Lehre: Mehr Data Science im Biochemie- und Chemiestudium
02.06.2026Die Datenwissenschaften sollen verstärkt in der Lehre der Würzburger Chemie und Biochemie verankert werden. Der Fonds der Chemischen Industrie unterstützt diesen Plan mit 100.000 Euro.
An der Universität Würzburg werden die Studierenden der Chemie und Biochemie künftig frühzeitig und kontinuierlich mit den Datenwissenschaften und Anwendungen des Maschinellen Lernens vertraut gemacht. Dazu erarbeitet die Fakultät für Chemie und Pharmazie derzeit innovative Module für die Lehre. In Planung ist auch eine neue Sommerschule, bei der die Studierenden Inhalte der Datenwissenschaften erlernen können.
Vorangetrieben werden die Neuerungen unter der Federführung von Professorin Bettina Warscheid, Dr. Merle Röhr und Professor Ulrich Schatzschneider. Unterstützung bekommt das Trio von Dr. Julian Bender, Lasse Kreimendahl und Dr. Daniel Bellinger.
Server und Pipettier-Roboter
Als technische Basis für die neuen Lehrangebote baut die Fakultät eine multimodale Plattform auf, die zunächst in Modulen der theoretischen und organischen Chemie, der anorganischen Chemie und der Biochemie eingesetzt werden soll.
Die Plattform umfasst
- einen Pipettier-Roboter, der unter anderem für die automatisierte kolorimetrische Analyse oder für die massenspektrometrische Probenvorbereitung eingesetzt wird, sowie
- einen GPU-Server, der Laborjournale für die Praktikumsmodule bereitstellt, eine interaktive Plattform zum Erlernen der Programmiersprache Python bietet und die Rechenleistung für umfangreiche Machine-Learning-Anwendungen in Python bereitstellt.
Für die Anschaffung beider Systeme stellt der Fonds der Chemischen Industrie (FCI) rund 100.000 Euro bereit. Die Fakultät für Chemie und Pharmazie stockt diesen Betrag um 25.000 Euro auf.
Ziel der FCI-Förderung sei es, die Studierenden besser auf die Anforderungen einer zunehmend digitalisierten chemisch-pharmazeutischen Industrie vorzubereiten. Das schreibt der FCI in einer Pressemitteilung. Insgesamt schüttet der Fonds dafür Fördermittel von 1,6 Millionen Euro an 19 Universitäten und vier Hochschulen aus.
Geld geht an innovative Lehrkonzepte
„Die ausgewählten Projekte überzeugen durch innovative Lehrkonzepte. Sie sind vielfältig, qualitativ stark und zeigen, wie sehr sich die Anforderungen im Chemiestudium verändern“, sagt FCI-Geschäftsführerin Ulrike Zimmer.
Ganz klar sei: Studierende brauchen eine Ausbildung, die mit der technologischen Entwicklung in der chemisch-pharmazeutischen Industrie Schritt hält. Genau hier setze der FCI mit seiner Förderung an: „Data Science gehört ins Chemiestudium. So stärken wir Qualifikation, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit.“
Über den FCI
Der Fonds der Chemischen Industrie wurde 1950 gegründet und ist das Förderwerk des Verbandes der Chemischen Industrie. Er stellt 2026 rund 14,7 Millionen Euro für die Grundlagenforschung, den wissenschaftlichen Nachwuchs und den Chemieunterricht an Schulen zur Verfügung. www.vci.de/fonds
