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Sammlungen an der Universität Würzburg

Von Ameisen, Asservaten und Aegyptiaca: entdecken Sie die über 30 universitären Sammlungen in Würzburg!

Biologie und Geologie

In der Sammlung befinden sich heimische Ameisen, aber auch Ameisen aus Afrika, Asien, Australien und den USA. Insgesamt umfasst die Sammlung ca. 200 Ameisen. Die Sammlung wurde seit 1990 zu Forschungszwecken von Professor Hölldobler angelegt, er und andere Forscher brachten die Ameisen von Forschungsreisen mit. Ein Teil der Sammlung stammt auch aus der Ameisenhaltung. Die Sammlung dient ausschließlich Forschungszwecken.

Die Sammlung umfasst Laufkäfer, Schmetterlinge und Hymenopteren.

Arthropoden Vergleichssammlung  

Zuständigkeit: Dr. rer. nat. Simon Thorn

Gegründet wurde der Botanische Garten in Würzburg bereits vor über 320 Jahren und umfasst heute etwa 9.000 verschiedene Pflanzenarten, die in Freiland und Gewächshaus kultiviert werden. Im LehrLernGarten werden Studierende ausgebildet, Fachwissen unterschiedlichen Zielgruppen praktisch zu vermitteln. Dies ist vor allem für die angehenden Lehrerinnen und Lehrer, die an der Universität Würzburg ausgebildet werden, von großer Bedeutung. Für die interessierten Besucher bieten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammen mit dem Freundeskreis pro planta ein vielfältiges Programm an. Die Veranstaltungen umfassen Führungen, Ausstellungen, Vorträge oder Workshops und eine jährliche Pflanzenbörse.

Botanische Garten

Zuständigkeit: Dr. Gerd Vogg (Kustos), Botanischer Garten der Universität Würzburg

Das Herbarium der Universität Würzburg enthält eine umfangreiche Sammlung zur Flora Unterfrankens und der angrenzenden Gebiete mit Belegen seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Viele der Fundorte sind erloschen, etliche der enthaltenen Sippen sind inzwischen verschollen oder ausgestorben, vom Aussterben bedroht oder zumindest stark gefährdet.

Das Würzburger Herbar bietet eine gute Übersicht über europäischer Pflanzen, sowie der Pflanzen der nordöstlichen und südöstlichen Randgebiete mit umfangreichen Sammlungsbeständen von Kryptogamen (Moose, Flechten, z.T. Algen). Im Bestand befinden sich auch Typus-Exemplare (Belegmaterial, das als Grundlage für die Erstbeschreibung von Arten diente) und Fundortbelege.

Herbarium der Universität Würzburg

Zuständigkeit: Dr. Gerd Vogg (Kustos), Botanischer Garten der Universität Würzburg

Theodor Boveri war von 1893 bis zu seinem frühen Tod im Jahr 1915 Direktor des Zoologischen Instituts und galt als einer der bekanntesten Zell- und Entwicklungsbiologen seiner Zeit. Sein Lebensweg zeigt eindrucksvoll, wie aus reiner Grundlagenforschung an geeigneten tierischen Modellorganismen neue Konzepte der Biologie und Medizin entstehen können.

Grundlage für seine "Chromosomentheorie der Vererbung" waren mikroskopische Analysen der Frühentwicklung von normalen und experimentell veränderten Seeigel-Embryonen, die er an der Zoologischen Station Neapel durchführte. Mehr als 600 Original-Präparate sind vorhanden, die bei mehreren Aufenthalten Boveris in Neapel im Zeitraum von 1901-1914 entstanden sind. Alle Präparate sind von Boveri handbeschriftet und datiert und lassen sich so seinen publizierten Experimenten eindeutig zuordnen.

Weiterhin sind mikroskopische Präparate mit Paraffinschnitten von Ascaris-Embryonen (der Pferdespulwurm Ascaris war ein weiterer wichtiger Modellorganismus für Boveri) vorhanden, die als Grundlage für Boveris bahnbrechende Monographie "Über die Natur der Centrosomen" (1900) dienten. Auf Anfrage stehen die Präparate für Forschungszwecke zur Verfügung.

