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Quality Management

Zusatzstudien und Zertfikatsprogramme

Ziele der Zusatzstudien und Zertifikatsprogramme

Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg setzt im Hochschulvertrag 2023-2027 einen klaren Fokus auf das Lifelong Learning als wesentlichen Bestandteil ihrer strategischen Entwicklungsziele. Mit der Einführung von flexiblen, zukunftsorientierten Zusatzstudien für alle Studierenden (BA, MA, PhD, Examen etc.) – unabhängig von Fachrichtung, Studienabschnitt oder Studienform zielt die Universität auf die Stärkung der Berufsfähigkeit (Employability) und auf die Förderung von Future Skills ihrer Absolventinnen und Absolventen. Die Zusatzstudien und darin verankerte Zertifikatsprogramme ergänzen, ersetzen aber nicht das abschlussgebende Studium. 

Mit den Zusatzstudien ist ein gezielter, strukturierter Erwerb von Kompetenzen verbunden, der über das fachspezifische Grundwissen und die methodischen Fähigkeiten des eigenen Studiengangs hinausgeht und auf die Entwicklung einer inter- und transdisziplinären wissenschaftlichen Bildung sowie den Aufbau von transversalen, zukunftsorientierten Fähigkeiten abzielt. Sie umfassen insbesondere die Fähigkeit, komplexe, grenzüberschreitende Probleme zu erkennen, zu analysieren und gemeinsam mit Studierenden aus anderen Disziplinen zu lösen, sowie die Entwicklung von Soft Skills wie kritisches Denken, kreative Problemlösung, digitale Kompetenz, interkulturelle Kommunikation, soziale Verantwortung, Adaptivität und systemisches Denken. Die Qualifikation wird durch bewusst ausgewählte, über das Fachstudium hinausgehende Lernangebote erworben und ist durch eine reflektierte, selbstgesteuerte Lernstrategie gekennzeichnet. Die Zusatzstudien dienen der Stärkung der individuellen Berufsfähigkeit in einem sich rasch verändernden, globalen und digitalisierten Arbeitsumfeld und tragen zur Entwicklung einer ganzheitlichen, zukunftsgerichteten Persönlichkeit bei.

Einzige formale Zugangsvoraussetzung für die Zusatzstudien und darin verortete Zertifikatsprogramme ist eine ordentliche Immatrikulation in einem abschlussgebenden Studiengang an der JMU. Neben dieser formalen Zugangsvoraussetzung können für Zertifikatsprogramme gem. Allgemeine Studien- und Prüfungsordnung für Zertifikatsprogramme (ZASPO) auch fachliche Zugangsvoraussetzungen und Beschränkungen der Studierendenzahl vorgenommen werden.

Bausteine der Zusatzstudien

Im Sinne einer möglichst agilen Anpassungsfähigkeit des Kompetenzerwerbs an wissenschaftliche Entwicklungen sowie gesellschaftliche Herausforderungen und mit Hinblick auf individuelle Lernbedürfnisse und -erfordernisse lassen sich im Bereich der Zusatzstudien (Art. 77 Abs. 5 Satz 1 Ziffer 2 BayHIG i.V.m. Satz 2 ibid.) zwei verschiedene Formen der Formalisierung von Kompetenzerwerb unterscheiden: 

  • Definition: Micro-Credentials (MC) sind gem. Europäischem Rat 
    • zertifizierte, kleine, maßgeschneiderte Lernerfahrungen
    • vermitteln spezifische Kompetenzen,
    • bedienen einen gesellschaftlichen, persönlichen, kulturellen oder arbeitsmarktbezogenen Bedarf (vgl. Orientierung an Qualifikationszielen in der Studienstruktur),
    • sind eigenständig und kombinierbar,
    • ersetzen keine traditionellen Qualifikationen, sondern ergänzen diese (flankierend, in Zusatzstudien)
  • Größe: 5 ECTS pro Modul.
  • Inhalt: Spezifische, zukunftsrelevante Kompetenzen (z. B. digitales Arbeiten, interkulturelle Kommunikation, KI-Grundlagen, Unternehmensgründung, systemisches Denken).
  • Zugang: Keine fachlichen Voraussetzungen – nur ordentliche Immatrikulation an der JMU erforderlich.
  • Flexibilität: Studierende können einzelne MC erwerben, ohne sie zu einem Zertifikat zu akkumulieren.
  • Zugriff: Auch außerhalb des eigenen Fachstudiums möglich (überfakultär, aus grundständigen oder 1. Studienjahr-Modulen).
  • Qualität: Module sollen aus dem grundständigen Bereich stammen oder auf HZB-Anschlussfähigkeit angepasst sein

  • Definition: Zertifikatsprogramme gem. ZASPO dienen dem akkumulierten Erwerb von grundlegenden Kompetenzen, die über den eigenen abschlussgebenden Studiengang hinausgehen oder diesen flankieren, oder aufbauend auf dem abschlussgebenden Studiengang dem Erwerb einer fachspezischen Expertise in einer bestimmten Fachrichtung.
  • Volumen: mind. 15 ECTS
  • Aufbau: Pflichtbereich, Wahlpflichtbereich, Abschlussbereich möglich
  • Zugang: Neben einer ordentlichen Immatrikulation in einen abschlussgebenden Studiengang an der JMU können ebenfalls fachliche Zugangsvoraussetzung und Vergaberegelungen geltend gemacht werden.
  • Zeitrahmen: Formal entspricht die Regelstudienzeit jener des Hauptstudiengangs. Automatische Beendigung bei Abschluss des Hauptstudiums

Weitere Informationen zur Einrichtung von Zertifikatsprogrammen finden Sie hier!