Herbsttagung 2026
"Auffälliges Verhalten verstehen – die Gesundheit von Schülerinnen und Schülern stärken"
1. Oktober 2026 | Zentrales Hörsaal- und Seminargebäude Z6 | 8:00 Uhr bis 15:30 Uhr
Anmeldungen
Anmeldung für alle Teilnehmenden: https://eveeno.com/739679716
zusätzliche Anmeldung nur für Lehrkräfte: https://fibs.alp.dillingen.de/lehrgangssuche?container_id=441881
Programm
Ab 8:15 Uhr | Ankommen & Anmeldung & Kaffee |
9:00 Uhr | Begrüßung durch Prof. Dr. Thomas Trefzger (Direktor der PSE) |
| 9:10 Uhr | Impulsvortrag & Diskussion „Wie steht es um die psychische Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen – eine Bestandsaufnahme“ Prof. Dr. Wolfgang Lenhard (Universität Würzburg ) |
| 10:00 Uhr | Kaffeepause |
EG: Präsentationen der TaC-Award-Teilnehmer:innen | |
| 10:30 Uhr | Podiumsdiskussion Prof. Dr. Wolfgang Lenhard (Universität Würzburg) Moderation: Andreas Jungbauer (Mainpost) |
| 11:15 Uhr | Verleihung des TaC-Awards |
| 11:45 Uhr | Mittagspause |
EG: Präsentationen der TaC-Award-Teilnehmer:innen | |
| 13:00 Uhr | 1. Workshop-Runde |
| 14:00 Uhr | Kaffeepause |
EG: Präsentationen der TaC-Award-Teilnehmer:innen | |
| 14:30 Uhr | 2. Workshop-Runde |
| 15:30 Uhr | Ende der Tagung |
Wieso fügen sich junge Menschen selbst Schmerzen zu? Wieso verhalten sie sich aggressiv oder desorganisiert? Welche Rolle spielen Ängste und Depressionen und wie sieht es mit problematischem Medienkonsum aus? Der Klassenraum ist oft ein Ort, an dem psychische Belastungen deutlich sichtbar werden und man könnte meinen, dass sich unsere junge Generation auf breiter Front im Krisenmodus befindet. Doch wie ist die tatsächliche Lage nach den herausfordernden letzten Jahren? Der Vortrag liefert eine kompakte evidenzbasierte Bestandsaufnahme zur psychischen Gesundheit der aktuellen Generation von Schülerinnen und Schülern. Er thematisiert exemplarisch die Entwicklung der Auftretenshäufigkeit der besonders prävalenten psychischen Störungen und analysiert - wo möglich - potenzielle Einflussfaktoren und Präventionsmöglichkeiten.
Grußworte
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Namen der Julius-Maximilians-Universität Würzburg heiße ich Sie herzlich willkommen zur Herbsttagung 2026 der Professional School of Education (PSE), die bereits zum 17. Mal gemeinsam mit den Schulentwicklungstagen der unterfränkischen Schulbehörden und der Regionalen Schulentwicklung stattfindet.
Mit dem diesjährigen Leitthema „Auffälliges Verhalten verstehen – die Gesundheit von Schülerinnen und Schülern stärken“ greift die Tagung ein Thema auf, dem Lehrkräfte und Schulleitungen in ihrem Berufsalltag mit großer Aufmerksamkeit begegnen. Sie erleben unmittelbar, wie unterschiedlich sich Belastungen, Entwicklungsverläufe und Unterstützungsbedarfe bei Kindern und Jugendlichen zeigen können. Diese Erfahrungen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zusammenzuführen und daraus Impulse für professionelles Handeln zu gewinnen, ist ein zentrales Anliegen dieser Veranstaltung.
Als Universität leisten wir hierzu einen Beitrag durch Forschung, die auf gesellschaftlich relevante Fragestellungen ausgerichtet ist. Mit dem Deutschen Zentrum für Präventionsforschung und Psychische Gesundheit (DZPP) verfügt die JMU über eine Einrichtung, die untersucht, wie psychischen Belastungen und Erkrankungen wirksam vorgebeugt werden kann. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Präventionsmaßnahmen zu entwickeln, ihre Wirksamkeit zu überprüfen und erfolgreiche Ansätze für die Praxis verfügbar zu machen. Gerade die enge Verbindung von Forschung, Lehrkräftebildung und schulischer Realität macht den besonderen Wert solcher Arbeit aus.
