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    Studierendenvertretung

    Rassismus

    Was ist Rassismus?

    Rassismus ist ein aus den Strukturen des europäischen Imperialismus und Kolonialismus heraus erwachsenes Machtverhältnis. Ehemals pseudowissenschaftlich gestützt von den sogenannten Rassentheorien ist Rassismus Träger der Idee von vermeintlicher Überlegenheit weißer Menschen gegenüber nicht weißen Menschen (white supremacy). Körperliche Merkmale wie Hautfarbe oder Haarstruktur wurden als Marker für Nicht-Weiß-Sein konstruiert, und fungierten als Rechtfertigung für rassistische Entmenschlichung. Rassismus existiert weiterhin, und findet sich in allen Bereichen menschlichen Lebens wieder, von Institutionen bis hin zu sämtlichen alltäglichen Räumen. Wichtig ist zu erkennen, dass Rassismus eine verinnerlichte Struktur ist, die historisch bedingt auf der einen Seite Macht verteilt, und weiße Menschen mit Privilegien ausstattet, und auf der anderen Seite Schwarze Menschen, Indigene Menschen und alle weiteren Personen of Color strukturell benachteiligt. Der tunesische Autor Albert Memmi definierte Rassismus:

    „Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen.“

    Rassismus ist weitaus mehr als eine Einstellung. Es ist vielmehr ein System, welches, ob das weiße Individuum rassistisch denkt oder nicht, dieses weiße Individuum trotzdem zwangsläufig von dem rassistischen System profitiert. Institutioneller Rassismus lässt sich in der Reproduktion von Ungleichheit im Bildungssystem finden, sowie in der Kriminalisierung durch Behörden, z.B. racial profiling, oder Masseninhaftierung Schwarzer Männer in den USA, und in erhöhter Polizeigewalt gegenüber nicht-weißen Menschen, die oft lebensbedrohlich wird oder tödlich endet. Rassismus wird also institutionell reproduziert, aber auch durch Alltagspraxen. Alltagsrassismus existiert in Deutschland in verschiedensten Formen, Stichworte wären fehlende Repräsentation, rassistische Anfeindungen, rassistische Gewalt, Reproduktion von rassistischen Stereotypen und Feindbildern in Sprache, Literatur und Medien und insgesamt nicht aufgearbeitete koloniale Traditionen in allen Lebensbereichen. Die afrodeutsche Autorin Noah Sow schrieb dazu ein Buch, Deutschland Schwarz Weiß – der alltägliche Rassismus, welches einen sehr wichtigen Beitrag dazu geleistet hat, Rassismus als deutsches Problem mehr in den Fokus zu rücken. Dazu wollen auch wir mit unserem Arbeitskreis einen Beitrag leisten.