Sammlung Mikroskopische Präparate von Theodor Boveri

Zuständigkeit: Prof. Dr. Ulrich Scheer & Prof. Dr. Markus Engstler

Die Sammlung hat ihre Wurzeln im 18. Jh. im Naturalienkabinett des Bonavita Blanck. Ein Teil der Objekte wurde später ins "Fränkische Museum für Naturkunde" in der Residenz übernommen, dieser Bestand wurde im 2. Weltkrieg fast vollständig zerstört. Ab 1953 wurde eine Lehrsammlung wieder aufgebaut und 1990 ins Biozentrum überführt.

Die Sammlung umfasst ca. 900 Arten wirbelloser Tiere (exkl. Insekten), mehr als 500 Arten Wirbeltiere (u.a. Ganzpräparate, Nasssammlungen, Bälge, Skelette, Schädel) sowie ca. 400 Insektenkästen mit v.a. Schmetterlingen, Käfern und Hautflüglern.

Zoologische Lehrsammlung

Zuständigkeit: Dr. Dieter Mahsberg (Sammlungsbetreuer)

In über 200 Jahren Sammlungsgeschichte erlangte die Sammlung von Mineralien, Gesteinen und Erzen durch großzügige Schenkungen und Ankäufe in Würzburg immer mehr an Bedeutung. Die Schwerpunkte der Sammlung sind fränkische Gesteine und Minerale, Rohstoffsammlung, Edelsteinsammlung und Meteoritensammlung. Etwa ein Viertel der mehr als 10.000 Objekte umfassenden Sammlung wird heute auf einer Gesamtfläche von 490 qm im Mineralogischen Museum in vier Schauräumen mit den Themen: Minerale und ihre Edelsteine, Minerale als Rohstoffe, Bau der Erde und Meteorite, Gesteine aus der Region ausgestellt.

Mineralogische und Petrographische Sammlung

Zuständigkeit: Dr. Dorothée Kleinschrot (Kustodin), Institut für Geographie und Geologie

Mathematik und Physik

Am Institut für Mathematik befindet sich eine Sammlung Didaktischer Medien für den mathematischen Unterricht aller Schularten und der Universität. Die Sammlung umfasst historische Rechenmaschinen sowie historische mathematische Instrumente.

Sammlung Rechenmaschinen und Mathematische Instrumente

Zuständigkeit: Prof. Dr. Hans-Joachim Vollrath (Sammlungsleiter) & Prof. Dr. Hans-Georg Weigand (Sammlungsbetreuer)

Am Institut für Mathematik befindet sich eine Sammlung historischer mathematischer Instrumente. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf  Instrumenten des Industriezeitalters.

Sammlung historischer mathematischer Instrumente

Zuständigkeit: Prof. Dr. Hans-Joachim Vollrath

Die Sammlung wurde vermutlich zwischen 1655 und 1707 als akademische Sammlung oder Institution gegründet. Seitdem wurde die Sammlung ständig erweitert und umfasst seit der Abgabe der meisten historischen Instrumente 1877 an das Bayerische Nationalmuseum und das Deutsche Museum zum größten Teil moderne Geräte sowie einige wenige historische Nachbauten wie Apparate, Geräte und Maschinen der Astronomie, Geodäsie, Mathematik und Physik sowie Modelle der Astronomie, Mathematik und Physik.

Zuständigkeit: Dr. Stephan Lück, Lehrstuhl für Physik und ihre Didaktik

Die Sammlung wird vom Physikalischen Institut, dem Universitätsarchiv und der Universitätsbibliothek verwaltet. Die Schwerpunkte liegen auf Röntgens Arbeits- und Privatleben, sowie auf dem seines Vorgängers Friedrich Kohlrausch und seines Nachfolgers Wilhelm Wien. Die Sammlung umfasst Privatgegenstände wie Fotografien, Gemälde und Gedichte, Arbeitsutensilien wie Röntgenaufnahmen auf Glas sowie Auszeichnungen von Röntgen wie die Nobelpreisurkunde. Im Physikalischen Institut werden einige Sammlungsstücke in Schaukästen ausgestellt und sind für die Öffentlichkeit zugänglich.