Zugleich ist die Lehrkräftebildung ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Universität. Mit rund 6.100 Lehramtsstudierenden zählt sie zu den größten Ausbildungsbereichen der JMU und trägt maßgeblich zur Qualifizierung zukünftiger Lehrerinnen und Lehrer in Bayern bei. Die Themen, die Schulen heute beschäftigen, sind deshalb auch für die Lehrkräftebildung von großer Bedeutung. Lehrerinnen und Lehrer übernehmen weit über die Vermittlung von Wissen hinaus Verantwortung für die Begleitung, Förderung und Unterstützung junger Menschen. Die Auseinandersetzung mit Fragen der psychischen Gesundheit, mit unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen sowie mit Handlungsmöglichkeiten im schulischen Kontext gehört daher zunehmend zu den Themen, die die Ausbildung angehender Lehrkräfte begleiten.
Die Professional School of Education leistet seit vielen Jahren einen wichtigen Beitrag dazu, Forschung, Lehrkräftebildung und schulische Praxis miteinander zu verknüpfen. Die Herbsttagung ist hierfür ein herausragendes Beispiel. Sie schafft Raum für wissenschaftlichen Austausch, neue Perspektiven und den Transfer aktueller Erkenntnisse in die schulische Praxis.
Mein großer Dank gilt der PSE, den unterfränkischen Schulbehörden und dem Team der regionalen Schulentwicklung sowie allen Vortragenden, Workshopleitenden und Organisatorinnen und Organisatoren, deren Engagement diese Tagung ermöglicht.
Ich wünsche Ihnen allen eine erkenntnisreiche, zukunftsweisende und vernetzende Herbsttagung.
Prof. Dr. Paul Pauli
Präsident der Universität Würzburg
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
unser Thema der Tagung greift eine der drängendsten Herausforderungen des schulischen Alltags auf: „Auffälliges Verhalten verstehen – die Gesundheit von Schülerinnen und Schülern stärken.“
Wer heute in unseren Schulen unterwegs ist, spürt deutlich: Schule ist längst mehr als ein Ort der Wissensvermittlung. Sie ist ein komplexer Lebens- und Erfahrungsraum, in dem Kinder und Jugendliche einen großen Teil ihres Alltags verbringen. Dabei begegnen uns zunehmend psychische Belastungen, Ängste, sozialer Rückzug, aber auch herausforderndes und nach außen gerichtetes Verhalten.
Solche Verhaltensweisen sind jedoch nur selten als bloße „Disziplinlosigkeit“ zu verstehen. Häufig sind sie Ausdruck einer Überforderung, ein Signal für innere Not oder ein stiller Hilferuf. Umso wichtiger ist es, genau hinzusehen, Zusammenhänge zu erkennen und die Perspektive der betroffenen Schülerinnen und Schüler einzunehmen.
Als Schulaufsicht, Schulleitungen und Lehrkräfte nehmen Sie dabei eine zentrale Rolle ein. Sie gestalten Veränderungsprozesse, begleiten Entwicklungen und tragen dazu bei, schulische Strukturen so weiterzuentwickeln, dass Schule zu einem gesunden, resilienten und stärkenden Ort für alle Beteiligten werden kann.
Damit wir Schulen auf diesem Weg professionell unterstützen können, müssen wir selbst sprach- und handlungsfähig sein. Es gilt, auffälliges Verhalten nicht vorschnell zu bewerten, lediglich zu verwalten oder zu sanktionieren, sondern seine möglichen Ursachen und dahinterliegenden Dynamiken zu verstehen. Erst ein solches Verständnis eröffnet die Möglichkeit, wirksame und präventive Konzepte zu entwickeln und in den Schulen nachhaltig zu verankern. Auf diese Weise können wir die psychische und körperliche Gesundheit von Schülerinnen und Schülern stärken und ihre Entwicklung bestmöglich unterstützen.
Unsere Tagung möchte Ihnen hierfür wertvolle Impulse, wissenschaftliche Erkenntnisse und praxisnahe Anregungen vermitteln. Sie bietet zugleich Gelegenheit zum Austausch, zur gemeinsamen Reflexion und dazu, neue Perspektiven für die eigene Arbeit zu gewinnen.
Ich wünsche Ihnen eine inspirierende Tagung, anregende Gespräche und viele hilfreiche Erkenntnisse, die Sie in Ihre Arbeit vor Ort und in die Schulfamilien hineintragen können.
Mein herzlicher Dank gilt dem gesamten Organisationsteam sowie allen Referentinnen und Referenten, die sich mit großem Engagement diesem wichtigen und aktuellen Thema widmen.
Ihnen, liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wünsche ich, dass Sie viele wertvolle Informationen, Eindrücke und konkrete Anregungen mitnehmen, die Sie in den Schulen gewinnbringend einsetzen können.
Würzburg, den 31.07.2026, Maria Walter
Abteilungsdirektorin im Bereich 4: Schulen bei der Regierung von Unterfranken / Vorsitzende der Konferenz der Schulaufsicht