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Mineralogisches Museum

Labradorit

Labradorit mit schillernden Farben. Video: Marc Ehrlich

Der farbig schillernde Labradorit gehört zu den Natrium-Calcium-Feldspäten, der sogenannten Plagioklas Mischkristallreihe. Er hat eine Mohshärte von 6 bis 6,5 und zeichnet sich besonders durch sein charakteristisches Farbschillern aus, das man auch Labradoreszenz nennt. Der Name kommt von dem ersten Fundort des Minerals: einer Halbinsel im Nordosten Kanadas namens Labrador. Dort wurde er zuerst im Jahre 1770 von dem tsche­chischen Missionar Pater Adolph entdeckt.
Labradorit kommt vor allem in Kanada, der Ukraine, Finnland, Norwegen und Madagaskar vor. Er bildet sich meist aus bis zu 1200°C heißen Magmen und kommt dann gesteinsbildend in mafischen Pluto­niten und Vulka­niten, wie Gabbro, Basalt und Anorthosit vor. Labradorit findet man auch im metamorphen Gestein Amphibolit.

Obwohl der Labradorit schwer zu verarbeiten ist, wird er aufgrund seines besonderen Farbenspiels gerne als Schmuckstein verwendet. Gerade auf po­lierten Oberflächen kommt dieser Effekt besonders gut zum Vorschein.

Fundort:   Madagaskar
Standort: Vitrine "Mineral im Quartal" (Juli bis September 2023)

Das Mineral Labradorit wird vorgestellt von Clara Großmann, Bachelor und LA Studentin und studentische Hilfskraft im Mineralogischen Museum.

Wieso erscheint Labradorit in schillernden Farben?

Labradorit kristallisiert als Natrium-Calcium Mischkristall aus einer Gesteinsschmelze. Während der Abkühlung trennen sich der Natriumreiche Albit und der Calciumreiche Anorthit und bilden jeweils submikroskopisch dünne Lamellen aus. Diese Entmischungslamellen sind die Ursache für das farbige Schillern. Das Licht wird zum Teil direkt an der Grenzschicht zweier Lamellen unterschiedlicher Zusammen­setzung reflek­tiert. Zum anderen Teil wird es gebrochen und an der nächsten Grenz- schicht wieder reflektiert. Dabei legt das Licht unterschiedliche Wege zurück: den Gangunterschied, der von der Dicke der Lamellen, dem Brechungsindex und dem Einfallswinkel abhängt. Durch die Welleneigenschaften des Lichts kommt es dabei zur Überlagerung, das heißt zur Interferenz der Lichtwellen.  Je nach Wellenlänge ist die Interferenz dabei konstruktiv oder destruktiv. Manche Farben des ursprünglich weißen Lichts werden also dadurch verstärkt und andere ausgelöscht.

Um den Effekt beobachten zu können muss das Licht in bestimmten Einfallswinkeln auf das Mineral fallen. Aus verschiedenen Winkeln betrachtet sieht man unterschiedliche Farben.

Weißes Licht, wie das Licht der Sonne, setzt sich aus unterschiedlichen Farben zusammen. Trifft ein Lichtstrahl auf ein anderes Medium, wird er gebro­chen. Dabei wird das Licht je nach Farbe unter­schiedlich stark gebrochen. Durch ein Prisma lässt sich also das Licht in seine verschiedenen Farben aufspalten. Rot wird am wenigsten gebrochen, blau und violett am stärksten.

Beschreibt man Licht als Wellen,Ein Bild, das Design enthält. Automatisch generierte Beschreibung
dann ent­sprechen
die verschiedenen Farben
verschiedenen Wellenlängen.