Wie dein Einstieg ins Würzburger Biologiestudium gut gelingt
01.07.2026Leni studiert im zweiten Semester Biologie an der Uni Würzburg. Sie erzählt von einem anspruchsvollen Einstieg ins Studium und gibt dir Tipps, wie du ihn gut bewältigen kannst.
Ich war schon immer fasziniert von der Natur und habe es auch schon immer sehr genossen, wenn Tiere um mich waren und ich diese beobachten konnte. Ich bin in einem kleinen Ort in Baden-Württemberg aufgewachsen, war viel draußen und habe alles, was mir so in den Weg gekommen ist, beobachtet und sehr viele Fragen gestellt.
Ich wusste lange nicht, was ich nach meinem Abitur an einem sozialwissenschaftlichen Gymnasium machen möchte. Wenn ich gefragt wurde, war meine Antwort immer: irgendwas mit Tieren und in der Natur. Mir war aufgefallen: Oft sah ich irgendetwas in der Natur, was mich begeisterte, aber ich wusste kaum etwas darüber. Deswegen habe ich mich dazu entschieden Biologie an der Uni Würzburg zu studieren.
Warum Würzburg?
Mir war es wichtig noch in erreichbarer Nähe zu meinem Zuhause zu bleiben: Um meinen Hund noch regelmäßig zu sehen, kamen für mich die Uni München und die Uni Würzburg in Frage. Ich habe dann bei beiden Unis angerufen und mich beraten lassen, welche Uni besser zu mir passen würde.
Ein Video auf YouTube gab schließlich den Ausschlag: Ein Interview mit einem Bienenforscher der Uni Würzburg. Er hat über die problematische Haltung von Honigbienen in der Imkerei und deren Auswirkungen auf Wildbienen gesprochen – ein Thema, das mich sehr interessiert.
Das erste Biologiesemester
Das erste Semester war stressig. Alles war neu: die Vorlesungen, der Uni-Alltag, das Leben in einer fremden Stadt. Ich hatte keine Ahnung, wie ein Studium funktioniert, und fühlte mich oft planlos und überfordert. Besonders groß war meine Angst, keinen Anschluss zu finden – vor allem, weil ich nur an einem der Ersti-Tage teilnehmen konnte.
Schnell habe ich aber eine Gruppe gefunden an Kommilitoninnen, mit denen ich mich sehr gut verstanden habe und die mittlerweile echt großartige Freundinnen sind. Wir haben Mentorinnen und Mentoren an die Seite bekommen, die uns herumgeführt haben und die wir bis heute alles fragen können, was echt unglaublich hilfreich ist.
Im ersten Semester hatte ich einige Fächer, die ich – sagen wir es mal so – nicht vermisst hätte, wenn ich sie nicht gehabt hätte: Anorganische Chemie, Physikalische Chemie, Physik und viele Übungen. Das heißt, die Tage sind sehr voll und zum Teil echt anstrengend. ABER: ich bin zwar erst im zweiten Semester und es ist jetzt schon deutlich entspannter. Kommilitoninnen haben mir mitgeteilt, ab dem vierten Semester wird es richtig spaßig, da du kaum noch Nebenfächer hast und dich mehr auf das spezialisieren kannst, was dir mehr Spaß macht.
Tipps für den Einstieg ins Würzburger Biologiestudium
Hier ein paar Tipps, die mir geholfen haben/hätten, wenn ich sie früher gewusst hätte:
- Wenn du dich schwerer tust in neuen sozialen Umgebungen, versuche, dir nicht so viele Gedanken zu machen. Die meisten Menschen, die hier herkommen sehen sich zum ersten Mal und auch die Studierenden der höheren Semester sind unglaublich lieb und versuchen immer zu helfen.
- Wuestudy/Wuecampus (die Plattformen der Uni) sind am Anfang (und zum Teil bis jetzt) nicht gerade einfach zu verstehen, deswegen…
- … frage nach, wenn du dir nicht sicher bist, gerade bei Klausuranmeldungen oder Ähnlichem. Schreibe dem Prüfungsamt lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.
- … auch den Dozierenden kannst du immer schreiben und die meisten helfen sehr gerne.
- Tutorien können echt hilfreich sein, weil du meistens den gefilterten Stoff, der für die Klausur wichtig ist, nochmal von anderen Studierenden erklärt bekommst. Diese können den Lernstoff meistens auch noch nicht lange und wissen gut, wie es ist, wenn anfangs nicht alles logisch erscheint.
- Lernmethoden: ich habe im ersten Semester immer nach den Vorlesungen Zusammenfassungen geschrieben, weil ich dachte, dass ich dadurch für die Klausur besser lernen kann und mir das in der Schule auch immer geholfen hat. Ich habe dann aber in Vorbereitung auf die Klausuren gemerkt, dass das viel zu viel Stoff ist und ich das unmöglich alles lernen kann. Ich habe stattdessen mit den Fragenkatalogen der Fachschaft gelernt, und mir dazu dann noch weiterführende Notizen gemacht, was für mich sehr viel besser war zum Lernen. Jetzt im zweiten Semester habe ich keine Zusammenfassungen mehr von den Vorlesungen geschrieben, und das macht das Studium schon sehr viel entspannter.
- Wenn du die Möglichkeit hast: mache, gerade zwischen den Semestern, auch mal ein bisschen Urlaub. Fahre irgendwo hin, um ein bisschen rauszukommen, das tut sehr gut.
Mögliche Berufsfelder für Biologinnen und Biologen
Nach dem Studium stehen einem sehr viele verschiedene Berufsfelder offen, unter anderem die Forschung. Es ist möglich, in der Industrie oder in Unternehmen oder in Botanischen Gärten zu arbeiten. Auch in den Medien oder dem Journalismus kannst du Fuß fassen.
Ich selbst möchte später gerne mal im Natur-/Umwelt-/Tierschutz arbeiten, dafür gibt es viele Einsatzgebiete: in Naturschutzparks, bei NGOs wie Greenpeace oder PETA oder auch in Vereinen wie Ärzte gegen Tierversuche. Mit Letzterem bin ich in Kontakt getreten, da ich und meine Freundinnen aus ethischen Gründen nicht an den Sektionen/Präparationen von Tieren und Tierversuchen teilnehmen wollen.
Gerade dieser Bereich der Aufklärungs- und Förderarbeit für tierversuchsfreie Forschung und Lehre würde mich später mal sehr interessieren. Vor allem, weil es bereits sehr gute tierversuchsfreie Forschungs- und Lehrmethoden gibt, die sich weiterentwickeln lassen. Darüber herrscht aktuell aber noch wenig Aufklärung.