Zuständigkeit: Dr. Norbert Steinmetz, Physikalisches Institut & Universitätsarchiv Würzburg & Universitätsbibliothek, Abteilung für Handschriften

Die Sammlung umfasst eine größere Anzahl alter und sehr alter Geräte zum Thema: "Röntgen", "radioaktiver Strahlung" sowie "Strahlenmessgeräte".

Zuständigkeit: Heidrut Kienel & Dr. Michael Türk (Strahlenschutzbevollmächtigter)

Medizin und Psychologie

Aufgabe des Zentrums für Geschichte der Psychologie ist es, das Erbe der Entwicklung der Wissenschaft und des Faches Psychologie zu sammeln, zu bewahren und es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in aller Welt sowie der interessierten Öffentlichkeit so weit als möglich zugänglich zu machen. Das Zentrum für Geschichte der Psychologie verfügt unter anderem über umfangreiche historische Literaturbestände, eine historische Apparate- und Instrumentensammlung, ein Testarchiv, zahlreiche Ton- und Filmdokumente, eine wehrpsychologische Sammlung und verschiedene Nachlässe. Darüber hinaus verwaltet das Zentrum die Archive der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) und der International Union of Psychological Science (IUPsyS).

Zentrum für Geschichte der Psychologie

Zuständigkeit: Prof. Dr. Armin Stock (Zentrumsleiter)

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie blickt auf einige sehr erfolgreiche Wissenschaftler zurück. Auf das Betreiben von Albert Koelliker (1807-1905) wurde das jetzige Anatomische Institut errichtet und 1883 bezogen. Koelliker war der führende Histologe und Zellforscher seiner Zeit. So entstand eine sehr umfangreiche Sammlung von anatomischen Präparaten. Mit Hilfe von modernen aber auch altbewährten Techniken sind diese überarbeitet und konserviert worden. Die große Sammlung beinhaltet eine Vielzahl an Knochen, Nasspräparaten und plastinierten Körperscheiben.

Anatomische Sammlung

Zuständigkeit: Anett Diker & Helmut Eichelmann, Institut für Anatomie und Zellbiologie  

Das Archiv sammelt Unterlagen der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie zur Geschichte der Chirurgie im Nervensystem, aber auch Dokumente zu historischen und lebenden Neurochirurgen bzw. Personen, die sich mit der Chirurgie des Nervensystems befasst haben. Es verfügt über eine kleine historische, fachbezogene Bibliothek, eine Sammlung von Sonderdrucken, ein Bildarchiv, eine Filmsammlung sowie über eine kleine Sammlung neurochirurgischer Instrumente.

Archiv für Geschichte der deutschen Neurochirugie

Zuständigkeit: Prof. Dr. Hartmut Collmann, Neurochirurgische Universitäts-Klinik Würzburg

Die Sammlung umfasst Artikulatoren (Geräte, mit dessen Hilfe der/die Zahnärzte/innen und der/die Zahntechniker/in die Position von Oberkiefer zum Unterkiefer und deren Bisslage zueinander begutachten können) aus verschiedenen Jahrzehnten, von ca. 1840 bis heute. In einer Vitrine sind alle Geräte ausgestellt.

Zuständigkeit: Priv.-Doz. Dr. Nikolaos Nikitas Giannakopoulos, Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik

Das Institut für Rechtsmedizin hat eine kleine Sammlung von Asservaten, die Schlaglichter auf die lokale Kriminalitätsgeschichte werfen. Dazu zählen rechtsmedizinische Objekte aus dem 20. Jahrhundert wie Knochen, Feuchtpräparate und Tatwerkzeuge.

Zuständigkeit: Prof. Dr. Michael Bohnert

Es handelt sich hierbei um eine Zusammenstellung verschiedener opthalmologischer Instrumente, die als Exponate dienen. Aus früheren Beständen der Universitäts-Augenklinik zusammengestellt umfasst der Bestand Exponate aus dem 19. Jahrhundert bis zur 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Objekte sind u.a. Lupenbrillen, Hornhauttrepane, Hertel, Papillendistanzmesser, sie können im Foyer der Augenklinik in Schaukästen betrachtet werden.

