Wolfgang Förster: Staatssekretär im Finanzministerium des Saarlandes
30.06.2026An wichtigen landespolitischen Weichenstellungen mitwirken zu können: Das ist ein Aspekt, den JMU-Alumnus Wolfgang Förster an seiner Tätigkeit im saarländischen Finanzministerium besonders mag.
Was arbeiten Absolventinnen und Absolventen der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU)? Um den Studierenden verschiedene Perspektiven vorzustellen, befragen Michaela Thiel und ihr Team vom zentralen Alumni-Netzwerk „Uni Würzburg Community“ regelmäßig ausgewählte Ehemalige.
Heute im Gespräch: Wolfgang Förster. Er hat an der Universität Würzburg Volkswirtschaft studiert und von 1984 bis 1988 am Lehrstuhl für Finanzwissenschaft bei Professor Werner Noll als Assistent gearbeitet. Aktuell ist er saarländischer Staatssekretär der Finanzen und für Wissenschaft in Saarbrücken.
Herr Förster, wie hat es Sie ins Saarland verschlagen?
Das saarländische Finanzministerium suchte 1988 vor dem Hintergrund der extremen Haushaltsnotlage einen Volkswirt, der unter anderem bei der Haushaltskonsolidierung mitwirken und die Klage gegen das Finanzausgleichsgesetz vor dem Bundesverfassungsgericht finanzwissenschaftlich untermauern sollte. Im Team von Professor Werner Noll, wo ich damals beschäftigt war, hatten wir uns auch mit praktischen Fragen des Fiskalföderalismus beschäftigt. Vor diesem Hintergrund hat mich die Aufgabe, die extreme Haushaltsnotlage des Saarlandes zu überwinden und den Landeshaushalt zu sanieren, sehr gereizt. Die Stabilisierung der Haushaltslage des Landes und seiner Kommunen ist bis heute eine meiner wichtigsten Aufgaben geblieben.
Sie hatten im Finanzministerium viele Posten inne. Welcher war besonders wichtig?
Ich konnte in jeder meiner Positionen Erfahrungen sammeln, die mir heute als Staatssekretär helfen. Ob als Referent für volkswirtschaftliche Grundsatzfragen, als Kabinettsreferent, als Pressesprecher, als Leiter des Grundsatzreferats in der Haushaltsabteilung, als Steuerschätzer, als Referatsleiter unter anderem für die Haushalte des Innen- und des Finanzministeriums, für den kommunalen Finanzausgleich und die mittelfristige Finanzplanung. Letztlich war meine Tätigkeit als Haushaltsabteilungsleiter, die ich elf Jahre wahrgenommen habe, sicherlich die für meine aktuelle Position wichtigste.
Was lieben Sie besonders an Ihrem Amt?
Die Möglichkeit – in der Regel im Hintergrund – bei wichtigen landespolitischen Weichenstellungen nach bestem Wissen und Gewissen auf einer guten fachlichen Grundlage mitwirken zu dürfen und im eigenen Ressort die Verwaltung auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten, zählen zu den Privilegien meines Amtes.
Was empfinden Sie als Herausforderung?
Die Notwendigkeit, sich innerhalb kürzester Zeit auf sehr unterschiedliche Themen einzustellen, sich jeweils zu orientieren und qualifizierte Entscheidungen zu treffen. Ohne die tolle Unterstützung meines Teams könnte ich das nicht leisten.
Erleben Sie im Amt noch Überraschungen?
Aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen im Ministerium gibt es nur wenig, was mich wirklich überrascht. Was ich zwar kommen sah, aber etwas bedauere: Ich habe weniger Zeit als früher für die intensive Beschäftigung mit fachlichen Fragestellungen.
Wo finden Sie Ausgleich zu Ihrer Tätigkeit?
Meine knappe Freizeit verbringe ich gerne mit meiner Frau, meiner Familie, mit Lesen, Laufen und (Heim-)Rudern.
Ihre liebste Erinnerung an die Studienzeit?
Die fachlichen und persönlichen Kontakte mit den Kolleginnen und Kollegen am Lehrstuhl für Finanzwissenschaft als Student, als wissenschaftliche Hilfskraft und schließlich als Assistent habe ich bis heute in sehr guter Erinnerung.
Vielen Dank für das Gespräch!
Sie sind selbst noch nicht Mitglied im Alumni-Netzwerk „Uni Würzburg Community“ oder im Alumni & Friends e.V.? Dann sind Sie herzlich eingeladen, sich zu registrieren! Das können Sie auf den Webseiten der Community tun. Dort finden Sie auch die bislang veröffentlichten Interviews mit Alumni und Alumnae der JMU.


