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Mineralogisches Museum

Gips

Gips (CaSO₄ · 2H₂O), auch unter dem Namen Gipsspat bekannt, ist wasserhaltiges Calciumsulfat und gehört zur Mineralklasse der Sulfate. Er kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und tritt häufig in tafelig bis prismatisch ausgebildeten Kristallen auf. Daneben kommen faserige, körnige oder massige Aggregate vor.

Reiner Gips ist farblos bis weiß und durchsichtig bis durchscheinend, kann durch Verunreinigungen jedoch auch grau, gelblich, rötlich oder braun gefärbt sein.

Mit einer Mohshärte von 2 gehört Gips zu den weichsten Mineralen und lässt sich problemlos mit dem Fingernagel ritzen. Besonders reine, feinkörnige und meist weiße Varietäten werden als Alabaster bezeichnet. Große, durchsichtige Kristalle sind als Marienglas bekannt. Eine weitere auffällige Erscheinungsform ist die sogenannte Wüstenrose, bei der rosettenartig angeordnete Gipskristalle unter Einschluss von Sandkörnern entstanden sind.

Bildung
Gips entsteht überwiegend als Evaporit infolge der Verdunstung salzhaltigen Wassers. In flachen Meeresbecken kann unter trockenem und warmem Klima die Verdunstung die Wasserzufuhr übersteigen. Dadurch erhöht sich die Konzentration der im Wasser gelösten Ionen, bis Minerale ausfallen und sich am Beckenboden ablagern. So können über lange Zeiträume mächtige Gips- und andere Evaporit- Schichten entstehen. Auch in der Nähe von Vulkanen kann man Gips finden, dieser wird direkt aus dem schwefelhaltigen vulkanischen Gas gebildet.
 

Das Mineral Gips wird vorgestellt von Robert Schäfer Bachelorstudent und studentische Hilfskräfte im Mineralogischen Museum

Vorkommen
Gips ist weltweit verbreitet, sowohl als Mineral als auch als Gestein. Große Gipsvorkommen finden sich unter anderem in den USA, im Iran, in China, Oman, der Türkei, Spanien, Mexiko, Kanada und Brasilien.
In Deutschland finden sich wirtschaftlich bedeutende Gipsvorkommen vor allem in Niedersachsen, Thüringen, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. Während in Nord- und Mitteldeutschland insbesondere mächtige Ablagerungen des Zechsteinmeeres vor 260 bis 250 Millionen Jahren von Bedeutung sind, befinden sich die wichtigsten süddeutschen Vorkommen in den triassischen Schichten des Mittleren Muschelkalks und des Mittleren Keupers. Besonders charakteristisch ist der sogenannte Gipskeuper.
Wichtige Abbauzentren in Franken liegen im Steigerwald, insbesondere im Raum Iphofen und Markt Einersheim, sowie bei Sulzheim und Bad Windsheim.

Verwendung
Gips findet vor allem in der Bauindustrie Verwendung. Gebrannter und gemahlener Gips dienen als Grundlage für Gipsputze, Stuckgips, Estriche und Spachtelmassen. Besonders bedeutend ist die Herstellung von Gipskarton- und Gipsfaserplatten, die im modernen Trocken- und Innenausbau verwendet werden. Weitere Einsatzgebiete finden sich bei keramischen Formteilen, sowie als Zusatzstoff bei der Zementherstellung.In der Medizin wird er traditionell für Gipsverbände und zur Herstellung von Abformungen eingesetzt. In der Zahnmedizin und Zahntechnik dient hochreiner Gips zur Herstellung präziser Modelle.
Gips spielt auch in der Kunst eine wichtige Rolle und dient seit der Antike insbesondere zur Herstellung von Skulpturen, Abgüssen, Reliefs und Stuckarbeiten.