Zuständigkeit: Regina Vornberger, Universitäts-Augenklinik Würzburg

Das Institut für Geschichte der Medizin verfügt über umfangreiche historische Bestände medizinischer Instrumente und Objekte. Historisch gewachsene Lehr- und Forschungssammlungen aus der Julius-Maximilians-Universität Würzburg werden wissenschaftlich bearbeitet und – ihrer Tradition folgend – wieder in der Lehre eingesetzt. Die "Chirurgische Sammlung der Universität Würzburg" besteht aus rund 800 chirurgischen Instrumenten, vorwiegend aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die "Sammlung der Universitätsfrauenklinik Würzburg" besteht aus 780 geburtshilflichen sowie chirurgischen Instrumenten und einer Sammlung aus gynäkologischen Wachsmoulagen. Dermatologische Instrumente stammen aus dem Nachlass des Würzburger Dermatologen Karl Zieler (1874-1945). Zudem ist eine umfangreiche Sammlung von Glasplattendias aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die ursprünglich in der Lehre eingesetzt worden waren, Teil des Bestandes.

Medizinhistorische Sammlung

Zuständigkeit: PD Dr. Karen Nolte; Dr. Sabine Schlegelmilch

Die Sammlung umfasst Standbücher der ehemaligen Station Schottmüller aus den Jahren 1934 bis 1993.

Zuständigkeit: Prof. Dr. H. Klinker, Universitätsklinikum Würzburg, Medizinische Klinik und Poliklinik II, Schwerpunkt Infektiologie

Sammlungsinformation: Die Sammlung umfasst 275 Wachsmoulagen, die Anfang des 20. Jahrhunderts zu den wichtigsten Lehrmitteln in der Dermatologie und Venerologie gehörten. Bis heute sind 187 Moulagen des Mouleurs Alfons Kröner (gest. 1937) und zahlreiche Moulagen von Otto Vogelbacher (1869-1943) aus Freiburg, Marcus Sommer (1845-1899) aus Sonnenberg und Fritz Kolbow (1873-1946) aus Berlin erhalten. Sie zeigen ein „naturgetreues“ Abbild von krankhaft veränderten Hautregionen. Chronische Infektionen der Haut, insbesondere verschiedene Formen der Hauttuberkulose und der Syphilis, machen einen wesentlichen Teil der Sammlung aus.

Die Sammlung wurde 2017 fachgerecht trocken gereinigt, in säurefreie Kartons verpackt und in einem neuen Archiv gelagert. Derzeit werden 60 Moulagen aus Mitteln für die Lehre der Medizinischen Fakultät und auf Klinikkosten für ihren Einsatz in der dermatologischen Lehre restauriert. Die Lehrsammlung ist nicht öffentlich zugänglich.

Zuständigkeit: Prof. Dr. Matthias Goebeler & Prof. Dr. Henning Hamm

Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Würzburg eine Sammlung pathologisch-anatomischer Präparate aufgebaut. Die Kataloge sowie Teile der Sammlung befinden sich im Bestand des Instituts und werden im großen Hörsaal und dessen Eingangsbereich in Vitrinen ausgestellt.

Medizinhistorisches Archiv, Schwerpunkt Pathologie

Zuständigkeit: Pathologisches Institut der Universität Würzburg / Bibliothek, Martina Nöth

Die Sammlung wurde von Prof. Dr. Arnulf Thiede zusammengetragen, um den Entwicklungsgang dieser Instrumente im Rahmen seiner Forschungen zur chirurgischen Naht zu dokumentieren. Sie zeigt die historische Entwicklung dieser Instrumente vom 20. Jh. bis in die Jetztzeit. 2004 wurde sie von der Chirurgie der Universitätsklinik ins Zentrum für Operative Medizin überführt. Sie beinhaltet historische Klammernahtgeräte für verschiedene Einsatzgebiete in der Viszeralchirurgie. Alle vorhandenen Objekte sind ausgestellt.

