KI-gestützte Analyse mit MAXQDA: Neue Perspektiven für die qualitative Forschung
07.01.2026Wie kann KI die qualitative Datenanalyse unterstützen – und wo liegen ihre Grenzen? Diese Fragen standen im Zentrum zweier Workshops von Andre Morgenstern-Einenkel, die von DigiLLabs@JMU gefördert wurden.
Wie können KI-Funktionen die qualitative Datenanalyse unterstützen? Welche Chancen und Grenzen ergeben sich für die Arbeit mit komplexen Textdaten? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die beiden Workshops von Dipl.-Sozialwissenschaftler Andre Morgenstern-Einenkel, die im November im Rahmen der Förderrunde des Kompetenzzentrums für digitales Lehren und Lernen stattfanden und von dem Lehrstuhl Grundschulpädagogik und -didaktik organisiert wurden.
Im Mittelpunkt stand die Integration von AI Assist in MAXQDA – einem Zusatzmodul, das auf großen Sprachmodellen basiert und die qualitative Forschung um neue Möglichkeiten erweitert. Nach einer Einführung in die Funktionsweise und die datenschutzrechtlichen Aspekte des Tools ging es um die Frage, wie KI-gestützte Funktionen sinnvoll in Forschungsprozesse eingebunden werden können. Hierzu wurde zunächst auf die Exploration der Daten mit AI Assist eingegangen, um anschließend auf die Codierung und Analyse überzuleiten.
- Exploration der Daten mit AI Assist: Die Teilnehmenden erhielten zunächst einen Überblick über die Bandbreite der Anwendungsmöglichkeiten: Dokumente oder Textausschnitte automatisch zusammenfassen, Begriffe erklären, Fragen direkt im Chat mit dem Dokument klären – all das kann die Exploration von Daten erheblich erleichtern.
- Codierung der Daten mit AI Assist: Im nächsten Schritt wurde die Codierung thematisiert. AI Assist kann datenbasierte Codes vorschlagen, Textausschnitte paraphrasieren und so die induktive Codebildung unterstützen. Auch die Generierung von Subcodes und erste Schritte in Richtung automatisierter Codierung wurden praktisch erprobt.
- Analyse der Daten mit AI Assist: Schließlich rückte die Analyse in den Fokus. Mit Funktionen wie der Zusammenfassung von Paraphrasen, dem Erstellen von Code-Summarys oder dem Chat mit codierten Segmenten lassen sich interpretative Fragen effizient bearbeiten. Die Teilnehmenden diskutierten dabei kritisch, wie KI-gestützte Werkzeuge die eigene Analysearbeit ergänzen können, ohne die notwendige wissenschaftliche Reflexion zu ersetzen.
Die Workshops machten deutlich: KI kann die qualitative Forschung nicht automatisieren, aber sie kann Prozesse beschleunigen, neue Perspektiven eröffnen und die Arbeit mit umfangreichen Datenbeständen erleichtern. Die gewonnenen methodischen Impulse sollen künftig in die Forschungsarbeiten einfließen und dabei unterstützen, digitale Werkzeuge kompetent und reflektiert einzusetzen.
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