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UPSCALE: Klimafreundliche Agrarwirtschaft mit maximalem Ertrag in Ostafrika

In den ostafrikanischen Ländern südlich der Sahara (Äthiopien, Kenya, Rwanda, Tanzania, Uganda) gibt es nicht selten Ertragslücken in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft, die die Ernährungssicherheit von Millionen von Bauern bedrohen. Diese Situation wird zusätzlich durch extreme Trockenheit und den fortschreitenden Klimawandel bedroht. Zudem sind die konventionellen Anbaumethoden ökologisch kostspielig, nicht nachhaltig und schlecht an die Landwirtschaft mit geringem Einkommen angepasst. An dieser Stelle setzt UPSCALE mit seiner transformativen Push-Pull-Technologie an.

Bei UPSCALE handelt es sich um ein Forschungs- und Innovationsprojekt, welches im November 2020 gestartet wurde und für eine Laufzeit von fünf Jahren angesetzt ist. Hinter dem UPSCALE-Projekt stehen 18 Partner aus vier europäischen und sechs afrikanischen Ländern unter der Leitung der Justus-Liebig-Universität Gießen (Deutschland). Von der Universität Würzburg sind der Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie und der Lehrstuhl für Fernerkundung beteiligt.

Effektive Push-Pull-Technologie

UPSCALE vereint Expert*innen verschiedener Forschungsbereiche, darunter Bodenkunde, chemische Ökologie, Gender Studies, Politikwissenschaft und Nachhaltigkeitswissenschaft, um den Herausforderungen der Entwicklung eines Push-Pull-Managementsystems in Subsahara-Afrika erfolgreich begegnen zu können. Push-Pull ist dabei ein integriertes Anbausystem, bei dem Schädlinge mit Hilfe einer abstoßenden Zwischenfrucht (Push) von der Hauptkultur vertrieben und gleichzeitig mit Fallenpflanzen aus der Kultur herausgelockt werden (Pull).

Push-Pull verbessert auch die Bodengesundheit und den Wasserrückhalt, liefert wirtschaftliches und hochwertiges Viehfutter und eine kürzlich entwickelte klimafreundliche Variante, bei der traditionelle Getreidesorten verwendet werden, erhöht die Widerstandsfähigkeit des Systems gegenüber dem Klimawandel.

Positive Auswirkungen für Mensch und Umwelt

Die verwendete Technologie soll von einzelnen Feldern auf ganze Landschaften und Regionen ausgeweitet und Getreide um andere wichtige Kulturpflanzen und Anbausysteme ergänzt werden. UPSCALE fördert dabei die Entwicklung, Anpassung und Einführung von Strategien für ein integriertes agrarökologisches Management.

So sollen langfristig die Nahrungsversorgung, das Einkommen der Bäuerinnen und Bauern sowie die Widerstandsfähigkeit der Landwirtschaft gegenüber dem Klimawandel in der Subsahara-Region Ostafrikas gesichert werden. Im gleichen Zug wird das Ziel verfolgt, den ökologischen Fußabdruck der örtlichen Landwirtschaft zu verringern. So gelingt eine flächendeckende, klimaresistente und nachhaltige Intensivierung der Landwirtschaft.

Zur UPSCALE-Projektwebsite
 

Kontakt & Links

Prof. Dr. Ingolf Steffan-Dewenter ist seit 2010 Professor und Leiter des Lehrstuhls für Tierökologie und Tropenbiologie an der Universität Würzburg. Zuvor war er Professor für Populationsbiologie der Tiere an der Universität Bayreuth. Er hat in Karlsruhe Biologie studiert, an der Universität Göttingen promoviert und sich dort habilitiert. Er untersucht die Auswirkungen des globalen Wandels auf die Artenvielfalt von lnsekten und biologische Leistungen wie Bestäubung und Schädlingskontrolle. Ein Schwerpunkt seiner Forschung liegt in Afrika.

Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie (Zoologie III)
 

Dr. Michael Thiel hat ein Diplom in Angewandten Umweltwissenschaften von der Universität Trier. 2013 promovierte er an der Universität Jena zur Nutzung von Texturinformationen hochaufgelöster SAR-Daten zur Beschreibung von Siedlungsflächen. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Fernerkundung der JMU forscht und lehrt er derzeit zum Thema Landnutzung in Westafrika.

Lehrstuhl für Fernerkundung