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Trauer um Harald zur Hausen

05/31/2023

Harald zur Hausen, Nobelpreisträger für Medizin und Alumnus der Universität Würzburg, ist am Sonntag, 28. Mai 2023, im Alter von 87 Jahren verstorben. In Würzburg hat er von 1969 bis 1972 geforscht.

Prof. Dr. Harald zur Hausen
Prof. Dr. Harald zur Hausen (Image: Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg)

Die Entdeckung, dass Viren Krebs auslösen können, hat ihm den Nobelpreis für Medizin eingebracht. 2008 hat das Nobel-Komitee Harald zur Hausen diese Auszeichnung verliehen. Der Mediziner hatte herausgefunden, dass Gebärmutterhalskrebs durch eine Virusinfektion ausgelöst wird. Eine Entdeckung, deren Wurzeln bis nach Würzburg reichen: Von 1969 bis 1972 hatte zur Hausen am hiesigen Institut für Virologie der Universität Würzburg geforscht und an seiner Habilitation gearbeitet. Bereits in dieser Zeit wies er erstmals nach, dass in bestimmten Krebsgeschwulsten des Menschen das Erbgut des Epstein-Barr-Virus vorkommt.

Knapp zehn Jahre später, 1983, entdeckte zur Hausen die Verantwortlichen für den Gebärmutterhalskrebs, die so genannten Humanen Papilloma-Viren (HPV). Inzwischen ist ein Impfstoff auf dem Markt, der einen „nahezu 100-prozentigen Schutz bietet“, wie der Wissenschaftler in einem Vortrag sagte, für den er 2012 auf Einladung der Physikalisch-Medizinischen Gesellschaft Würzburg Physico-Medica an die Universität Würzburg gekommen war. Im Rahmen des Biozentrum-Kolloquiums sprach er damals über Infektionen als Auslöser von Krebserkrankungen.

Harald zur Hausen wurde 1936 in Gelsenkirchen geboren. Nach dem Abitur studierte er an den Universitäten Bonn, Hamburg und Düsseldorf Medizin. In Düsseldorf wurde er 1960 zum Dr. med. promoviert. 1966 wechselte Harald zur Hausen in die „Virus Laboratories“ des Children‘s Hospital in Philadelphia. Dort wurde sein wissenschaftliches Interesse auf den Zusammenhang von Virusinfektionen und Krebs gelenkt. Ende der 1960-Jahre kehrte er nach Deutschland zurück, um sich an der Universität Würzburg zu habilitieren. 1972 folgte er dem Ruf der Universität Erlangen, wo er Gründungsdirektor des Virologischen Instituts wurde.

Weitere Station seiner Karriere waren die Universität Freiburg und ab 1983 das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Dort entdeckte Harald zur Hausen krebserregende HPV-Typen in Gebärmutterhalskrebs-Proben. Hier konnte der Virologe klären, wie mit HPV infizierte Zellen zu Krebs entarten, und so die Grundlagen für den Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs schaffen.

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