Intern
Mineralogisches Museum

Lithiumglimmer

Lithium ist zu einem zentralen Rohstoff für die Energiewende geworden. Ob in Elektroautos, stationären Stromspeichern oder Smartphones: Die heute dominierenden Batterietypen beruhen meist auf Lithiumverbindungen wie Lithiumcarbonat oder Lithiumhydroxid. Während häufig das Mineral Spodumen oder lithiumreiche Salzseen im Fokus stehen, geraten zunehmend auch weniger bekannte Lithiumträger in den Blick, darunter die Glimmerminerale Lepidolith und Zinnwaldit.

Beide Minerale gehören zur Gruppe der Schichtsilikate. Lepidolith ist meist hellviolett bis rosafarben und kann hohe Lithiumgehalte erreichen. Zinnwaldit erscheint dunkler, ist eisenreicher und enthält neben Lithium oft erhöhte Fluorgehalte. Sein Lithiumanteil ist im Durchschnitt etwas geringer als der von Lepidolith, dafür tritt Zinnwaldit häufig vergesellschaftet mit Zinn- und Wolframmineralen auf.

Die Minerale Lepidolith und Zinnwaldit werden vorgestellt von Nina Hiby und Julian Blau, studentische Hilfkräfte im MIneralogischen Museum.

Bildungsorte
Geologisch kommen Lepidolith und Zinnwaldit vor allem in Granit-Pegmatiten vor. Zinnwaldit kann darüber hinaus auch unter hochtemperierten hydrothermalen Bedingungen entstehen. Entsprechend sind ihre Vorkommen an bestimmte Regionen und Lagerstättentypen gebunden.

Vorkommen
Lepidolith kommt weltweit vor, unter anderem in Brasilien, China und Teilen Afrikas. In China werden lepidolithreiche Granite bereits industriell zur Lithiumgewinnung genutzt. Zinnwaldit-Lagerstätten spielen dagegen vor allem in Mitteleuropa eine Rolle, insbesondere im deutsch-tschechischen Grenzgebiet. Ein klassisches europäisches Beispiel ist das Gebiet Zinnwald/Cínovec im Erzgebirge, aus dem auch die ausgestellten Stufen stammen.