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Von Würzburg in die Antarktis: Führung neu denken

13.04.2026

Alumna Katharina F. Heil berichtet von ihrem Weg in internationale Forschungsnetzwerke – und wie eine Expedition in die Antarktis ihren Blick auf Führung, Zusammenarbeit und Verantwortung nachhaltig verändert hat.

Katharina F. Heil mit Ausblick auf die wunderschöne Natur. (Bild: Katharina F. Heil)

Katharina F. Heil ist Programmmanagerin und arbeitet an der Schnittstelle von Wissenschaft, Organisation und Menschen innerhalb einer internationalen Forschungsinfrastruktur/Research Infrastrukture. Sie ist bei ELIXIR tätig, der Europäischen Forschungs Infrastruktur für Lebenswissenschaften ("life sciences"), wo sie strategische Programme und verteilte Gemeinschaften/ein Netzwerk in mehr als 20 Ländern unterstützt.

Mit einem Hintergrund in interdisziplinärer Forschung und Erfahrung in europäischen und internationalen Organisationen konzentriert sich Katharinas Arbeit darauf, Zusammenarbeit zu fördern, operative Prozesse zu verbessern und Teams dabei zu unterstützen, in komplexen Umgebungen effektiv zu arbeiten.

Sie ist Alumna des Homeward-Bound-Führungsprogramms für Frauen und nicht-binäre Personen in STEMM (Naturwissenschaften, Technologie, Ingenieurwesen, Mathematik und Medizin) und nahm Anfang 2025 an der Antarktis-Expedition des Programms teil.

Diese Erfahrung hat ihr Interesse an reflektierter und inklusiver Führung sowie an der Idee gestärkt, dass effektive Führung oft bedeutet, einen Schritt zurückzutreten, um Raum für andere und für funktionierende Systeme zu schaffen - und gleichzeitig zu realisieren dass wir alle von unserer aktuellen Position führen können. 


Drei Wochen, um die Art von Führung zu leben und zu üben, die meine Mitstreiterinnen des Homeward Bound #HBTransform Programms und ich in dieser Welt sehen möchten.

Die Antarktis zu erleben war eine einmalige Gelegenheit. Ich bin zutiefst dankbar für diese Erfahrung, für all das Gelernte und für mein stetig wachsendes Netzwerk, das damit verbunden ist.

Ich wurde 2020, im ersten Jahr der COVID-19-Pandemie, als Teilnehmerin der 6. Homeward Bound Kohorte ausgewählt. Dieses einjährige Leadership-Programm für Frauen und nicht-binäre Personen in den MINTM-Disziplinen (“STEMM”) wurde für mich zu einer wertvollen Möglichkeit, in eine Führungsrolle hineinzuwachsen und, noch wichtiger, zu beginnen, daran zu glauben, dass ich eine Führungspersönlichkeit bin: genau dort, wo ich bin, jeden Tag.

Ich habe mich voll und ganz verpflichtet, sowohl dem einjährigen Online-Programm als auch den damit verbundenen Kosten. Und wie so oft ging das Leben weiter: Wir wurden Eltern, und Anfang 2024 habe ich mein Commitment erneuert und mich angemeldet, für, was als die letzte Homeward Bound Expedition in die Antarktis geplant war.

Hat es sich gelohnt? Absolut und ich schöpfe bis heute Energie aus dieser Erfahrung.

War die Antarktis überwältigend? Ja, aber mehr noch war sie Lehrerin und Möglichmacherin.

Wie lässt sich das nun mit Würzburg verbinden?

In der Vorbereitungsphase der Reise habe ich eine Fundraising-Kampagne gestartet. Auch das war ein Lernprozess: sichtbar zu werden, mich als Multiplikatorin zu positionieren und meine Netzwerke aktiv einzubinden. Eine der Anfragen richtete ich an das Würzburger Alumni-Team, und ich habe mich sehr darüber gefreut, dass sie mich unterstützt haben.

Eine zentrale Erkenntnis aus dieser Zeit ist, dass Unterstützung viele Formen annehmen kann, und dass es Menschen gibt, die an mich und meine Ziele glauben. Mit dieser Unterstützung ging auch ein Gefühl von Verantwortung einher. Zeitweise habe ich mich gefragt, ob ich den Erwartungen gerecht werden kann, und ob ich dies rechtzeitig schaffen würde.

Diese Gedanken führten zu offenen und ehrlichen Gesprächen, die wiederum wertvolle Lernmomente waren. Sie haben meinen Glauben daran gestärkt, dass wir, wenn wir Räume für echten Austausch schaffen, andere mitnehmen können, und gemeinsam Dinge voranbringen und Veränderungen gestalten.

Man könnte sagen, dass die Julius-Maximilians-Universität Würzburg mich „nur“ während der 2,5 bis 3 Jahre meines Bachelorstudiums direkt geprägt hat, und doch hat sie entscheidend dazu beigetragen, wer ich heute bin. Sie hat mir Möglichkeiten gegeben, Verantwortung zu übernehmen (die Leitung des damaligen Arbeitskreis Internationales), Freundschaften fürs Leben entstehen lassen und die Grundlage für meinen weiteren beruflichen Weg gelegt.

Über die Jahre hinweg habe ich meine positiven Erfahrungen mit Würzburg weitergegeben und andere dazu ermutigt, ähnliche Wege zu gehen. Umso bedeutungsvoller war es für mich, diese Unterstützung, viele Jahre später, zurückzuerhalten.

Ich bin sehr dankbar dafür und freue mich darauf, weiterhin in Verbindung zu bleiben, vielleicht beginnend mit dem kommenden 15-jährigen Jubiläum meines Studienabschlusses, an dem ich sehr gerne persönlich teilnehmen möchte.

Geben, zurückgeben und sich gegenseitig unterstützen – das sind Werte, die mir besonders am Herzen liegen.

Vielen Dank, dass Sie Teil dieser Reise sind, meine Gedanken teilen und zu einem fortlaufenden Prozess von Wachstum, Verbundenheit und lebenslangem Lernen beitragen.

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