„Ein technisches Wunderwerk“: Warum Kardiologe Professor Dr. med. Dr. med. habil. Peter Deeg sein Herz an die Kardiologie verloren hat
22.09.2026Alumnus Professor Dr. med. Dr. med. habil. Peter Deeg verbrachten einen Teil seiner wissenschaftlichen und klinischen Laufbahn am Universitätsklinikum Würzburg und war als Kardiologe an der Universitätsklinik maßgeblich an der Einführung moderner Herzkatheterdiagnostik beteiligt
Herr Professor Deeg, was lieben Sie besonders an Ihrem Beruf?
Daß ich bis in mein hohes Alter diesen Beruf ausüben kann und Patienten versorgen darf. Ich empfinde dies als großes Geschenk.
Was macht das Organ ‚Herz‘ aus Ihrer Sicht so besonders (neben den Funktionen) und warum haben Sie sich auf dieses Organ spezialisiert?
Das Herz ist von der Funktion eine Pumpe mit vier Klappen. Vergleicht man das Herz mit einer technischen Pumpe so kann man die Leistung des Herzens nur bewundern. Das Herz des Menschen leistet pro Minute ca. 60 bis 80 Schläge in Ruhe, pro Tag 100 000 Schläge und pro Jahr ca..40 Millionen Schläge.
Im Laufe von 80 Lebensjahren leistet das Herz etwa 2,5,bis 3,3 Milliarden Schläge. Es gibt meines Wissens kein technisches System, das eine derartige Leistung über so viele Jahrzehnte zustande bringt.
Zur Kardiologie kam ich durch den Leiter der Abteilung Kardiologie an der Medizinischen Universitätsklinik in Würzburg, der mein Interesse an der Kardiologie weckte und mir eine Assistentenstelle gab. Als ich in die kardiologische Abteilung eintrat, befand sich die Kardiologie in einer rasanten Entwicklungsphase von der rein konservativen und nicht invasiven Diagnostik und Therapie hin zu einer kathetergestützten invasiven Diagnostik und operativen Therapie. Ich hatte die Chance diese Entwicklung an der Medizinischen Universitätsklinik mitzugestalten.
Sie ziehen sich bis Ende des Jahres aus der Leitung Ihrer Klinik zurück, bzw. haben sie dann vollständig an Ihre Tochter übergeben. Was ist das für ein Gefühl nach einem solch langen Berufsleben
Es ist für mich ein gutes Gefühl ,dass die nächste Generation nach entsprechender Ausbildung die Verantwortung für die Klinik übernimmt, deren Entstehung auf meine Großeltern zurückgeht.
Dürfen wir Sie für Ihre Pläne für die Zeit ‚danach‘ fragen – sie dienen vielleicht als Inspiration für andere Alumni?
Mein verstorbener Lehrer und Freund Karl Heinz Weis ,ehemaliger Ordinarius für Anästhesie an der Universitätsklinik Würzburg, hat mir geraten „gib nicht auf ,arbeite weiter“. Diesem Rat folge ich. Ich laufe in der Woche zwischen 30 und 40 km um körperlich fit zu bleiben und ich lese, lerne, schreibe und stehe mit meiner Erfahrung in angemessener Weise für die Patienten weiterhin zur Verfügung.

