Bewältigung extremer Textmengen mit Künstlicher Intelligenz - Erfahrungen aus der politikwissenschaftlichen Lehre
Projektziel: Testen, wie gut LLMs große Textmengen so verarbeiten können, dass sie für das Studium schnell und hochwertig verwertbar sind.
Status: bis 12/2025

Vorhaben
Im Bachelorstudium erweist sich die Rezeption theoretisch und empirisch anspruchsvoller Literatur als zentrale Hürde, wenn Studierende über keine systematischen Methoden der Texterschließung verfügen. Gleichzeitig eröffnen digitale Technologien und KI-gestützte Ansätze neue Möglichkeiten, um Lernprozesse adaptiv zu gestalten und wissenschaftliche Inhalte tiefgehender zu erschließen.
Das Projekt begegnet dieser Problematik durch die digitale Bereitstellung zentraler Monografien zu jeder Sitzung, also eine gezielte Überladung des Lerninhalts, die durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz bewältigt werden kann. Die Studierenden werden in Seminaren gezielt angeleitet, sich mithilfe Künstlicher Intelligenz systematisch mit den Texten auseinanderzusetzen, zentrale Argumentationsstrukturen zu identifizieren und dessen Inhalte kritisch zu reflektieren. Zu jeder Seminareinheit erhalten sie spezifische, auf den Text abgestimmte Aufgabenstellungen, die Analyse- und Argumentationsfähigkeiten fördern sollen.
Das Projekt folgt dem Prinzip des forschenden Lernens, das Studierende als aktive Akteure und Akteurinnen des eigenen Lernens versteht. Die Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte erfordert in der Politikwissenschaft analytisches Textverständnis, kritische Reflexion und die Fähigkeit, theoretische Konzepte auf konkrete politische Phänomene anzuwenden.
Theoretisch verortet sich der Ansatz in der kognitivistischen Lernpsychologie, v.a. im Konzept des „scaffolded learning“ (Wood, Bruner & Ross, 1976), das Lernende durch adaptive Unterstützung gezielt auf ein höheres Kompetenzniveau hebt. Die KI fungiert dabei als eine Form des „intelligenten Scaffolding“, indem sie Studierenden hilft, zentrale Begriffe und Argumentationslinien zu identifizieren, semantische Netzwerke zu erkennen und Argumentationen nachzuvollziehen.
Das Konzept wird in politikwissenschaftlichen Seminaren implementiert und ist aufgrund seiner methodischen Struktur interdisziplinär anschlussfähig.
Verschiedene LLM.