Historische chirurgische Klammernahtgeräte

Zuständigkeit: Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie, Zentrum für Operative Medizin Würzburg.

Kunst und Musik

Hervorgegangen aus dem Naturalienkabinett des Minoritenpaters Bonavita Blank, erhielt die damals bereits existierende universitäre Gemäldesammlung 1832 den Namen „Ästhetisches Attribut“. Untergebracht im Obergeschoss der Alten Universität, verzeichnete dieser Nukleus des späteren Kunstmuseums stetige Zuwächse. Die wichtigsten Stiftungen erfolgten durch den Kartäuserpater Benedikt Weber (1835), den Deutsch-Römer Martin von Wagner (1857) und den Professor für Ästhetik Franz Fröhlich (1862).

Seit 1963 befindet sich die Gemäldegalerie im zweiten Stock des Südflügels der Residenz. Sie beherbergt vor allem deutsche, niederländische und italienische Gemälde (u. a. von Gherardo Starnina, Hans Leonhard Schäufelein, Luca Cambiaso, Bartholomäus Spranger, Pieter Claesz, Jacob Jordaens, Luca Giordano, Gaspare Vanvitelli, Alessandro Magnasco, Januarius Zick, Giovanni Antonio Pellegrini, Matthäus Günther, Francesco Guardi, Giovanni Battista Tiepolo, Friedrich Overbeck, Carl Rottmann, Johann Wilhelm Schirmer, Max Liebermann, Willy Jaeckel, Hans Purrmann). Unter den in die Gemäldegalerie integrierten Skulpturen ragen die spätmittelalterlichen Werke Tilman Riemenschneiders und seiner Schule hervor, aber auch Alabasterstatuen der deutschen Spätrenaissance, plastische Werke des Klassizismus und expressionistische Tier- und Porträtplastik.

Gemäldegalerie

Zuständigkeit: Prof. Dr. Damian Dombrowski

Im gleichen Stock wie die Gemäldegalerie ist die Graphische Sammlung gelegen. Martin von Wagner hat in seinen langen römischen Jahren ca. 4.000 Zeichnungen italienischer Künstler vorwiegend der Renaissance und des Barock zusammengetragen. Darüber hinaus hatte er von seinem Vater, dem Hofbildhauer Peter Wagner, eine Sammlung von Zeichnungen wichtiger Würzburger Hofkünstler des 17. und 18. Jahrhunderts geerbt. Die heutige Graphische Sammlung besitzt trotz Kriegsverlusten ca. 16.000 Handzeichnungen und 14.000 Blatt Druckgraphik. Besonders wertvoll sind die Zeichnungen Federico Baroccis, auch der römische Hochbarock ist mit großen Namen vertreten. Eine Besonderheit sind die vielen Zeichnungen, die von Giovanni Battista Tiepolo in Würzburg zurückgelassen wurden. Die Druckgraphik glänzt mit nahezu kompletten Oeuvres, unter anderem von Albrecht Dürer und Bernhard Heisig.

Graphische Sammlung

Zuständigkeit: Prof. Dr. Damian Dombrowski

Am Institut für Musikforschung der Universität Würzburg befindet sich die Studiensammlung Musikinstrumente & Medien, sie dient in erster Linie dem Studium der Instrumentenkunde in der musikwissenschaftlichen Lehre. Sie umfasst ca. 350 europäische und außereuropäische Musik- und Klanginstrumente aus unterschiedlichen Stiftungen. Mit ihren Sammlungsschwerpunkten ist sie primäres Objekt der Auseinandersetzung für die Organologie der historischen Musikwissenschaft und der Ethnomusikologie. Eine Vertiefung in die Geschichte des europäischen Klavierbaus ermöglicht sie in gleicher Weise wie die mehrschichtige Beschreibung verschiedener europäischer und außereuropäischer Musikinstrumente. Ihre Aufgabe sieht die Sammlung hier in der Dokumentation, die mittels dieser virtuellen Präsenz so differenziert wie möglich betrieben werden soll. Die Studiensammlung wird sich künftig mit dem Schwerpunkt einer sich erweiternden Schallplattensammlung (derzeit ca. 30000 Einheiten) verstärkt auf eine Archäologie des Abspielmediums und des Sammelns von Musik als kultureller Praxis selbst konzentrieren. Die Sammlung ist momentan noch nicht zu Regelzeiten öffentlich zugänglich.

