Verletzte in Kriegszeiten chirurgisch versorgen
29.09.2026Wie können schwer verletzte Menschen unter Kriegsbedingungen bestmöglich chirurgisch versorgt werden? Darum geht es am Freitag, 6. November, in einer ukrainisch-deutschen Konferenz am Uniklinikum.
Explosions-, Schuss- und Brandverletzungen, ausgedehnte Knochen- und Weichteildefekte stellen die Medizin in Kriegszeiten vor besondere Herausforderungen. Häufig sind mehrere Organe und Körperregionen gleichzeitig betroffen, für die Behandlung sind Fachleute aus verschiedenen chirurgischen Gebieten nötig. Dazu kommen erschwerte Evakuierungsbedingungen und die Frage, wie eine langfristige Versorgung und Rekonstruktion bei schwersten Verletzungen gelingen kann.
Mit diesen Themen beschäftigt sich die Konferenz „Multidisziplinäre chirurgische Versorgung der Zivilisten und verletzten Soldaten in Kriegszeiten“ am Freitag, 6. November 2026, am Uniklinikum Würzburg (UKW). Die von der Klinik und Poliklinik für Herz-, Thorax- und Thorakale Gefäßchirurgie organisierte Veranstaltung findet von 8:30 bis 18:00 Uhr im Hörsaal des Zentrums Operative Medizin (ZOM) statt.
Ukrainische und deutsche Erfahrungen
Im Mittelpunkt steht der fächerübergreifende Austausch zwischen ukrainischen und deutschen Medizinerinnen und Medizinern.
Die ukrainischen Fachleute berichten über Erkenntnisse, die sie bei der Behandlung von Kriegsverletzten unter den Bedingungen des seit 2022 andauernden Krieges gesammelt haben.
Deutsche Expertinnen und Experten bringen unter anderem ihre Erfahrungen mit nach Deutschland evakuierten Patientinnen und Patienten sowie mit den Möglichkeiten und Grenzen deren weiterer Behandlung ein.
Das Konferenzprogramm verdeutlicht, wie breit das Spektrum der notwendigen medizinischen Expertise ist: Es reicht von der Herz-, Allgemein- und Viszeralchirurgie über die Neurochirurgie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie bis hin zur Intensiv- und Notfallmedizin.
Thematisiert werden unter anderem die Versorgung von Polytraumata und deren Spätfolgen, komplexe Verletzungen innerer Organe, Verbrennungen und Weichteildefekte sowie rekonstruktive Verfahren. Auch die Entscheidung zwischen dem Erhalt oder der Amputation von Gliedmaßen sowie der Umgang mit multiresistenten Keimen spielen eine Rolle.
Von der Evakuierung bis zur langfristigen Versorgung
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Versorgungskette schwer verletzter Menschen. Diskutiert werden die unterschiedlichen Etappen der Evakuierung und die Frage, wie die medizinische Behandlung über verschiedene Versorgungsstufen hinweg organisiert werden kann.
Darüber hinaus richtet die Konferenz den Blick auch darauf, wie Krankenhäuser in Deutschland auf mögliche Anforderungen im Falle einer Bündnis- oder Landesverteidigung vorbereitet sind.
Teilnahme und Anmeldung
Die Konferenz steht Ärztinnen und Ärzten offen; die Teilnahme kostet 20 Euro. Wichtig ist eine Anmeldung bis 20. Oktober 2026 bei der Ukrainischen Ärztevereinigung in Deutschland (UÄVD) per E-Mail an orguaevd@gmx.de
Weitere Informationen zu den Vortragsthemen und den Referierenden finden sich in der Rubrik „Veranstaltungskalender“ unter www.ukw.de/herz-thorax-chirurgie.

