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Studierendenvertretung

Bi_PoC Hochschulgruppe

Bi_PoC- ist eine Abkürzung für Black, indigenous People_and People of Color. Es ist eine selbstgewählte Bezeichnung und ein kollektiver Begriff für Menschen, die sich als nicht-weiß definieren. Weißsein, genauso wie Schwarzsein und Nicht-weißsein sind soziale Konstrukte, die nicht unbedingt etwas mit Hautfarbe zu tun haben. Es geht eher um den sozialen Prozess als aus nicht-westeuropäischer Abstammung markiert zu werden, den man Rassifizierung nennt.  So kann eine Person helle Haut haben und dennoch Bi_PoC sein. Der Bindestrich am Schluss sagt aus, dass sich nicht alle nicht-weißen Menschen mit dieser Bezeichnung identifizieren. Was Bi_PoC miteinander verbindet, „sind geteilte Rassismuserfahrungen, Ausgrenzung von der Mehrheitsgesellschaft und die kollektive Zuschreibung des ‚Andersseins’“ (Adomako).

In einer weißen Mehrheitsgesellschaft, wie Deutschland, gilt weißsein als Norm, weswegen Bi_PoC oft aufgrund äußerlicher Merkmale als „Anders“ markiert werden. Viele Begriffe versuchten bereits diesem „Anderssein“ einen Namen zu geben, wie zum Beispiel „Menschen mit Migrationshintergrund“ oder gar „Ausländer“. Diese Begriffe sind allerdings stigmatisierend und grenzen Bi_PoC automatisch von einem Deutschsein aus. Denn Schwarz, indigenous oder of Color zu sein, bedeutet nicht nicht Deutsch seien zu können. Zudem, wird ein vermeintlicher „Migrationshintergrund“ meist nur bei Bi_PoC thematisiert und nicht bei Menschen, deren Großeltern aus einem westeuropäischen Land oder aus den USA eingewandert sind. Das Ziel dieser Begriffe ist es stets Bi_PoC als nicht ganz zugehörig und „anders“ zu markieren. Dahingegen ist Bi_PoC eine ermächtigende Selbstbezeichnung, die Solidarität und multiethnische Allianzen von rassistisch diskriminierten Personen herstellt.

Erstmals wurde der Begriff „People of Color“ in den 60ern und 70ern im Zuge der Bürgerrechtsbewegung als politische Selbstbezeichnung von Aktivist*innen wie Frantz Fanon, Malcom X und Martin Luther King verwendet. Sie propagierten eine gemeinsame Bezeichnung für alle nicht-weißen Menschen, die sich gegen weiße und kolonialistische Herrschaftsstrukturen auflehnen. Im deutschen Kontext wird er heute vornehmlich in akademischen und aktivistischen Kreisen benutzt. Schwarze Menschen und indigene Menschen sind in dem Begriff PoC zwar miteinbezogen, stehen aber in der aktuelleren Bezeichnung Bi_PoC aufgrund ihrer gesonderten Geschichte in Bezug zum System Rassismus und Kolonialismus extra.

Im Rahmen des Referats haben wir eine Bi_PoC Hochschulgruppe gegründet, die sich regelmäßig trifft. Hier gilt: Black, indigenous and people and People of Color only. Die Hochschulgruppe dient dem Zweck einen safer space für von Rassismus betroffene Menschen zu erschaffen. Dieser safer space bietet Raum um miteinander Erfahrungen auszutauschen, Veranstaltungen zu planen, sich gegenseitig zu empowern und um eine Community zu bilden. Wenn Du zu unserem nächsten Treffen kommen möchtest, melde Dich gerne per Mail an die Adresse des Referats.

Quellen und weiterführende Links:

https://wirmuesstenreden.blogspot.com/p/woketionary.html

https://www.noahsow.de/blog/sprachgebrauch-in-der-causa-oezil-ueber-herkunftsdeutsche-argh-und-migrationshintrergrund-doppel-argh/

https://missy-magazine.de/blog/2017/04/03/hae-was-heisst-denn-people-of-color/