»Sex. Sex. Sex.«!? Sexualitäten, Körper und Geschlechter als Gegenstände in Kultur- und Sozialwissenschaften
| Date: | 04/17/2026, 2:00 PM - 7:00 PM |
| Category: | Feminismus & Gender, Zusatzqualifikation Interkulturelle Kompetenz, C, Seminar, Blockseminare |
| Location: | Hubland Süd, Geb. PH1 (Philosophiegebäude), Übungsraum 12 |
| Organizer: | Europäische Ethnologie/Empirische Kulturwissenschaft // Fachbereich: Ethnologie |
| Speaker: | Dr. Peter Hörz |
Inhalte
Ende 2022 wurde dem Fach Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie/Empirische Kulturwissenschaft ein Sammelband beschert, der der Disziplin im doppelten Sinne der Redewendung ›gerade noch gefehlt‹ hat: Erschienen als extra dicke Ausgabe des »Hamburger Journals für Kulturanthropologie« (15, 2022) verhandelt die Anthologie auf fast 550 Seiten aktuelle Themenstellungen, die dem Aufmerksamkeit weckenden Titel »Sex. Sex. Sex.« mehr als gerecht werden. Völlig überraschend kam das Buch nicht, denn ein gutes Jahr vor seinem Erscheinen fand eine Online-Tagung unter dem gleichen Motto statt. Bemerkenswert sind daran zweierlei miteinander verknüpfte Aspekte: Zum einen das Faktum, dass es überhaupt zu Tagung und Buch kam. Zum anderen, dass Tagung und Sammelband, von minimalen Ausnahmen abgesehen, von Studierenden getragen bzw. produziert wurden. Bislang nämlich gab sich das Fach auf dem Gebiet der Sexualitäten eher zurückhaltend, und keine der Fachgesellschaften des deutschsprachigen Raumes hatte es jemals zu einer größeren Tagung mit vergleichbarer Themensetzung gebracht. Bedurfte es des Muts von Studierenden, um dies zu leisten? Ein wenig scheint es so, auch wenn nicht unerwähnt bleiben kann, dass sich verschiedene universitäre Fachstandorte und dem Fach verbundene Museen in den letzten Jahren hinsichtlich der Thematisierung von Sexualitäten, Körpern und Geschlechtern geöffnet haben. Somit kommen Sex(ualität)en im Fach durchaus vor – aber nicht immer, nicht überall, oft sparsam dosiert und definitiv nicht als Querschnittsthema. Das Glas ist allenfalls zur Hälfte gefüllt! Die Lehrveranstaltung nimmt das Erscheinen von »Sex. Sex. Sex.« zum Anlass das halbvolle Glas zu ergreifen, seinen Inhalt eines näheren Blicks zu unterziehen und nach den Gründen für die Vorbehalte gegenüber als ›delikat‹ empfundenen Themenstellungen zu fragen. Gefragt wird weiter, fachhistorisch, weshalb die ›alte Volkskunde‹ – anders als die ›alte Völkerkunde‹ und andere kulturwissenschaftliche Fächer – Sexualitäten weitgehend ausblendete und was mit den (sehr wenigen) Ansätzen einer volkskundlichen Sexualforschung (und jenen, die sie entwickelten) geschah. Gefragt wird, unter themenpolitischen Gesichtspunkten, nach Chancen, Risiken und Nebenwirkungen der Wahl ›heikler‹ Forschungsgegenstände und danach worin die gesellschaftspolitische Relevanz der kultur- und sozialwissenschaftlicher Beforschung über Sexualitäten bestehen könnte. Nicht zuletzt soll die Frage verhandelt werden welchen Gewinn die Wissenschaften davon haben könnten, Sexualtäten zum Querschnittsthema zu machen.
Organisatorisches
Veranstaltungstermine:
| Fr. 17.04.2026 | 14:00 - 19:00 |
| Sa. 09.05.2026 | 10:00 - 18:00 |
| Sa. 30.05.2026 | 10:00 - 18:00 |
| Fr. 26.06.2026 | 14:00 - 19:00 |
Weitere Infos und Anmeldung auf WueStudy.
Anrechenbar für die Zusatzqualifikation "Interkulturelle Kompetenz" in dem Bereich C.
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