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Leben im Labor: Pharmazie an der Universität Würzburg

07/29/2026

Akbar verbringt während seines Pharmazie-Studiums an der Uni Würzburg viel Zeit im Labor. Er beschreibt seinen Weg ins Fach, wie Freundschaften ihm helfen und was er nach seinem Abschluss vorhat.

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Vor seinem Studium absolvierte Akbar eine Ausbildung in einer Apotheke. (Image: Martin Brandstätter)

“Jo Akbar, hast du Bock das auch zu machen?”

Diese einfach klingende aber doch so schwer zu beantwortende Frage meines Freundes Luca hat dazu geführt, dass ich jetzt an der Uni Würzburg Pharmazie studiere. Aber mal ganz von vorne: In der 11. Klasse mussten wir im Zuge der Berufsorientierung Workshops besuchen unter anderem war eins auch in der PTA Schule in Würzburg. (PTA = Pharmazeutisch-technische Assistenz). Das hat Luca und mir, so sehr gefallen, dass er dann mir eben diese Frage gestellt hat. Anfangs habe ich gezögert, weil Ausbildung einen “schlechteren” Ruf als ein Studium hat. Dass ich diesen Weg gewählt habe, war eindeutig eine Top-Entscheidung.

In der PTA-Schule haben die Lehrer mir immer gesagt: “Akbar du musst Pharmazie studieren.” An sich wäre ich mit der Ausbildung zufrieden gewesen, denn in der Apotheke gibt es ein gutes Gehalt, nette Kolleginnen und Kollegen sowie ständig Menschenkontakt. Aber etwas fehlte: Ich merkte, wie die Pharmaziestudenten im Praktikum (PhiP) so viel mehr pharmazeutisches Verständnis und Wissen mitbrachten als ich, der fertig mit der Ausbildung war. Also habe ich mich entschlossen zu studieren.

Pharmazie: Hohe Ansprüche und viel Zeit im Labor

Da Pharmazie ein Studiengang mit hohem NC (1,2 im Wintersemester und 1,6 im Sommersemester) ist, verbesserte ich meine Chancen aufgenommen zu werden: Ich machte einen Studierfähigkeitstest, den ich gut absolvierte und die Ausbildung gab mir auch einen Bonus auf das Abi. Ich wollte mich über Hochschulstart einschreiben, aber dann kam erst einmal der Schock: Die Bewerbungsfrist für Altabiturienten war abgelaufen. Zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass das Glück im Unglück war. Es hieß für mich also ein halbes Jahr bis zum nächsten Sommersemester zu warten.

Angekommen im Sommersemester 2024, gab es eine Vorstellungsrunde der Dozierenden und eine Aussage, die damals hart und zunächst unrealistisch klang, aber eine gewisse Wahrheit beinhaltete: „Das Studium ist hart, sie müssen sich für die Pharmazie interessieren und auch Zeit reinstecken. Im Schnitt fällt jeder Zweite durch einen Klausurversuch durch. Machen Sie sich nicht zu viele Freunde.”

Der Dozent hatte mit fast allem Recht: Ja, du musst dich dafür begeistern. Das Studium ist zeitintensiv, du stehst sehr lange im Labor an manchen Tagen von 8 bis 18 Uhr und versuchst das Gelernte wie beispielsweise die einzelnen Nachweise für die Ionen in die Tat umzusetzen. Diese Nachweise macht man, um herauszufinden, um welches Salz es sich handeln könnte. Du musst mit Frust umgehen können vor allem dann, wenn die Analyse oder Synthese nicht funktioniert hat.

Du lernst sehr viel für die vielen Klausuren, die auf einen Im Verlauf des Semesters zu kommen. In den Semesterferien bleibst du nicht verschont: Du hast entweder Kurse wie Cytologie und Histologie, pharmazeutische Biologie oder du absolvierst die Famulatur, also ein praktisches Ausbildungspraktikum.

Mit Freunden den Weg durch das Pharmazie-Studium bestreiten

Aber: Dass du nicht so viele Freunde machen solltest, war absolut falsch! Nur durch die guten Freunde, die ich gemacht habe, wird ein schlechter Labor-Tag zu einem guten, durch sie macht das Lernen Spaß. Mit Freunden schaffst du es durch das Studium.

So habe ich auch letztes Semester das erste Staatsexamen bestanden. Das Staatsexamen bestand aus Chemie, Biologie, Physik, Arzneiformenlehre und Analytik. In Würzburg sind wir sehr gut für das Staatsexamen vorbereitet, wir sind in der Regel immer in den Top 3 deutschlandweit

Anfangs viel Chemie und Biologie – dann pure Pharmazie

Bis zum vierten Semester habe ich mich gefragt, wann denn das Pharmazeutische kommt. Es fühlt sich lange wie ein Chemie- oder Biologie-Studium an. Im Hauptstudium, also ab dem fünften Semester, hat sich das geändert: Du lernst Arzneimittel und ihre Wirkung kennen, wie sie im Körper verstoffwechselt werden, wo genau diese im Körper angreifen oder weshalb es zu Interaktionen kommt. Ich kann es kaum erwarten mehr in den nächsten drei Semester zu erfahren!

Das Gute nach dem Studium: Mir stehen alle Türen offen. Ich muss nicht unbedingt in die öffentliche Apotheke als “Medikamentenverkäufer” oder in der Industrie arbeiten, denn so gut wie jede Branche sucht einen perfekt ausgebildeten Analysten und das sind wir als Pharmazeutinnen und Pharmazeuten.

Für mich steht fest, dass ich in die öffentliche Apotheke gehe. Die Beratung macht mir unglaublich Spaß, aber je mehr ich über die Pharmazie erfahre desto mehr interessieren mich auch die anderen Richtungen wie die Entwicklung von Arzneimitteln.

Abschließend lässt sich sagen: Ja du brauchst viel Interesse, Durchhaltevermögen und leider fallen viele durch einen Klausurversuch durch, aber du lernst hier Freunde fürs Leben kennen, die das Studium versüßen, und am Ende des Tages ist es mit Leuten die sich auch durchkämpfen halb so schwierig.

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By Akbar Korodowou