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SoulMate meets Digital Religion im DigiPhil der Universität Würzburg

23.01.2026

SoulMate im DigiPhil: Globale Perspektiven auf Companion-Technologien

Im Dezember durfte das SoulMate-Projekt Dr. Heidi Campbell (Texas A\&M University) und Dr. Pauline Cheong (Arizona State University) im DigiPhil begrüßen. In einem interdisziplinären Workshop informierten die kommunikations-, religions- und sozialwissenschaftlichen Betrachtungen der Professorinnen das SoulMate-Projektteam sowie Studierende der Religionspädagogik und Human-Computer-Interaction. Anschließend, führten die Teilnehmenden einen Diskurs über die Gestaltung und Implikationen von Companion-Technologien anhand drei ausgewählter Beispiele.

Lightning Talks von Dr. Campbell und Dr. Cheong

Dr. Heidi Campbell betonte die wachsende Verwebung von Religion und Digitalität. Analoge und digitale Räume verschmelzen zunehmend. Dadurch verschieben sich Gemeinschaftszugehörigkeiten von physisch gebundenen Gruppen  zu digital vernetzten, örtlich ungebundenen Individuen. Außerdem verlagert sich die Autorität klerikaler Führungsrollen sowie die zuvor gemeinschaftlich rhythmisierte Organisation spiritueller und religiöser Pratiken auf individualisierte, datengetriebene Verfahren. Dr. Campbell referenziert dabei auf technische Geräte wie den Oura-Ring oder das Muse-Stirnband.

Dr. Pauline Cheong rückte die Herausforderungen und Grenzen der technologischen Entwicklung sozialer Roboter und spiritueller Chatbots in den Mittelpunkt. Die Interaktion zwischen Menschen und Maschine verläuft in der Realität weniger reibungslos. Besonders sich autonom bewegende Roboter benötigen fortlaufende menschliche Umsorgung, da sie an Stufen und Schwellen hängen bleiben oder an die Ladestation müssen. Auch der Interaktion mit Chatbots, die explizit für spirituelle Unterhaltungen entwickelt wurden, begegnen die Nutzende mit anfänglicher Zurückhaltung in der Tiefe der angeschnittenen Gesprächsthemen. Dr. Cheong fasst zusammen, dass die Interaktion und das erdachte autonome Zusammenwirken mit Technologie sich als komplexer sozialer Prozess erweisen.

Beide Impulsvorträge verdeutlichen, dass Companion-Technologien gemeinschaftliche, spirituelle und religiöse Praktiken transformieren.

Betrachtung bestehender Technologien und Eigenschaften begleitender Technologien

Ausgangspunkt für die nachfolgende Diskussion der Teilnehmenden waren drei Technologie-Beispiele: ein digitaler Begleiter für Senioren mit dem Namen [ElliQ](https://elliq.com/), eine chatbasierte Interaktion mit den Schriften von Konfuzius entwickelt von [DeepDiscourse.com](https://deepdiscourse.com/) und eine Lampe mit eigener Schlaf-Agenda für die Nutzenden (https://dl.acm.org/doi/10.1145/3325277). Die Teilnehmenden sammelten und diskutierten den Nutzen und dieser begleitenden Technologie. Dabei wurden Fragen zur Ersetzbarkeit menschlicher gemeinschaftlicher Interaktion, zur Gestaltungshoheit und zur Kontextsensitivität der Technologien aufgeworfen. Die Diskussion offenbarte ambivalente Zukunftsbilder zwischen Effizienzsteigerung und emotionaler Abhängigkeit. Sie fordert eine umsichtige Haltung bei der Gestaltung zukünftiger, begleitender Technologien.

Danksagung

Wir danken der Förderung im Rahmen der "Förderrunde 2025 des Kompetenzzentrums für digitales Lehren und Lernen (DigiLLabs@JMU)", ohne die dieser interdisziplinäre Workshop nicht hätte stattfinden können. Außerdem danken wir der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) für die Projektfinanzierung des SoulMate-Projekts (Projekt Nummer 2024-614-0666, mit Prof. Ilona Nord, Prof. Jörn Hurtienne, Dr. Jens Palkowitsch-Kühl).

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