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    Schülerschaft mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

    Studie SFGE II

    Die Einbindung der Schülerschaft mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in ein sich inklusiv entwickelndes, allgemeines Bildungssystem stellt eine zentrale bildungspolitische Herausforderung dar. Derzeit besuchen in Bayern 84% dieser Schülerinnen und Schüler das Förderzentrum geistige Entwicklung (FzgE), 10% eine Partnerklasse, 1% eine Tandemklasse und 5% werden einzeln inkludiert (Landesamt für Statistik, 2016; Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, 2017). Damit liegt der Integrationsanteil von 6% (Bayern) deutlich unter dem anderer Förderschwerpunkte (Dworschak, 2017). Um fundiert über die Entwicklung zukünftiger schulischer Strukturen für diese Schülerinnen- und Schülergruppe entscheiden zu können, ist es notwendig, über aktuelle und detaillierte Informationen hinsichtlich ihrer unterschiedlichen Ausgangsbedingungen, Kompetenzen und Unterstützungsbedarfe zu verfügen.

    Ziel der Studie SFGE II ist die repräsentative und empirische Erhebung von schulisch relevanten Ausgangsbedingungen, Kompetenzen und Unterstützungsbedarfen der Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in Bayern anhand verschiedener Forschungsschwerpunkte. Daneben steht die Beschreibung möglicher Entwicklungen und Veränderungen der Schülerschaft in den vergangenen zehn Jahren im Fokus von SFGE II. Die Daten aus der Studie SFGE II ermöglichen einen erheblichen pädagogisch-wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn in folgenden Bereichen:

    • Bildungspolitik: Die repräsentativen und empirischen Daten über die Lernvoraussetzungen und Unterstützungsbedarfe der Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung ermöglichen fundierte Entscheidungen. Dies betrifft sowohl die inklusive Schulsituation für diese Kinder und Jugendlichen als auch die Entwicklung der Förderzentren mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung.
    • Die inhaltliche Gestaltung der verschiedenen (Lehramts-)Ausbildungsabschnitte kann besser auf die individuellen Bedürfnisse und Lernprofile der Schülerinnen und Schüler abgestimmt werden.
    • Forschungsfragen können näher an den tatsächlichen Bedarfslagen formuliert werden.
    • Schulentwicklung kann an den aktuellen Entwicklungen orientiert konzeptionell besser gestaltet werden.

    • Die inhaltlichen Bereiche aus SFGE I haben sich als hoch bedeutsam erwiesen und werden daher beibehalten, zum Teil methodisch weiterentwickelt, um aktuellen wissenschaftlichen Theorien gerecht zu werden.
    • Der Fokus der Studie wird auf die Vielfalt schulischer Bildungsorte hin erweitert, um die inklusiven Entwicklungen in Bayern zu berücksichtigen.
    • In SFGE II werden neben den Lehrerinnen und Lehrern auch die Erziehungsberechtigen der Schülerinnen und Schüler in die Befragung miteinbezogen. Dies ermöglicht nicht nur einen mehrperspektivischen Zugang und damit aussagekräftigere Daten, sondern auch eine Entlastung der Lehrkräfte.
    • Ein Follow-Up eröffnet erstmals die Möglichkeit quasi-längsschnittliche Daten über den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung zu generieren. Da diese Schülerinnen- und Schülergruppe in keiner der bundesdeutschen bzw. bayerischen Panel- bzw. Bildungsstudien berücksichtigt ist, bedarf es hier einer eigenen Forschungsbemühung.