Uni Würzburg ist Mitorganisator von Europaprojekt
12.05.2026Zum fünften Mal brachte die European Student Assembly engagierte Studierende und Alumni aus ganz Europa zusammen – das Alumni-Büro der JMU Würzburg war als Mitorganisator mit dabei.
Die European Student Assembly (ESA) fand am 20. – 22. April 2026 in Strasbourg statt. Über 300 Studierende haben sich in acht Panels für die Zukunft von Europa eingesetzt und in drei Tagen über 80 Recommendations zur Stärkung der Demokratie formuliert.
Unter den über 300 Studierenden war auch Felicia Müller aus Würzburg. Sie studiert im Master Political and Social Studies (PSS) an der Universität Würzburg und wir haben ihr ein paar Fragen stellen dürfen.
Zitat Felicia Müller: "ESA ist ein Ort, an dem junge Studierende aus ganz Europa zusammenkommen, gemeinsam diskutieren und sich miteinander vernetzen. Es ist ein Raum, der den europäischen Austausch politischer Ideen ermöglicht und vielfältige Perspektiven zusammenbringt."
Was ist denn überhaupt ESA? Vielleicht kannst du es mit deinen Worten beschreiben.
Ich würde sagen, ESA ist ein Ort, wo Menschen aus europäischen und außereuropäischen Nationen zusammen überlegen, welche Gesetzgebungen für Europa hilfreich wären und was man wirklich verändern kann.
Hier kommen viele junge Menschen zusammen, die Lust haben etwas zu verändern, ambitioniert sind und aus ganz unterschiedlichen wissenschaftlichen Backgrounds kommen. Das ist unglaublich wertvoll in der Diskussion und der Ausarbeitung.
Was hat dich dazu motiviert an ESA teilzunehmen?
Ich habe selbst schon viel europäischen Austausch durch mein Erasmus-Semester erlebt. Ich halte das in Zeiten wie diesen, in denen Europa nicht mehr selbstverständlich ist und die Freiheit auf Reisen und Meinungsfreiheit abnimmt, für sehr wichtig. Es ist sinnvoll, dass man sich an solchen Formaten wie ESA beteiligt, sich kennenlernt und gemeinsam Barrieren abbaut.
Was studierst du denn? Hat dir die ‚ESA-Erfahrung‘ etwas für dein Studium mitgegeben?
Ich habe im Bachelor Soziale Arbeit studiert und jetzt im Master mache ich Political and Social Studies mit Nachhaltigkeitsfokus. Das ist auch der Grund, warum ich das Panel 2—"Scaling the circular economy“ gewählt habe. Hier ging es um Nachhaltigkeit Kreislaufwirtschaft, was ja in Deutschland und auch in meinem Studium eine sehr große Rolle spielt.
Es hat mir auch noch einmal gezeigt, wie lange politische Prozesse tatsächlich brauchen und wie viel Diskussion mit politischen Prozessen verbunden ist. Ich finde, es ist wichtig, dass auch mal praktisch zu erfahren und nicht nur theoretisch im Studium zu besprechen, wie es auf allen Regierungsebenen funktioniert.
Wie ist das mit dem Leute kennenlernen? Hast du Freundschaften geschlossen?
Wir haben uns über die letzten drei Monaten online getroffen und die Gesetzgebungstexte geschrieben - da war der Kontakt noch sehr distanziert; manchmal war es auch schwer, gemeinsam Termine zu finden. Aber hier vor Ort war es ganz anders: Sich zu sehen, miteinander zu sprechen und zwischendurch auch mal Zeit zu haben, sich über andere Themen auszutauschen - da habe ich auf jeden Fall ein, zwei Freundschaften geschlossen.
Was nimmst du für die Zukunft von ESA mit?
Ich würde sagen, dass europäische Gesetzbebungsverfahren sehr kompliziert sind. Es ist unglaublich wichtig, bei der Ausarbeitung der Recommendations genau zu gucken, dass es an schon existierende Sachverhalte anknüpft, denn es gibt schon sehr viel, dass sich die EU als Ideen gesetzt hat und umsetzen will. Daran kann man sehr gut anbauen. Mein Hauptlearning ist, mir genau anzugucken, was es schon gibt und was man verbessern kann.
Zu guter Letzt, hast du eine Nachricht an zukünftige ESA Participants?
Just go for it! Es ist eine tolle Erfahrung. Los geht’s!
Der European Student Assembly ging eine mehrmonatige Vorbereitungsphase voraus, in der die Teilnehmenden bereits intensiv in ihren Panels zusammenarbeiteten und sich mit aktuellen europäischen Fragestellungen auseinandersetzten. Ziel war es, gemeinsam konkrete Recommendations zu gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen in Europa zu entwickeln.
Ergänzt wurde das Programm durch verschiedene Workshops und Inputs: Unser Alumnus Markus Städler aus Brüssel führte mit rund 150 Studierenden ein Training zu den EU-Institutionen durch und vermittelte Einblicke in europäische Entscheidungsprozesse.
Darüber hinaus berichtete ein Vertreter der Europäische Kommission aus der beruflichen Praxis und gab den Teilnehmenden einen direkten Einblick in die Arbeit auf europäischer Ebene.

