germanistik und Geographie an den Universitäten Erlangen-Nürnberg und Eichstätt. In Eichstätt promovierte er; 1992 habilitierte er sich dort in den Fächern Mittelalterliche Geschichte und Bayerische Landesgeschichte. 1998 folgte die Umhabilitierung an der Universität Göttingen für das Fach Mittlere und Neuere Geschichte.

Ab 1997 war der Historiker wissenschaftlicher Leiter des Forschungsprojekts „Germania Sacra“ am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen. Von dort folgte er 2002 dem Ruf auf den Lehrstuhl für Fränkische Landesgeschichte der JMU Würzburg.

Internationale Aktivitäten

Der Würzburger Historiker war mehrmals als Visiting Professor in den USA aktiv, und zwar an der Kent State University in Ohio sowie am Flagler College St. Augustine in Florida. Dort wird er sich auch ab August 2024 wieder aufhalten und vor US-Studierenden Vorlesungen über europäische und amerikanische Geschichte im Vergleich halten.

Auch an der Nikolaus-Kopernikus-Universität in Torún (Polen) war Helmut Flachenecker mehrfach als Visiting Professor zu Gast. Er hat dort maßgeblich dazu beigetragen, dass die Polnische Historische Mission im Jahr 2009 von Göttingen nach Würzburg kam. Für sein Engagement bei der Zusammenführung polnischer und deutscher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhielt er 2023 gleich zwei Medaillen: die des Marschalls der Woiwodschaft Kujawien-Pommern, die erstmals an einen Nicht-Polen verliehen wurde, und die Medaille für Verdienste um die Fakultät für Rechts- und Verwaltungswissenschaften der Nikolaus-Kopernikus-Universität.

Von Robert Emmerich

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