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Universitäts-Archiv

Walther Hermann Nernst

Gelehrter des Monats: Walther Hermann Nernst

* 25. Juni 1856 in Briesen, Westpreußen      † 18. November 1941 in Zibelle, Oberlausitz

1883    Studium der Physik, Chemie und Mathematik in Zürich, Berlin und Graz
1887    Promotion in Würzburg
1887    Assistenzstelle bei Wilhelm Ostwald in Leipzig
1889    Habilitation in Leipzig
1890    Privatdozentur in Göttingen
1891    außerordentliche Professur in Göttingen     
1894    ordentliche Professur in Göttingen
1905    Professur für physikalische Chemie in Berlin
1920    Nobelpreis für Chemie
1922    Präsident der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt in Berlin-Charlottenburg
1924    Professur für Physik in Berlin
1933    Rückzug aus der Wissenschaft

Das Uniarchiv Würzburg setzt im Mai 2019 die Ehrung der Nobelpreisträger der Alma Julia fort, indem der Werdegang und die Erfolge von Walther Hermann Nernst vorgestellt werden. Nernst war ein herausragender Wissenschaftler, dessen Forschungen zur Thermodynamik im Jahr 1920 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurden.

Zeit in Würzburg

Walther Nernsts wissenschaftliche Ausbildung in den Fächern Physik, Mathematik und Chemie erfolgte ab dem Jahr 1883 an den Universitäten von Zürich, Berlin und Graz. In Würzburg konnte Nernst dann seine Forschungen fortsetzen. Der Physiker Friedrich Kohlrausch bot ihm 1886 eine Doktorandenstelle in Würzburg an, und bereits ein Jahr später erfolgte seine Promotion über den Nernst-Ettingshausen-Effekt. Durch die in Würzburg geschlossene Bekanntschaft mit Svante Arrhenius lernte Nernst kurz nach seiner Promotion Wilhelm Ostwald kennen, der ihn wiederum einlud, sich in Leipzig zu habilitieren.

Kommerzieller und wissenschaftlicher Erfolg

Zu den populärsten Forschungserfolgen von Walther Nernst gehört wohl die Nernstlampe, ein elektrolytisches Glühlicht, welches als Vorläufer der Glühlampe gilt. 1897 ließ er sich seine Erfindung patentieren und verkaufte diese Patent zwei Jahre später an AEG für eine Millionen Reichsmark. Allerdings konnte sich seine Erfindung nicht dauerhaft etablieren, was vor allem daran lag, dass die Nernstlampe vor der Benutzung vorgewärmt werden musste. Sie wurde bald von der praktikableren Metallfadenlampe, der Glühbirne, abgelöst. Doch nicht nur kommerziell, sondern auch wissenschaftlich konnte Nernst mit Erfolgen glänzen. So ergänzte er die Hauptsätze der Thermodynamik mit dem Nernst-Theorem, welches besagt, dass der absolute Nullpunkt der Temperatur nicht erreicht werden kann. Für diese Erkenntnis wurde er im Jahr 1920 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. 

Nernst und der Krieg

Als der Erste Weltkrieg ausbrach, wurde auch Nernst von einer allgemein verbreiteten Kriegsbegeisterung ergriffen und stellte sich dem Militär als Fahrer zur Verfügung. Auch seine wissenschaftlichen Kompetenzen wollte er dabei mit einbringen und so half er bei der Entwicklung spezieller Geschosse, die den Einsatz giftiger Kampfstoffe ermöglichten. Dabei war er wohl auch an der Entwicklung von Kampfstoffen wie etwa Chlorgas beteiligt.       
Als in der Zeit zwischen den Weltkriegen antisemitische Tendenzen in Deutschland aufkamen, wurden etliche Wissenschaftler jüdischer Herkunft und ihre Errungenschaften von der Öffentlichkeit diffamiert. Nernst trat dabei öffentlich und privat als vehementer Verteidiger seiner langjährigen jüdischen Freunde, wie etwa Albert Einstein oder Walther Rathenau auf. Allgemein hegte er eine ablehnende Haltung gegenüber dem Dritten Reich, wodurch er selbst starke Nachteile erfuhr, wie etwa den Ausschluss aus dem Senat der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. Aus diesem Grund zog er sich 1933 in den Ruhestand zurück, den er auf seinem Rittergut in der Oberlausitz verbrachte.