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Mineralogisches Museum

Okenit

Das wasserhaltige Calcium-Silikat Okenit wurde erstmals auf der Disko-Insel in Grönland gefunden und nach dem deutschen Naturforscher Lorenz Oken (1779-1851) benannt. Nach dessen Fund wurde er als Varietät des Faser-Zeoliths in der akade-mischen Sammlung in München aufbewahrt. Okenit weist tatsächlich einige Gemeinsamkeiten mit den Zeolithen auf. So wird er häufig in Verbindung mit Vertretern der Zeolith-Gruppe gefunden. Außerdem kann er sehr viele Wassermoleküle in seine Kristallstruktur aufnehmen, welche er bei Erhitzen genauso wieder abgeben kann. Anders als die Zeolithe (aus dem Griechischen= „siedender Stein“), schmilzt dieser dabei aber nicht zu einer weißen Glasperle, sondern wird durch die Dehydration zu dem Mineral Wollastonit (Ca3[Si3O9]) umgewan-delt. Durch weitere Versuche, die die Härte, die Dichte, sowie sein Verhalten mit dem Lötrohr und Säuren untersuchten, konnte gezeigt werden, dass Okenit kein Zeolith ist. Stattdessen wird er heute als eine Übergangsstruktur zwischen Ketten- und Schichtsilikaten angesehen.

Aufgrund seiner Seltenheit findet sich Okenit vor allem in Mineralsammlungen. Wollastonit, der durch Erhitzen des Okenits entstehen kann, dient als Rohmaterial für Hochtemperatur-keramik, als Füllstoff in Plastik und aufgrund seiner geringen Gesundheitsgefährdung als Asbest-Ersatz.

Fundort: Poona, Indien                                                               Standort: Vitirne "Mineral im Quartal"

Literatur:                                                                                                Gard, J. A. and Taylor, H. F. (1956)   Okenite and nekoire (a new mineral). Mineralogical Magazine, 31, 5-20.                                       Merlino, S. (1983)   Okenite, CaroSirsO4'6 18H2O:t he first example of a chain and sheet silicate. American Mineralogist, Volume 68, pages 614-622                                                www.mindat.org/min-2967.html

Das Mineral bildet feine, nadelförmige bis blattartige Kristalle aus. Die strahlenförmige Anordnung der feinen Kristalle lässt sie wie kleine Schneebälle aussehen. Auch sind sie nicht so hart, wie man es von einem Mineral erwarten würde, sondern fühlen sich so weich an wie Wattebäuschen.

Okenit ist dort zu finden, wo magmatische Prozesse statt-gefunden haben. Innerhalb von Hohlräumen oder Klüften magmatischer Gesteine (v.a. Basalte) wird er als sogenanntes Kontaktmineral aus hydrothermalen Fluiden gebildet, die auskristallisieren. Durch Synthesen und Stabilitätsunter-suchungen weiß man, dass sich das Calciumsilicathydrat(CSH)-Mineral in einem Temperaturbereich zwischen 160—250°C unter hydrothermalen Bedingungen bildet. Neben Temperatur und Druck hat auch das Ausgangsverhältnis von CaO: SiO2 einen gewissen Einfluss bei der Bildung.

Minerale, die häufig in Verbindung mit Okenit gefunden werden, sind Gyrolith, Prehnit, sowie Vertreter der Zeolithgruppe.

Fundort: Bombay, Indien                                                                     Standort: Vitrine "Mineral im Quartal"

Das Mineral Okenit wird vorgestellt von Marlene Schneider, Bachelor-Studentin und studentische Mitarbeiterin im Mineralogischen Museum