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MINT erfahrbar machen: Mit Autos und Eiern Konzepte der Physik und Technik begreifen

12.06.2026

Ein von Studierenden konzipierter und durchgeführter Schul-MINT-Aktionstag

Foto (PSE): Viel Action beim MINT-Aktionstag

Im Seminar “Hands on: Schul-MINT-Aktionstag planen und begleiten” des Projekts „Teachers as Changemakers (TaC)“ entwickelten Lehramtsstudierende zwei Lernstationen für einen Forschertag, der am 9. Juni 2026 an der Jakob-Stoll-Realschule Würzburg umgesetzt wurde. Im Mittelpunkt stand der Spaß am gemeinsamen Lösen von Herausforderungen sowie die Begeisterung für MINT-Themen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Fast 40 Fünftklässler*innen nahmen teil.

Wochenlang arbeiteten die Studierenden des Seminars „Hands on: Schul-MINT-Aktionstag planen und begleiten“ darauf hin. Am 9. Juni fand der Forschertag endlich statt. Die Studierenden hatten die Aufgabe erhalten, in Gruppenarbeit MINT-Lernstationen zu entwerfen, bei denen die Schüler*innen durch viel Eigenaktivität und Forschergeist MINT-Konzepte erfahren und begreifen können. Experimente und praktische Versuche, die die Kinder selbst durchführen, bilden unter anderem eine wichtige Grundlage für die Motivation beim MINT-Lernen [1].

Die Studierenden entwickelten zwei Lernstationen, die jeweils für zwei Zeitstunden konzipiert waren. Dadurch konnten alle 40 Schüler*innen am Forschertag, der sechs Schulstunden umfasste, jede Station besuchen. Gerahmt wurde der Forschertag durch einen gemeinsamen Einstieg und eine gemeinsame Reflexion.

Bei der Station „Autobau“ drehte sich alles um Achsen und Räder – im wahrsten Sinne des Wortes! Die Aufgabe bestand darin, aus Tetrapacks und wenigen Alltagsmaterialien ein Fahrzeug zu konstruieren, das möglichst gerade eine Rampe hinunterfährt und im Anschluss weit rollt. In der ersten Bauphase entstanden viele kreative Fahrzeuge, darunter ein dreirädriges Auto sowie ein Spider-Auto, das Wände hochfahren konnte (dadurch aber leider nicht mehr die Rampe herunterkam). Heckspoiler, Nummernschilder und andere Verzierungen durften natürlich auch nicht fehlen. Zunächst testeten die Kinder ihre Prototypen und leiteten ab, welche Eigenschaften dazu führen, dass das Auto ohne Kurven und schnell die Rampe herunterfährt. Und tatsächlich: Die weiterentwickelten Fahrzeuge aus der zweiten Bauphase erfüllten die Kriterien „gerade“ und „schnell“ deutlich besser! In einem dritten Schritt untersuchten die Kinder methodisch, wie sich der Abstand zwischen Achse und Boden, unterschiedliche Räderarten und auch unterschiedlicher Untergründe auf die zurückgelegte Strecke auswirken. Einige Vermutungen konnten bestätigt werden – Zahnrad-Räder verhaken sich im Teppich, Autos mit Gummirädern sind am schnellsten auf glatten Oberflächen – und einige Vermutungen wurden widerlegt. So konnten die Kinder spielerisch erfahren, welche Rolle Reibung für die Bewegung eines Fahrzeugs spielt, wann sie erwünscht ist und wann nicht. Die Relevanz für den Alltag der Kinder lag auf der Hand: Warum fahren Autos mit weichen Gummireifen und Inlineskates mit harten? Wie könnte man sich mit einem Auto auf Eis fortbewegen? Und was würde passieren, wenn wir unsere Fahrradreifen durch Holzscheiben austauschen würden?

Auch bei der Station „Eierexperten“ stand das Bauen im Vordergrund. Hier waren Erfindergeist und clevere Lösungsansätze gefragt: Aufgabe war es, ein Ei so zu schützen, dass es den Fall aus dem ersten Stock unbeschadet übersteht. Im Gegensatz zur Autobau-Station standen den Kindern hier unbegrenzt zahlreiche Materialien zur Verfügung. Die Nachhaltigkeit der Konstruktion war allerdings auch ein Kriterium für den Bau der Schutzvorrichtung. In Teams wurde fleißig konstruiert: Ob Plastiktüten als Fallschirm zur Verringerung der Fallgeschwindigkeit, Luftpolsterfolie und Schwämme zur Stoßdämpfung oder stabile Schutzkonstruktionen aus Karton – die Kinder nutzten ihr Alltagswissen, entwickelten kreative Ideen und kombinierten verschiedene Strategien miteinander. So entstanden zahlreiche individuelle Lösungen für dieselbe Herausforderung. Besonders spannend war das Fallenlassen der Konstruktion aus dem ersten Stock und das Auspacken des Eis danach. Die Kinder fieberten mit und hofften, dass ihr Ei unbeschädigt geblieben war. In den meisten Fällen konnten sie jubeln: Sieben von neun Gruppen hatten es geschafft, das Ei ausreichend zu schützen!

Der Forschertag war ein voller Erfolg. Die Begeisterung der Kinder sprach für sich, und auch das Fazit aller weiteren Beteiligten lautete: „Super, gerne wieder!“ Wir bedanken uns herzlich bei der Jakob-Stoll-Schule, insbesondere bei Konrektorin Frau Klaus, für die Ermöglichung dieses tollen Tages.

„Teachers as Changemakers (TaC)“ verfolgt das Ziel, unternehmerisches Denken und Handeln durch Lehrkräfte und Lehramtsstudierende als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren an Schulen zu bringen und somit die Welt von Morgen nachhaltig zu verändern. Weitere Informationen gibt es hier.

 

[1] Klaus, A., Borgstedt, S., Gaber, R. (2024). Was motiviert zum MINT-Lernen? White Paper der Deutschen Telekom Stiftung 2024.

 

 

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