Preis für Physiker Thorsten Feichtner
02.06.2026Für sein innovatives Forschungsprojekt über die Herstellung von Dünger aus Wasser und Licht erhielt Dr. Thorsten Feichtner den mit 10.000 Euro dotierten 360° Base Award.
Dr. Thorsten Feichtner, Habilitand am Lehrstuhl für Experimentelle Physik 5, erhielt den Preis im Mai 2026 im Rahmen des Rocketeer Valley Festivals in Würzburg. Er überzeugte die Jury mit einem Ansatz, der die Herstellung von nachhaltigem Düngermittel in den Fokus stellt und setzte sich unter 60 Bewerberinnen und Bewerbern durch.
Feichtners Projekt zielt darauf ab, inspiriert von der Photosynthese, aus Wasser und Luft mit Hilfe von Licht Dünger herzustellen. Hierbei soll Ammoniak als Endprodukt entstehen, was als Grundbestandteil von Dünger gilt. Konventionelle Düngerherstellung ist aktuell für zwei Prozent des Energiebedarfs weltweit verantwortlich und greift auf fossile Rohstoffe zurück. Feichtners innovatives Konzept könnte hier bis zu drei Prozent der gesamten CO2-Emissionen weltweit einsparen.
Nanooptik als Forschungsgrundlage
Feichtners Forschungsbereich ist in der Nanooptik, in der kleinste Metallstrukturen Licht auf Nanometer-Bereich fokussieren. Dieses extrem konzentrierte Licht kann dann in unterschiedlichen Ansätzen eingesetzt werden. Für das prämierte Projekt konnten an der Oberfläche der Gold-Nano-Strukturen chemische Reaktionen nachgewiesen werden, die den Preisträger dazu inspirierten, dies mit der Synthese von Ammoniak, also der Herstellung von Dünger zu versuchen.
Auszeichnung für die Lösung eines weltweiten Problems
Der Preis wurde von der 360° Base, einem Start-Up und Gründerzentrum der Sparkasse Mainfranken, ins Leben gerufen, um Projekte zu fördern, die wissenschaftliche Tiefe mit einem breiten Blick auf gesellschaftliche Auswirkungen verbinden und ein hohes Potential für eine zukünftige Gründung mit sich bringen.
Die Auszeichnung hebt insbesondere Projekte hervor, die über klassische Disziplingrenzen hinausdenken. Feichtners Arbeit zeichne sich durch genau diese Breite aus, so die Jury: Sie integriere Erkenntnisse aus der Physik mit Impulsen aus der Biologie und Chemie und adressiere gleichzeitig eine zentrale Herausforderung unserer Zeit, der hohe Energiebedarf in der Düngerproduktion. Besonders sei dabei gewesen, dass es eine Lösung für ein weltweites Problem sei, die direkt aus Würzburg kommt, unterstrich die Jury ihre Entscheidung.
Die Jury setzte sich zusammen aus Renate Dempfle, Geschäftsführerin der Mediengruppe Main-Post GmbH, Åsa Petersson, Leiterin der Stabstelle Standortmarketing der Stadt Würzburg, Daniel Kempf, Geschäftsführer von pd digital, Benjamin Blumberger, Abteilungsleiter für Firmenkunden und Jochen Schönleber, Vorstandsvorsitzender, beide bei der Sparkasse Mainfranken.
„Die Auszeichnung ist in harter Konkurrenz gewonnen“, so Feichtner. „Ich freue mich sehr über die Anerkennung und sehe sie als Ansporn, die Arbeit weiter voranzutreiben.“ Die Jury hat das Preisgeld dort eingesetzt, wo eine große Hebelwirkung entstehen kann: In der Forschung an der Universität Würzburg. Mit dem Preisgeld von 10.000 Euro kann Thorsten Feichnter einen studentischen Mitarbeiter einstellen und einen ersten Prototypen entwickeln lassen. „Auf Basis dieser Ergebnisse, die durch den Award ermöglicht werden, kann ich einen größeren Forschungsantrag schreiben und alles noch mehr ins Rollen bringen. Bei Erfolg soll am Ende tatsächlich ein Startup entstehen“, ergänzt Feichtner.
Auch die Fakultät für Physik und Astronomie an der Universität Würzburg gratuliert herzlich zu diesem Erfolg: „Der Preis unterstreicht die Innovationskraft unserer Forschung und die Bedeutung interdisziplinärer Ansätze“, unterstreicht Professor Jens Pflaum, Dekan der Fakultät.
Kontakt
Dr. Thorsten Feichtner, Lehrstuhl für Experimentelle Physik 5, Fakultät für Physik und Astronomie, T +49 931 31-85768, E-Mail: thorsten.feichtner@uni-wuerzburg.de