Studiensammlung Musikinstrumente und Medien

Zuständigkeit: Dr. Oliver Wiener (Kustos)

Zeit- und Kulturgeschichte

Die Papyrussammlung verdankt ihre Entstehung einer Spende des Mathematikers Friedrich Prym (1841-1915). Der 1900-1903 in Würzburg wirkende Althistoriker und -philologe Ulrich Wilcken (1862-1944) wurde dadurch in die Lage versetzt, über das Deutsche Papyruskartell in mehreren Ankäufen bis 1913 eine Forschungs- und Lehrsammlung für die Universität Würzburg aufzubauen. Der weitaus umfangreichste Teil der Sammlung (204 Papyri) besteht aus griechischen Urkunden, dazu kommen 5 griechische literarische Texte, sowie 3 koptische und 4 arabische Stücke. Die griechischen Urkunden reichen vom 3. Jh. v. Chr. bis in die arabische Zeit.

Papyrussammlung der Universitätsbibliothek Würzburg

Zuständigkeit: Dr. Hans-Günter Schmidt

Die Universität Würzburg besitzt seit dem 19. Jahrhundert in der Antikenabteilung des Martin von Wagner Museums eine kleine Sammlung altägyptischer Objekte, die in den 1980er und 1990er Jahren durch die Stiftung dreier großer Privatsammlungen stark vermehrt worden ist. Ein repräsentativer Querschnitt von gut 300 Objekten ist seit dem 4. Februar 2007 im Raum 2 der Antikenabteilung ausgestellt. Es sind ägyptische Kunstwerke von der Vor- und Frühgeschichte bis in die koptische Zeit zu sehen.

Die Ausstellung deckt somit die Kulturgeschichte Ägyptens über einen Zeitraum von rund 4000 Jahren ab. Besonders eindrucksvoll sind die vergoldeten Mumienmasken aus dem Fayum, von denen fünf die kunsthistorische Entwicklung dieser Objektgattung nachzeichnen. Auch der Bestand an Gefäßen aus Stein und Ton aus vier Jahrtausenden ist sehr beachtlich. Zu den typischen in der Ausstellung zu sehenden Grabobjekten gehören Uschebti-Figuren, Grabkegel und Mumienauflagen aus Kartonage und Amulette. Schriftzeugnisse in hieroglyphischer, hieratischer, demotischer, koptischer, griechischer und phönizischer Schrift runden die Sammlung ab.

Aegyptiaca in der Antikensammlung des Martin von Wagner Museums

Zuständigkeit: PD Dr. Jochen Griesbach (Direktor), Prof. Dr. Martin Stadler, Lehrstuhl für Ägyptologie (Sachverständiger)

Die vor allem aus Originalen der griechischen und italisch-römischen Kunst bestehende Sammlung geht im Kern auf Objektbestände aus dem Besitz Martin von Wagners (†1858) zurück. Dank seines Stiftungsvermögens konnte die Sammlung unter Karl Ludwig von Urlichs, gleichsam dem Begründer der Klassischen Archäologie an der Universität Würzburg, durch den Ankauf zahlreicher griechischer und etruskischer ‚Vasen’ (Sammlung Feoli) maßgeblich erweitert werden. Auf dem Gebiet der antiken Keramik 1500 v. Chr. – 300 n. Chr.) liegt seitdem der Schwerpunkt der Sammlung, die als drittgrößte ihrer Art in Deutschland einzustufen ist und weltweites Renommée genießt; insbesondere auch hinsichtlich ihrer seltenen Zeugnisse zur Kulturgeschichte des antiken Theaters.

