1,9 Millionen Euro für die Quanten-Zukunft in Würzburg
17.08.20261,9 Millionen Euro für die Quantenzukunft: Physiker Dr. Johannes Mitscherling entschlüsselt in Würzburg die Geheimnisse von Kristallen für die Quantenmaterialien von morgen.
Neue Phänomene in Kristallen mit Quantengeometrie verstehen und vorhersagen. Auf dieses Ziel arbeitet Dr. Johannes Mitscherling hin. Er baut seit dem 1. August 2026 an der Universität Würzburg eine neue Emmy-Noether-Gruppe auf. Zusammen mit seinem Team wird der theoretische Festkörperphysiker neuartige Quantenmaterialien und die damit verbundenen Phänomene untersuchen. Bevor er nach Würzburg kam, forschte er am Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme in Dresden.
In Würzburg verfolgt seine Gruppe ein ambitioniertes Ziel: Sie möchte eine vollständige geometrische Klassifizierung der Wellenfunktionen für kristalline Systeme entwickeln. „Damit werden wir viel genauer vorhersagen können, welche neuartigen Materialien am vielversprechendsten zum Beispiel für Photovoltaik sind und wie sich ihre Eigenschaften durch äußere Einflüsse, etwa Druck oder Licht, gezielt hervorrufen und steuern lassen.“
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Arbeit von Dr. Mitscherling und seiner Gruppe in den kommenden sechs Jahren mit knapp 1,9 Millionen Euro. Mit dem Emmy-Noether-Programm ermöglicht die DFG herausragenden Forschenden, sich schon früh in ihrer Karriere durch die Leitung einer eigenen Forschungsgruppe für eine Hochschulprofessur zu qualifizieren.
In Würzburg wird die neue Gruppe eng mit Forschenden der Physik und des Würzburg-Dresdener Exzellenzclusters ctd.qmat kooperieren.
Werdegang des neuen Gruppenleiters
Johannes Mitscherling, Jahrgang 1991, ist in Mönchengladbach aufgewachsen. Ab 2011 studierte er Physik an der RWTH Aachen. Während eines Erasmus-Aufenthalts in Paris und im Rahmen seiner Masterarbeit am Forschungszentrum Jülich spezialisierte er sich auf die theoretische Festkörperphysik. Für seine Doktorarbeit wechselte der Wissenschaftler 2016 an das Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart, wo er 2021 seine Promotion mit „summa cum laude“ abschloss.
Für seine ersten Ideen zur Quantengeometrie erhielt Johannes Mitscherling das Walter-Benjamin-Stipendium der DFG und das Postdoc-Stipendium der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Die Förderung ermöglichte es ihm, von 2022 bis 2024 als Leopoldina-Postdoktorand an der University of California in Berkeley, USA, zu forschen. Im Anschluss kehrte er nach Deutschland an das Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme in Dresden zurück. Dort warb er erfolgreich die Förderung für seine Emmy-Noether-Gruppe ein.
Mehr zur Forschung von Dr. Johannes Mitscherling: https://www.uni-wuerzburg.de/aktuelles/pressemitteilungen/single/news/noethergruppe-mitscherling/

