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  • Studierende vor einem Gebäude der Universität Würzburg.
  • Drei Studierende tragen T-Shirts mit einem Aufdruck der Universität Würzburg.

Digitale Brücken: Hybride Lehre im Fokus

24.02.2026

Bei der Veranstaltung „New Hybrid Classroom (not only) for CHARM at JMU: Perspectives, Practices, and Solutions“ boten Dr. Nataliia Lazebna und Katrin Niewalda einen Einblick in die hybride Lehre innerhalb der CHARM-EU-Allianz.

Moderne Medientechnik ermöglicht im neuen Raum effiziente hybride Lehre.
Moderne Medientechnik ermöglicht im neuen Raum effiziente hybride Lehre. (Bild: Universität Würzburg)

Seit 2022 gehört die Universität Würzburg zur europäischen Hochschulallianz CHARM. Von September 2025 bis Januar 2026 empfing man in Würzburg nun erstmals Studierende des CHARM-Masterstudiengangs „Global Challenges for Sustainability“. Da der interdisziplinäre Studiengang Studierende an verschiedenen Standorten zusammenbringt, spielt hybride Lehre eine zentrale Rolle. 

Zu diesem Zweck wurde in Würzburg im November ein neuer Hybrid Active Learning Classroom (HALC) fertiggestellt. Die Veranstaltung war der erste Workshop zu CHARM-EU und hybrider Lehre allgemein, die dort stattfand.  

Einblicke aus dem digitalen Alltag

Die Veranstaltung vereinte unterschiedliche Perspektiven aus der gesamten Allianz: 

  •     Die Perspektive der Lehrenden: Daniel Griffin (Trinity College Dublin) betonte, dass gut konzipierte hybride Lehre gegenüber klassischen Präsenzveranstaltungen sogar Vorteile bieten könne. Der Übergang sei für Studierende jedoch häufig anstrengend. Er hob hervor, wie wichtig es sei, Vorlesungen in 10-15-minütige Abschnitte („chunks“) zu gliedern, um die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten. 
  •     Die Perspektive der Bildungswissenschaft: Anna Granberg (Åbo Academy) stellte sogenannte „Brain Breaks“ vor – kurze Aktivitäten wie das Formen der Zahl Acht mit dem Körper –, um Ermüdung entgegenzuwirken und die kognitive Leistungsfähigkeit zu steigern. 
  •     Die Rolle der Teaching Assistants: Sophia Schnermann und Clara Wild (JMU) machten deutlich, dass Teaching Assistants eine zentrale Rolle bei der Vermittlung von Lernmaterialien spielen und nicht nur technische Unterstützung leisten. Sie empfahlen klare schriftliche Anweisungen sowie die direkte Ansprache zugeschalteter Studierender, um „Überlastung“ zu vermeiden. 

Emotionale Dimensionen im Blick behalten 

Ein wesentlicher Teil der Veranstaltung widmete sich den emotionalen Dynamiken hybrider Lernräume. Dr. Nataliia Lazebna stellte das ACAD-Modell (Activity-Centered Analysis and Design) vor, das durch „Cozy Corners“ und eine bewusst gestaltete soziale Struktur inklusives Lernen fördert. 

Zur Vermeidung von Burnout wurde für vorhersehbare Arbeitsabläufe, „digitale Buddies“ zur Betreuung von Chats sowie regelmäßige Erholungspausen (mindestens zehn Minuten pro Stunde) plädiert. 

Praktische Erkenntnisse 

Zum Abschluss wurden konkrete Lösungsansätze für die „Blended Learning Wave“ vorgestellt, etwa die Kombination synchroner Debatten mit asynchroner Vorablektüre. So können Studierende Inhalte in ihrem eigenen Tempo verarbeiten. Da hybride Formate zunehmend zur Normalität werden, erinnerte die „Gratitude Wall“ der Veranstaltung daran, dass positive Haltungen ansteckend sind und eine zentrale Voraussetzung für Vertrauen in technologiegestützte Lernumgebungen darstellen. 

Raum für gesamte Uni nutzbar 

Der CHARM-EU Hybrid Classroom wurde für die Lehrangebote von CHARM-EU eingerichtet, steht jedoch – vorbehaltlich verfügbarer Kapazitäten – allen offen, die dort hybride Lehr- oder Veranstaltungsformate durchführen möchten. Entsprechende hybride Räume existieren an allen neun CHARM-EU-Partneruniversitäten und sind nach dem gemeinsamen Hybrid-Classroom-Modell der Allianz gestaltet. 

Der Active Learning Classroom der Universität Würzburg ist mit fünf Pods (Arbeitsstationen) ausgestattet, die jeweils über eigene Bildschirme verfügen. Jeder Pod bietet fünf mobile Stühle. Zudem gibt es einen Hauptbildschirm, der mit den einzelnen Pod-Bildschirmen verbunden ist. Zur technischen Ausstattung gehören ein Deckenmikrofon, Raummikrofone sowie eine „Catchbox“ (Wurfmikrofon) und zwei PTZ-Kameras, die sowohl Lehrende als auch Studierende erfassen und automatisch der sprechenden Person folgen können. Die Raumkonfiguration lässt sich je nach geplanter Lehraktivität flexibel anpassen. Eine „Cosy Corner“ ermöglicht es Studierenden, Pausen abseits von Monitoren und Kameras einzulegen. 

Für weitere Informationen zum Raum oder zur Vereinbarung eines Besuchs wenden Sie sich bitte an Katrin Niewalda oder Martin Kufferath-Sieberin

Weitere Bilder

Von Nataliia Lazebna & Katrin Niewalda

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