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Community Meldung

An der Ideeninsel: Neue Pflanzung einer Rosmarinhecke vor der Mensateria

17.09.2026

Duftender Neuzugang vor der Mensateria: Der Botanische Garten wächst!

Gestern gab es pflanzlichen Zuwachs auf dem Campus: Direkt vor der Mensateria wurde eine neue Rosmarinhecke gepflanzt. Sie soll nicht nur gut aussehen und duften, sondern in Zukunft auch eine wichtige Rolle für die heimische Tierwelt spielen.

Das Wichtigste für den Start

  • Anwachsen: Damit die jungen Pflanzen kräftige Wurzeln schlagen, müssen sie in den kommenden Tagen ein paar Mal gut angegossen werden.

  • Selbstversorger: Hat sich die Hecke erst einmal eingelebt, kommt sie komplett alleine zurecht und ist sogar unempfindlich gegenüber Trockenheit.

  • Insektenparadies: Sobald die Rosmarinhecke blüht, verwandelt sie sich in eine echte Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten.

Ein Blick hinter die Kulissen: Was macht eigentlich ein Kustos?

Wir haben Gerd Vogg befraft: 

Gerd, wie würdest Du Deine Arbeit einem Laien beschreiben? 

Als Kustos des Botanischen Gartens bin ich primär für die Sammlungen – mit den lebenden Pflanzen und dem Herbarium – und deren Dokumentation (Datenbank) zuständig. Neben der exakten Etikettierung der Pflanzen gehört auch dazu, dass immer wieder Pflanzen nachbestimmt werden müssen.

Aber auch die Präsentation und die Beschreibung der Pflanzen im Garten und bei Ausstellungen gehört dazu. Das sind dann die Highlights meiner Arbeit, wenn eine neue Abteilung angelegt wird. Das Entwerfen von Infotafeln und Flyern hängt ebenfalls damit zusammen. Auch das öffentliche Programm mit Führungen, Vorträgen, Workshops und eben Ausstellungen gehört zu meinem Verantwortungsbereich. Zur Öffentlichkeitsarbeit, die ich eher als öffentliche Bildungsarbeit bezeichne, gehört auch die Pressearbeit und mittlerweile auch Social Media (Instagram).

Und dann bin ich natürlich auch Dozent an der Uni und darf den Studierenden die Welt der Botanik näherbringen. Für meine Arbeit brauche ich eine tiefreichende Artenkenntnis. Und die möchte ich auch an unsere Studierenden vermitteln.

Was liebst Du besonders an Deiner Arbeit? 

Die Vielfalt der Tätigkeiten und die Vielfalt der Zielgruppen, mit denen ich zu tun habe: Das sind Studierende in den Lehrveranstaltungen, der Austausch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, mit denen wir kooperieren, unsere Gärtnerinnen und Gärtner bei Planungen aber auch im alltäglichen Arbeitsablauf, Schulklassen und Lehrkräfte, aber auch die interessierte Öffentlichkeit.

Jeder Tag läuft anders und das liebe ich. Ich darf an einem Ort arbeiten, den andere in ihrer Freizeit besuchen.

Warum sind Botanische Gärten wichtig für eine Universität (und warum sollte man sie besuchen)? 

Botanische Gärten sind wie Museen. Wir haben umfangreiche Sammlungen, aber mit lebenden Pflanzen. In unserem Botanischen Garten kultivieren wir über 9000 verschiedene Pflanzenarten aus der ganzen Welt.

Unser Botanischer Garten ist in vielen Bereichen aktiv: universitäre Lehre, Unterstützung der Forschung, öffentliche Bildungsarbeit für viele Zielgruppen. Gerade die Arbeit mit den Schulklassen sehe ich als Nachwuchsgenerierung: Aufzeigen, wie wichtig Pflanzen sind, aber auch wie notwendig (fächerübergreifende) Forschung ist. Aber wir sind auch aktiv im Artenschutz tätig mit Erhaltungskulturen seltener und bedrohter Arten. Wir sind auch Ausbildungsstandort für Junggärtner:innen.

Und wir sind nicht zuletzt ein Schaufenster der Universität, das ganzjährig zugänglich ist. Diese Bedeutung (auch mit unserem öffentlichen Veranstaltungsprogramm) würde ich für das Bild einer Universität in der Gesellschaft nicht unterschätzen.

Und zu guter Letzt: Was ist Deine Lieblingspflanze und warum?

Das ist eine sehr schwierige Frage. Das ändert sich immer wieder, je nachdem, womit ich mich beschäftige. Aber alle Pflanzen haben etwas Faszinierendes, wenn man sich mit ihnen beschäftigt.

Aber auch das ist eine wichtige Aufgabe, die ich für alle Botanischen Gärten sehe: Pflanzen werden oftmals gar nicht wahrgenommen. Da spricht man von der Plant Blindness. Dabei leben wir von den Pflanzen. Ohne Pflanzen könnten wir nicht existieren. Und diese Bedeutung wollen wir als Botanischer Garten natürlich auch vermitteln. Das ist mir sehr wichtig.

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