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    Connected Teacher Education (CoTeach)

    AP4: Medienkompetenzen in inklusiven Grundschulklassen

     

    Aus der zunehmenden Digitalisierung aller Lebensbereiche und den damit verbundenen Transformationsprozessen resultiert die Frage, in welcher Form eine Auseinandersetzung mit digitalen Medien bereits in der inklusiven Grund- und Förderschule erfolgen kann. Der Anspruch an Medienbildung im Primarbereich ist mit der Zielsetzung verbunden, Kinder individuell so zu unterstützen, dass sie in einer von Medien geprägten Welt sachgerecht, selbstbestimmt, kreativ und verantwortlich handeln können (Herzig 2007; Tulodziecki 2019). Dabei kommt Lehrkräften eine oder auch die zentrale Rolle zu, da sie nicht nur über eigene medienbezogene Kompetenzen, sondern auch über didaktische Konzepte verfügen müssen. Ziel ist es, digitale Medien pädagogisch sinnvoll im Unterricht einzubinden und so auf die mit der Mediensozialisation verbundenen Bildungs- und Erziehungsaufgaben aller Kinder, unabhängig von ihrem Unterstützungsbedarf, zu reagieren.

    Um dem Forschungsdesiderat der theoriebasierten Entwicklung, Erprobung, Reflexion und Weiterentwicklung von Unterricht mit digitalen Medien nachzukommen, wird im Arbeitspaket 4 (AP4) gemeinsam mit Studierenden des Lehramts an Grundschulen sowie der Sonderpädagogik in universitären Lehrveranstaltungen ein digital gestütztes Unterrichtssetting im Schriftspracherwerb entwickelt und evaluiert. Dabei sollen Potenziale digitaler Medien zur Anregung lernförderlicher Prozesse im Bereich Medienkompetenz und Schreibentwicklung seitens der Schülerinnen und Schüler identifiziert werden. Fokussiert wird auf die Frage, wie in inklusiven Grundschulklassen eine kreativ-produktive Medienarbeit unter Einbezug des Schreibens gestaltet werden kann. Zu Schulbeginn sind die Voraussetzungen in der Schreibentwicklung bei Kindern in Grund- und Förderschulklassen sehr unterschiedlich ausgeprägt, wie die folgenden Schreibbeispiele (Abb. 1) zeigen.

    Abb. 1: Schreibversuche von Schülerinnen und Schülern zu Beginn der Grundschulzeit

    In AP4 werden zwei Zielsetzungen verfolgt, die sich in der medienpädagogischen Praxisforschung verorten lassen. Als Handlungsfelder stehen medienpädagogische Ausbildungsinhalte in der universitären Lehrkräftebildung sowie mediendidaktische Lernarrangements in der schulischen Praxis inklusiver Grund- und Förderschulen im Fokus. Das Projekt zielt darauf, …

    • innerhalb der Lehrkräftebildung die medienpädagogischen Kompetenzen der Studierenden hinsichtlich der didaktischen Gestaltung inklusiver Unterrichtsszenarien zu fördern. (Fokus 1)
    • in der schulischen Praxis die Förderung der Medienkompetenz und Schreibentwicklung aller Schülerinnen und Schüler in inklusiven Grundschulklassen zu unterstützen. (Fokus 2)

    In Anlehnung an diese Zielsetzungen lassen sich in AP4 folgende inhaltliche Schwerpunktsetzungen identifizieren:

    1. Lehrkräftebildung für Inklusion

    Im Rahmen der Lehrkräftebildung werden Studierende des Lehramts an Grundschulen sowie der Sonderpädagogik darin unterstützt, ihre Kompetenzen im Bereich der Medienpädagogik sowie im Schriftspracherwerb in inklusiven Grundschulklassen weiterzuentwickeln. In den interdisziplinär angelegten universitären Lehrveranstaltungen werden digital gestützte didaktische Lehr-Lerngelegenheiten zur individuellen Förderung im Bereich des Digital Storytellings für den Schriftspracherwerb entwickelt und kritisch reflektiert.

    2. Inklusiver Unterricht

    Unterrichtsentwicklung: In der schulischen Praxis werden die universitär konzipierten digital gestützten Lehr-Lerngelegenheiten erprobt und in einem iterativen Prozess weiterentwickelt.

    Individuelle Förderung: Durch das digital gestützte Unterrichtsangebot werden Lerngelegenheiten offeriert, die darauf zielen, die Medienkompetenz und Schreibentwicklung aller Schülerinnen und Schüler in inklusiven Grundschulklassen zu fördern.

    Die Anlage des Projekts wird in Abbildung 2 veranschaulicht.

    Abb. 2: Zielsetzungen und inhaltliche Schwerpunkte im Forschungsprojekt AP4

    Die Potenziale digitaler Medien für die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler im inklusiven Grundschulunterricht wurden bislang nicht ausreichend empirisch untersucht und systematisch überprüft. Dies gilt auch für die Gelingens- und Rahmenbedingungen einer universitären Lehrkräftebildung, welche die medienpädagogischen Kompetenzen angehender Lehrkräfte als Teil ihrer pädagogischen Professionalität fördert. Für die Arbeit in AP4 sind die folgenden übergeordneten Fragestellungen leitend, denen aus inklusionsbezogener, medienpädagogischer sowie grundschuldidaktischer Perspektive nachgegangen wird.

    Fokus 1: Lehrkräftebildung für Inklusion

    • Über welche medienpädagogischen Vorerfahrungen (z.B. aus Praktika) verfügen Studierende des Lehramts an Grundschulen und der Sonderpädagogik und wie bewerten sie diese?
    • Welche medienbezogenen Selbstwirksamkeitserwartungen und mediendidaktischen Überzeugungen als Facetten pädagogischer Professionalität haben Studierende des Lehramts an Grundschulen und der Sonderpädagogik?
    • Welche Bedeutung hat der Besuch eines interdisziplinären Seminares zur Förderung medienpädagogischer Kompetenzen für die medienbezogenen Selbstwirksamkeitserwartungen und mediendidaktischen Überzeugungen der Studierenden?

    Fokus 2: Inklusiver Unterricht

    • Welche Merkmale weisen digital gestützte offene Aufgabenformate im Schriftspracherwerb auf, die einen Beitrag leisten können, alle Kinder entsprechend ihrer Lernvoraussetzungen zu fördern und sie in ihren Lern- und Verstehensprozessen zu unterstützen?
    • Wie können schriftsprachliche Ausdrucksmöglichkeiten und Medienkompetenzen von Schülerinnen und Schülern mit und ohne sonderpädagogischem Schwerpunkt in digital gestützten Lehr-Lernsettings individuell gefördert werden?
    • Welches Potenzial bieten multimediale Schreibumgebungen für das Verfassen eigener (Schreib-)Produkte der Schülerinnen und Schülern im Schriftspracherwerb?

    Seit September 2020 sind die wissenschaftlichen Mitarbeitenden des AP4 in dem Forschungsprojekt tätig. In dem Projekt kooperieren die Lehrstühle für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik sowie Pädagogik bei Geistiger Behinderung.

    in Bearbeitung

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