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Universitäts-Archiv

Hartmut Michel

Gelehrter des Monats: Hartmut Michel

* 18.07.1948 in Ludwigsburg

1969    Studium in Tübingen und München
1975    Diplom in Biochemie
1977    Promotion in Würzburg
1979    Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Leiter einer Arbeitsgruppe am Max-Planck-Institut für Biochemie
1986    Habilitation in München
1987    Direktor am Max-Planck-Institut für Biophysik (Abteilung Molekulare Membranbiologie)
1988    Nobelpreis für Chemie, gemeinsam mit Johann Deisenhofer und Robert Huber
1989    Apl. Professor für Biochemie in Frankfurt

Auch im Monat März möchte das Team des Universitätsarchivs Würzburg einen weiteren Nobelpreisträger in der Reihe „Gelehrter des Monats“ ehren. Diesmal stellen wir den Biochemiker Hartmut Michel vor, dem 1988 der Nobelpreis für Chemie verliehen wurde.

Der Beginn einer herausragenden wissenschaftlichen Karriere

Nach dem Wehrdienst nahm Hartmut Michel 1969 ein Studium der Biochemie an der Universität Tübingen auf. Das Studium beschreibt Michel selbst als umfassend und durch ein unpersönliches Verhältnis zwischen Lehrenden und Studierenden gekennzeichnet. Erst die Arbeit in den biochemischen Laboren der Universität München und des Max-Planck-Instituts in den Jahren 1972/73 weckte seine Begeisterung für die wissenschaftliche Forschung. 1974 fertigte er bei dem Biochemiker Dieter Oesterhelt im Friedrich Miescher-Labor der Max-Planck-Gesellschaft in Tübingen seine Diplomarbeit an.

Michels Zeit in Würzburg

1975 folgte Hartmut Michel Dieter Oesterhelt nach Würzburg, um schließlich 1977 an der Julius-Maximilians-Universität zu promovieren. In seiner Dissertation befasste er sich mit dem Thema: „Der elektrochemische Protonengradient bei Halobacterium halobium und seine Beziehung zu den intrazellulären Spiegeln von ATP, ADP und Phosphat“. Außerdem entdeckte Michel hier, dass eine Bakteriorhodopsin-Probe in der Gefriertruhe ein festes glasähnliches Aggregat annimmt. Fortan war er überzeugt, dass Membranproteine kristallisierbar sein müssten. Eine Annahme, die zu diesem Zeitpunkt keineswegs realistisch erschien. Im April 1979 gelang ihm die Herstellung des ersten, echten dreidimensionalen Kristalls von Bakteriorhodopsin.

Wissenschaftler und Nobelpreisträger

Im Jahr 1979 folgte Michel erneut Dieter Oesterhelt, diesmal an das Max-Planck-Institut nach Martinsried, wo er Leiter einer Arbeitsgruppe wurde. Dort lernte er auch Robert Huber und Johann Deisenhofer, seine späteren Co-Preisträger, kennen. Michel gelang die Kristallisation mehrerer Membranproteine, insbesondere im Jahr 1981 des zentralen Komplexes, der bei der Photosynthese für die primäre Trennung elektrischer Ladungen und den Transport von Elektronen über die photosynthetische Membran verantwortlich ist. Diesen Komplex, das sogenannte Reaktionszentrum der Photosynthese, isolierte er aus dem Purpurbakteriums Rhodopseudomonas viridis.  Im Folgenden entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit und Freundschaft mit Johann Deisenhofer. Hartmut Michel wurde 1987 Abteilungsleiter und Direktor am Max-Planck-Institut für Biophysik in Frankfurt. Zusammen mit Robert Huber und Johann Deisenhofer erhielt er 1988 den Nobelpreis für Chemie  „for the determination of the three-dimensional structure of a photosynthetic reaction centre.“[1]


[1] www.nobelprize.org/prizes/chemistry/1988/summary/

Literaturempfehlung:

Michel, Hartmut: Crystallization of Membrane Proteins, CRC Press, 2018.