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Disziplinarakte Friedrich/Fritz Bauer

Am Faschingsdienstag, dem 17. Februar 1885 verteilten vier Studenten der Universität Würzburg gelbe Zettel mit dem Spottgedicht „Das hohe Lied vom Storch“. Es richtete sich an den Studienrektor Anton Miller. Darin bestritten die Verfasser die Fähigkeit des Studienrektors, sein Amt rechtmäßig auszuführen. Angeklagt und verurteilt wurden Friedrich Bauer, Alfred Fränkel, Georg Kleinschnitz und Michael Müller. In der ‚Diziplinar-Erkenntnis’ vom 7. März 1885 wurden Friedrich Bauer und seine Mittäter zu je einer Einzel-Karzerhaft von drei Tagen verurteilt. Friedrich Bauer (1865-1936) hinterließ als Fritz an der westlichen Wand im Karzer diese Inschrift:

Drei Tage musste ich im Karzer brummen,
Weil unverblühmt die Wahrheit ich vertreten.
Doch werd ich drum nicht um Verzeihung beten
Und werde furchtsam nimmermehr verstummen,
Wo Ungebühr und Falschheit sich vermummen,
Dass schwer zu sehn des Truggewebes Fäden.
Da kann ich nimmer schweigen, muss ich reden,
Da schweigen nur die Feigen, Schwachen, Dummen.
Gerechtigkeit und Wahrheit zur erstreben,
Nicht lichtscheu in der Finsternis zu leben
Und vor dem hellen Lichtstrahl zu erbeben,
Das schrieb ich unentwegt auf meine Fahne,
Mit der ich muthig, stark den Weg mir bahne
Durch Trug und Hass, Verleumdung und Schikane.

Fritz Bauer, cand. phil.
18. III. (März) 1885

Anlass für das Spottgedicht gab wohl eine Affäre um die Schulgeldermäßigung der Söhne des königlichen Regierungspräsidenten Graf Friedrich von Luxburg. Hierzu veröffentlichte Anton Miller in der Neuen Würzburger Zeitung am 7. Dezember 1884 eine Gegendarstellung.

Fritz Bauer studierte von WS 1884/85 bis WS 1886/87 am Philologischen Institut in Würzburg. 1897 trat er als Assistent der Universitätsbibliothek in den Staatsdienst ein. Als Staatsoberbibliothekar an der Universität Würzburg war Dr. Fritz Bauer bis zu seiner Pensionierung 1930 tätig.

(UAWü, ARS 2849)

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