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Würzburger Altertumswissenschaftliches Zentrum

Nur ein veraltetes Buch? Die Entstehung und Rezeption des Druckwerks Déscription de l'Égypt, 1798-1822

12/04/2014

Gastvortrag von Dr. Ulrike Fauerbach, Zürich am Donnerstag, dem 4. Dezember 2014 um 18.15 Uhr im Lehrstuhl für Ägyptologie in der Residenz, 1. Etage

Als die französische Armee am 19. Mai 1798 in Toulon Anker lichtete, ahnten nur die wenigsten der über 150 Mitglieder des mitreisenden wissenschaftlichen Corps das Ziel: ÄGYPTEN. Kaum ein Zeitgenosse hatte jemals in seinem Leben die Möglichkeit, dieses Land zu bereisen, welches die europäischen Phantasien schon so lange beschäftigte. Es dauerte vierundzwanzig Jahre, bis das dort gesammelte Material vollständig gedruckt vorlag. Das ruinös teure Werk war für ein halbes Jahrhundert das Referenzwerk der Ägyptologie, beeinflusste aber darüber hinaus auch die Bau- und Kunststile seiner Zeit.

Während die französische Forschung das monumentale Druckwerk als Ruhmestat feiert, wird es im deutschsprachigen Raum primär als ein fehlerbehaftetes Buch betrachtet, das bereits mit der Entzifferung der Hieroglyphen 1822 überholt war. Die Entstehungsgeschichte des Werks – von der Feldskizze bis zur Buchbindung – gibt Einblicke in die sprunghafte Entwicklung von Dokumentations- und Drucktechnik zu Beginn des langen 19. Jahrhunderts.

Die Verfolgung einzelner Motive, die in der Description de l’Égypte zum ersten Mal abgebildet und in der Folge auffallend häufig republiziert wurden, führt vor Augen, welch immense Wirkung das Monumentalwerk entfaltete, dessen Forschungsinhalte in manchen Bereichen erst im 21. Jahrhundert überholt wurden.

 

Alle ägyptologischen Vorträge können wir dank der freundlichen Unterstützung des Ägyptologie-Forums Würzburg e.V. anbieten.

 

 

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