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Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz

»Liberté, Diversité, Queerité«? Christopher Street Day und Gay Pride-Aktivitäten in Zeiten politischer Polarisierung

Datum: 18.04.2026, 10:00 - 18:00 Uhr
Kategorie: Demokratie & soziale Gerechtigkeit, Kulturen & deren Begegnung, Feminismus & Gender, Rassismus & Diskriminierung, Zusatzqualifikation Interkulturelle Kompetenz, C, D, Seminar, Blockseminare
Ort: Hubland Süd, Geb. PH1 (Philosophiegebäude), Übungsraum 12
Veranstalter: Europäische Ethnologie/Empirische Kulturwissenschaft // Fachbereich: Ethnologie
Vortragende: Dr. Peter Hörz

Inhalt

Die Geschichte des Christopher Street Days (CSD) wird oft als Erfolgsgeschichte geschrieben: Zunächst innerhalb der ›Bewegung‹ umstritten (Dobler/Rimmele, 2008; Shepard 2005) sind die Pride-Paraden längst Fixpunkte in den Terminkalendern von Menschen, die sich als Teil der LGBTQ*-›community‹ verstehen oder deren Anliegen Sympathie entgegenbringen. Und dies sind viele: Über Jahre meldeten Veranstaltende von Paraden und Pride-Festivals jährlich neue Besuchendenrekorde, und zuletzt hat die Pride-Idee auch in kleineren Städten, ja sogar in Dörfern, Fuß gefasst. In München, wo die Teilnehmenden der ersten Parade im Jahre 1980 nach Ende des Umzugs problemlos Platz im Biergarten am Chinesischen Turm gefunden hatten, zog der CSD 2025 eine Viertelmillion Menschen an. Und wollte sich auf derlei Veranstaltungen anfänglich kein*e Politiker*in blicken lassen, so suchen heute sogar Repräsentant*innen politischer Parteien des Mitte-Rechts-Spektrums eine Annäherung an den CSD, etwa mit eigenen Wagen oder Infoständen. Es scheint als seien LGBTQ*-Anliegen in der Mitte der Gesellschaft angekommen – einerseits. Andererseits ist jüngst viel Gegenwind zu verzeichnen: Bundestagspräsidentin Julia Glöckner untersagte 2025 Mitarbeitenden des Bundestags auf dem Berliner CSD eine eigene als solche gekennzeichnete Formation zu bilden und wollte keine Regenbogenflagge vor dem Bundestag gehisst sehen. Bundeskanzler Friedrich Merz kommentierte dies dahingehend, dass der Bundestag kein Zirkuszelt sei und provozierte damit einen Aufschrei in LGBTQ*-Kontexten. Vielerorts in Europa wurden 2024 und 2025 zudem Regenbogenfahnen beschädigt, entfernt, verbrannt. Zugleich häuften sich jüngst queerfeindliche Gegendemonstrationen und gewalttätige Übergriffe gegen Besuchende von Pride-Veranstaltungen. Ungewollt und unterwartet erleben Pride-Aktivitäten damit eine Repolitisierung. Denn während Teile des Regenbogenspektrums vor einigen Jahren noch monierten, dass die Veranstaltungen zu sinnentleerten Partys verkämen, geraten Paraden und Feste aktuell immer mehr zu Akten kollektiver queerer Selbstbehauptung.  
Ausgehend von einer (auch historischen) Untersuchung des Konzeptes von Gay Pride als prototypische Form »vergnügter Protest[e]« (Betz 2016) werden im Rahmen der Lehrveranstaltung aktuelle Diskussionen um das Konzept und seine Ausführung in Paraden und Festivals sowie die dort vermittelten politischen Botschaften eines multiperspektivischen und transdisziplinären Blicks unterzogen. Integraler Teil der Lehrveranstaltung ist die konkrete Auseinandersetzung mit dem Würzburger CSD – etwa in Gestalt beobachtender Teilnahme im Kontext des Events selbst und Gesprächen mit Aktivist*innen.

 

Organisatorisches

Sa 18.04.2026 10:00 - 18:00
Fr 08.05.2026 14:00 - 19:00
Fr 29.05.2026 14:00 - 19:00
Sa 27.06.2026 10:00 - 18:00

 

 

Weitere Infos und Anmeldung auf WueStudy.

Anrechenbar für die Zusatzqualifikation "Interkulturelle Kompetenz" in dem Bereich C, D.

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