Aus über hundert Steindenkmälern sind die aussagekräftigsten im sog. Marmorsaal zusammengestellt, darunter ein Kentaurenkopf vom Parthenon in Athen. Darüber hinaus beherbergt die Sammlung zahlreiche Objekte aus nahezu allen Gattungen antiker Kleinkunst: (figürliche) Terrakotten und Bronzen, Gläser und Glaspasten, Münzen und sogar Textilien. Eine umfassende Sammlung an Aegyptiaca (s. o.) und einigen Objekten der  ägäischen Bronzezeit sowie aus Zypern und dem Alten Orient kommt hinzu. Kulturgeschichtlich bildet die Antikensammlung einen Bogen vom späten 4. Jahrtausend v. Chr. bis ins 6. Jahrhundert n. Chr. ab; geographisch reichen die Provenienzen vom antiken Pakistan über die Mittelmeerwelt bis nach Mittelamerika.

Antikensammlung des Martin von Wagner Museums

Zuständigkeit: PD Dr. Jochen Griesbach (Direktor)

Die Sammlung befindet sich am Institut für Altertumswissenschaften und wurde 1989 von Professor Gernot Wilhelm als Lehrsammlung eingerichtet. Sie beinhaltet Keramiken, Abgüsse von Tontafeln und Abgüsse von Plastiken und altorientalischen Flachreliefs mit dem Schwerpunkt der Kulturgeschichte Vorderasiens vom 4. bis zum 1. Jahrhundert v. Chr.

Zuständigkeit: Prof. Dr. Daniel Schwemer, Lehrstuhl für Altorientalistik

Die Würzburger Forschungsstelle beherbergt Europas umfangreichste Sammlung von Schulwandbildern mit ca. 20.000 Originalen aus einem Zeitraum von 150 Jahren zu allen Unterrichtsfächern. Zur Forschungsstelle gehört eine Spezialbibliothek mit u.a. Lehrmittelzeitschriften, Begleitkommentaren und Verlagskatalogen.

Forschungsstelle Historische Bildmedien

Zuständigkeit: Dr. Ina Katharina Uphoff

Das Institut für Hochschulkunde an der Universität Würzburg vereint eine umfangreiche Forschungsbibliothek, mehrere Archive und breit gefächerte Sammlungen zu Fragestellungen der Universitäts-, Wissenschafts- und Studentengeschichte. Seine Geschichte reicht bis in das Jahr 1922 zurück, es existiert in seiner gegenwärtigen Form seit 1954. 2006 wurde das Institut zum An-Institut erhoben, damit ist es Teil der Universität Würzburg geworden, obgleich es finanziell hauptsächlich durch die Deutsche Gesellschaft für Hochschulkunde (DGfH) getragen wird. Seit Juli 2014 befindet es sich zusammen mit dem Universitätsarchiv und der Forschungsstelle Deutscher Orden in einem renovierten Gebäude auf dem Campus Nord. Das Institut für Hochschulkunde steht der allgemeinen Benutzung für Forschungszwecke zur Verfügung.

Institut für Hochschulkunde

Zuständigkeit: Prof. Dr. Matthias Stickler (wissenschaftlicher Leiter) & Dr. Michaela Neubert (Kustodin)

Am Pathologischen Institut der Universität Würzburg befindet sich eine Sammlung mit folgenden Objekten: die Sektionsprotokolle Rudolf Virchows aus seiner Würzburger Zeit, eine Vitrine mit "Devotionalien", d.h. Gegenständen mit dem Porträt Virchows (z.B. Bocksbeutel, Schokoladenbildchen, Zigarrenwerbung, Briefmarken), eine recht umfangreiche Sammlung von Fotos bzw. Porträts Virchows, sowie eine Literatursammlung (Bücher, Sonderdrucke, Zeitschriftenartikel, insgesamt knapp 1000) zu den Themen: Literatur von und über Rudolf Virchow, Geschichte der Würzburger Pathologie, Geschichte der Universität Würzburg, Geschichte der Pathologie allgemein, Geschichte der Pathologie, Nachrufe Pathologen und einige Einzelobjekte wie der Arbeitstisch Virchows.

Virchow-Archiv

Zuständigkeit: Martina Nöth