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Andreas Jungbauer, Redakteur Mainpost, Tatort

05.04.2019

Alumnus Andreas Jungbauer ist eigentlich Redakteur der Mainpost - ab und zu aber auch im Schauspielgewerbe tätig. Zuletzt im Tatort ...

Andreas Jungbauer hat als Komparse beim neuen Franken-Tatort mitgespielt, Foto: Privat

Andreas, wir beginnen mit Deinem eigentlichen Beruf - was liebst Du besonders daran?
Ich kann mir keinen schöneren Beruf denken. Als Journalist bzw. Redakteur darf ich mich berufsbedingt für so viele Themen und Menschen interessieren, dass es nie langweilig wird. Und als Medienschaffende haben wir eine wichtige gesellschaftspolitische Funktion. Wir sind nicht nur "vierte Gewalt" im Sinne einer Kontrollinstanz, sondern sollten die relevanten Fragen von Gegenwart und Zukunft aufwerfen und sie bearbeiten - kritisch und konstruktiv. Insofern halte ich freie Medien wirklich für systemrelevant in einer liberalen Demokratie. Hier etwas beisteuern zu können, erfüllt mich sehr.


Wie hat sich das Zeitungsgewerbe verändert in den letzten Jahren?
Wir stehen seit Jahren in einem Umbruch, der die komplette Branche wirklich herausfordert. Die entscheidende Frage dabei ist: Was ist den Leuten unabhängiger Qualitätsjournalismus wirklich wert? Diese Frage stellte sich früher nicht, die Menschen waren auf die Medien zur Information angewiesen. Heute finden sie vor allem im Netz jede Menge Gratis-Nachrichten... Damit geben sich viele zufrieden und hinterfragen häufig nicht die Quelle, Seriosität und Qualität von Beiträgen. Das Fake-News-Problem ist bekannt. Deshalb müssen wir als "klassische Medien" umso glaubwürdiger sein, indem wir transparent darlegen, wie wir arbeiten und möglichst wenige Fehler machen. Wo sie passieren, müssen wir offen darüber reden. Gleichwohl nimmt bei praktisch allen Zeitungen die Printauflage kontinuierlich ab, die Online-Auftritte gewinnen an Bedeutung. Wenn die Bereitschaft, für guten Online-Journalismus auch zu bezahlen, weiter wächst (Anzeichen dafür gibt es), sollte der Gleiswechsel von Print auf Digital gelingen. Eine ganze Weile werden wir aber noch zweigleisig fahren.


Was war Deine Rolle beim Tatort .... ?
Nachdem ich als Komparse über die Agentur entweder als Kantinenkoch oder als Polizist in Zivil oder Uniform für den Franken-Tatort angefragt war, ist es vor Ort dann der Polizeibeamte geworden. Ich war keine 20 Minuten am Set, schon steckte ich in der Uniform. Als Polizisten haben wir für eine Szene die Kantine gefüllt. Und dann stand ich wirklich in der spannendsten Szene in einem kalten Keller als Art Begleitschutz für die beiden Kommissare. Das war mir beim Dreh gar nicht bewusst, weil wir nicht mehr als die Rahmenhandlung kannten und auch nichts verraten wurde.


Wie kann man sich so einen Drehtag vorstellen?
Nicht so spektakulär, wie man sich das vielleicht denkt. Man sitzt schon viel herum und wartet auf den Einsatz. Die Szenen werden in einer bestimmten Abfolge gedreht und da sind auch mal zwei Stunden Pause. Von den Dreharbeiten bekommt man als Komparse nur die eigenen Szenen mit, ohne dass man sie in den Film einordnen könnte. Man wird dann urplötzlich in eine Szene "hineingestellt". Den Promi-Schauspielern, also den Kommissaren, begegnet man am Drehtag immer wieder. Die waren eigentlich locker drauf. Aber es gehört sich nicht, sie direkt anzusprechen, darauf achtet das Filmteam. Die Konzentration soll nicht gestört werden.


Welchen Ermittler würdest Du am liebsten spielen und warum?
Hmmmmm....Also vom Typ her mag ich ja den Udo Wachtveitl als Franz Leitmayr im München-Tatort wirklich sehr. Der brennt für seinen Beruf, ist gern bei den Leuten - und doch ist er auch ein Zweifler, springt unaufdringlich in ethische bzw. moralische Kategorien. Das gefällt mir. Aber ich wäre schon mit einer kleineren Ermittlerrolle zufrieden... Soll ja ein Hobby bleiben.

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