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Peter Bofinger in der Rentenkommission

08.01.2026

Der Würzburger Wirtschaftswissenschaftler Peter Bofinger ist Mitglied der von der Bundesregierung eingesetzten Rentenkommission. Die Kommission soll Vorschläge für Reformen in der Alterssicherung erarbeiten.

Peter Bofinger ist Seniorprofessor für Volkswirtschaftslehre, Geld und internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Universität Würzburg. (Bild: Jörg Fuchs)

Kaum ein Thema wird derzeit in Medien und Bundestag so intensiv diskutiert wie die Zukunft der Rentenversicherung in Deutschland. Um Antworten auf diese Frage zu finden, hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) eine neue „Alterssicherungskommission“ eingesetzt. Den entsprechenden Beschluss fasste das Bundeskabinett am 17. Dezember.

Die 13-köpfige Kommission nimmt im Januar ihre Arbeit auf und soll bis Ende des zweiten Quartals 2026 Reformvorschläge für ein nachhaltiges und generationengerechtes Rentensystem vorlegen. Acht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehören dem Gremium an, darunter der Volkswirtschaftler Peter Bofinger von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Wir haben ein Interview mit Professor Bofinger geführt.


Peter, warum war es wichtig, dass die Bundesregierung diese Kommission einberufen hat?

Das System der Gesetzlichen Rentenversicherung ist im Prinzip eine geniale Erfindung. Indem man als Aktiver in das System einbezahlt, erhält man als Rentner eine Beteiligung am Humankapital des Landes. Doch aufgrund sinkender Geburtenraten, einer längeren Lebenserwartung und des Eintritts der Nachkriegsgeneration („Boomer“) ist dieses System in eine Schieflage geraten. Diese gilt es so zu beheben, dass es zu einem fairen Ausgleich zwischen den Generationen kommt.

Was hat Dich zu Deinem Engagement in der neuen Rentenkommission motiviert?

Eine angemessene Absicherung im Alter ist ein zentrales Element unserer Sozialen Markwirtschaft. Hier gute Lösungen zu finden, ist eine anspruchsvolle, aber zugleich auch politisch enorm wichtige Aufgabe.

Welche Deiner Erfahrungen und Kenntnisse werden besonders hilfreich sein für die Arbeit in der Kommission?

Ich habe mich in meiner Tätigkeit beim Sachverständigenrat, aber auch danach, immer wieder intensiv mit Fragen der Alterssicherung befasst.

Was werden aus Deiner Sicht die größten Herausforderungen bzw. die größten Chancen sein, die aus der Arbeit der neuen Kommission erwachsen?

Die Regierung hat für die Rentenkommission ein gutes Team zusammengestellt. Das ist eine große Chance. Die Herausforderung besteht darin, anstelle von Nullsummen-Lösungen („Alte versus Junge“)  Lösungsansätze zu finden, die für alle Beteiligten neue Perspektiven eröffnen.


Weitere Mitglieder der Kommission sind:

  • Die beiden Vorsitzenden, Prof. Dr. Constanze Janda und Frank-Jürgen Weise
  • Drei stellvertretende Vorsitzende aus den Reihen des Deutschen Bundestags: Annika Klose (SPD), Dr. Florian Dorn (CSU) und Pascal Reddig (CDU)
  • Sowie die wissenschaftlichen Mitglieder Prof. Dr. Tabea Bucher-Koenen, Prof. Dr. Georg Cremer, Prof. Dr. Camille Logeay, Dr. Monika Queisser, Prof. Jörg Rocholl, Prof. Dr. Silke Übelmesser und Prof. Dr. Martin Werding.

„Die Kommission soll ihre Beschlüsse im Konsens fassen“, heißt es im Beschlusspapier des Koalitionsausschusses. „Bei Meinungsverschiedenheiten ist ein Mehrheitsbeschluss möglich.“

Pressetext von Lutz Ziegler und Interview von Michaela Thiel

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