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Universitäts-Archiv

Gelehrter des Monats: Svante Arrhenius

* 19. Februar 1859 in Wik bei Uppsala    † 2. Oktober 1927 in Stockholm

1876    Studium der Mathematik, Chemie und Physik an den Universitäten Uppsala und Stockholm
1884    Promotion
1885    Reisestipendium der Schwedischen Akademie der Wissenschaften
1891    Lehrauftrag an der Universität Stockholm
1895    Professur an der Universität Stockholm
1903    Nobelpreis für Chemie
1905    Vorsitzender der Nobelkommission für Chemie

Auch im neuen Jahr setzt das Archiv der Universität Würzburg seine Reihe „Gelehrter des Monats“ fort. Diesmal stellen wir den schwedischen Physiker und Chemiker Svante Arrhenius vor, der im Jahr 1903 den Nobelpreis im Bereich Chemie erhalten hat.

Akademische Laufbahn

Schon in jungen Jahren ließ Svante August Arrhenius eine große Begeisterung für die Mathematik und die Physik erkennen. Von seinem achten Lebensjahr an besuchte er die Domschule zu Uppsala, 1876 legte er sein Abitur ab. Danach nahm er das Studium der Mathematik, Chemie und Physik an der Universität Uppsala auf. Aufgrund von Differenzen mit seinem Professor, dem Physiker Tobias Robert Thalén, wechselte Arrhenius 1881 an die Universität Stockholm. Dort wurde er maßgeblich von dem schwedischen Physiker Erik Edlund gefördert. 1884 folgte die Dissertation mit dem Titel Recherches sur la conductibilité galvanique des électrolytes (Forschungen zu der galvanischen Leitfähigkeit der Elektrolyten), welche allerdings in Fachkreisen auf wenig Zustimmung stieß.

Arrhenius‘ Weg nach Würzburg

Arrhenius‘ These, dass eine Kochsalzlösung sowohl Natrium-, als auch Chlorionen enthält, war für die meisten Naturwissenschaftler seiner Zeit unvorstellbar. Dennoch fand seine Ionentheorie auch prominenten Zuspruch. So zeigte beispielsweise der Chemiker und Physiker Wilhelm Ostwald großes Interesse an diesen Überlegungen. Er suchte Arrhenius persönlich auf und konnte dessen Thesen experimentell bestätigen. Nachdem Arrhenius eine Professur in Riga aus familiären Gründen abgelehnt hatte, trat er alsbald eine ausgedehnte Stipendiumsreise an. Diese wurde ihm von der Schwedischen Akademie der Wissenschaften ermöglicht und führte ihn auch nach Würzburg. Hier arbeitete er mit dem Physiker Friedrich Kohlrausch und dem späteren Nobelpreisträger Walther Nernst zusammen. Bei Kohlrausch lernte Arrhenius dessen Messtechnik der Leitfähigkeit verdünnter Lösungen kennen. Weitere Stationen seiner Reise waren Riga, Amsterdam und Graz. Eine Professorenstelle in Gießen schlug Arrhenius aus und nahm stattdessen einen Lehrauftrag in Stockholm an, welcher 1895 in eine Professur umgewandelt wurde.

Der erste schwedische Nobelpreisträger in Chemie

1903 erhielt Arrhenius als erster Schwede den Nobelpreis im Bereich Chemie für seine Arbeiten über die elektrolytische Dissoziation. Die offizielle Begründung der Ehrung lautete: "in recognition of the extraordinary services he has rendered to the advancement of chemistry by his electrolytic theory of dissociation."[1]
Neben dieser Auszeichnung erhielt Arrhenius zahlreiche weitere Ehrungen; so wurde ihm beispielsweise die Davy-Medaille der Royal Society verliehen und ein Marskrater wurde nach ihm benannt. Ab 1905 war er außerdem Vorsitzender der Nobelkommission für Physik.
Auch in den heutigen Debatten über den voranschreitenden Klimawandel sind die Forschungen von Svante Arrhenius präsent. So sagte er bereits 1896 voraus, dass eine Verdopplung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre einen Temperaturanstieg von 5 Grad mit sich bringen wird.


[1] MLA style: The Nobel Prize in Chemistry 1903. NobelPrize.org. Nobel Media AB 2019. Mon. 7 Jan 2019. https://www.nobelprize.org/prizes/chemistry/1903/summary/

Literaturempfehlungen:

Bugge, Günther: Das Buch der grossen Chemiker, Bd. 2: Von Liebig bis Arrhenius, Weinheim 1955 (unveränd. Nachdruck).
Riesenfeld, Ernst H.: Zum 25jährigen Bestehen der Akademischen Verlagsgesellschaft M.b.H., Leipzig, Leipzig 1931.