SoSe 26 Themenwochen: Under Pressure. Über Demokratie, Vertrauen und Öffentlichkeit.
Gruppe macht glücklich. Soziale Identität als Resilienzfaktor
Vortrag von Prof. Dr. Frank Decker
(Politikwissenschaftler an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)
29.04.2026 um 18:15 Uhr im Audimax
Anrechenbar für GSiK für die Zusatzqualifikation "Interkulturelle Kompetenz" in den Bereichen B und C.
Darum geht's
Demokratie ist sowohl eine Staats- und Regierungsform als auch eine gesellschaftliche Lebensform. In beiden Bereichen gerät sie heute zunehmend unter Druck. Der Demokratiediskurs konzentriert sich deshalb vorrangig darauf, wie die Demokratie gegen ihre Feinde geschützt, wie sie "resilienter" gemacht werden kann. Daneben sollte es aber auch darum gehen, sie zu erweitern und zu verbessern. Dabei geht es zum einen um die Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger und zum anderen um effektive Problemösungen.
Frank Decker ist seit 2001 Professor für Politikwissenschaft am Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, wo er von 2004 bis 2008 als geschäftsführender Direktor des Instituts fungierte. Seit 2011 ist er außerdem wissenschaftlicher Leiter der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik (BAPP). Zuvor war er als Wissenschaftlicher Assistent an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg tätig, wo er 1993 promovierte und 1999 habilitierte. Frank Decker forscht vor allem zu den Themen Rechtspopulismus, Parteiensysteme, Regierungsinstitutionen und Demokratiereform. Zu diesen Themen publizierte er zahlreiche Bücher sowie Aufsätze in führenden politikwissenschaftlichen Fachzeitschriften und Sammelbänden. Er ist regelmäßig als Experte in Medien und öffentlichen Debatten präsent. 2023 wurde er mit dem Otto-Kirchheimer-Preis für seine herausragenden Verdienste in der Parteien- und Demokratieforschung ausgezeichnet.
Digitale Demokratiegefahren: Radikalisierung im Netz am Beispiel der Mannosphäre
Vortrag von Sina Laubenstein (Politikwissenschaftlerin)
10.06.2025 um 18:15 Uhr im Audimax
Anrechenbar für GSiK für die Zusatzqualifikation "Interkulturelle Kompetenz" in den Bereichen B und C.
Darum geht's
Der Vortrag setzt sich mit Online-Radikalisierung, Desinformation und digitaler Gewalt als zentralen Herausforderungen für demokratische Gesellschaften auseinander. Am Beispiel der Mannosphäre wird gezeigt, wie sich radikale und frauenfeindliche Ideologien in digitalen Netzwerken verbreiten, welche Rolle Plattformen und Plattformstrukturen dabei spielen und wie diese Dynamiken den demokratischen Alltag beeinflussen – von öffentlichen Debatten über politische Partizipation bis hin zur Sicherheit von Betroffenen digitaler Gewalt. Abschließend werden zentrale Fragen zu Prävention, Regulierung und zivilgesellschaftlichen Gegenstrategien diskutiert.
Sina Laubenstein ist Projektleiterin der Koalition zur Bekämpfung von Online-Antisemitismus beim Institute for Strategic Dialogue (ISD) in Berlin. Zuvor leitete sie ab 2020 das Projekt „Die Würde des Menschen ist unhassbar – No Hate Speech" bei den Neuen deutschen Medienmacher*innen, wo sie die Europarats-Initiative „No Hate Speech Movement" in Deutschland koordinierte und sich auf das Empowerment von Betroffenen digitaler Gewalt konzentrierte. Seit November 2021 ist sie zudem Teil der Gesellschaft für Freiheitsrechte, wo sie im Projekt zum Digitalen Gewaltschutz mitwirkt. Darüber hinaus hat sie den Business Council for Democracy mit aufgebaut und setzt dort Trainings zu digitalen Gefahren in Unternehmen um. Laubenstein studierte Politikwissenschaft an der Universität Mannheim (B.A.) sowie Global Studies and Societal Change an der Malmö University (M.A.). Als freie Referentin, Speakerin und Autorin beschäftigt sie sich schwerpunktmäßig mit den Themen Digitale Zivilcourage, Hass und Extremismus im Netz sowie digitale Gewalt. Sie steht in engem Austausch mit Akteur*innen aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft und berät diese national wie international in ihren Strategien zum Umgang mit Hass im Netz.
