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Gelehrter des Monats: Eduard Buchner

* 20. Mai 1860 in München          † 13. August 1917 in Focșani, Rumänien

1878      Studium der Chemie in München
1888      Promotion
1891      Habilitation
1895      Professor in Kiel
1896      Professor in Tübingen
1898      Professor in Berlin (Landwirtschaftliche Hochschule Berlin, 1934 als Fakultät in die Humboldt-Universität eingegliedert)
1900      Habilitation in Berlin
1909      Professor in Breslau
1911      Professor in Würzburg

Auch im Oktober 2018 möchte das Universitätsarchiv Würzburg die Ehrung der Nobelpreisträger der Alma Julia fortsetzen. Dazu wird in diesem Monat der Chemiker Eduard Buchner als Gelehrter des Monats vorgestellt, welcher 1907 den Nobelpreis für Chemie für seine Entdeckung der zellfreien Gärung erhielt. 

Ein holpriger Start

Nach der Beendigung seines Militärdienstes begann Eduard Buchner im Jahr 1878 ein vielversprechendes Studium der Chemie an der Universität München. Parallel dazu absolvierte er ein Praktikum bei Emil Erlenmeyer, dem Erfinder des gleichnamigen Kolbens. Aufgrund der prekären finanziellen Situation seiner Familie nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahr 1872, war Buchner jedoch gezwungen, sein Studium vorerst zu beenden und stattdessen in einer Konservenfabrik in München zu arbeiten. Die Tätigkeit erwies sich zwar langfristig gesehen als unwirtschaftlich für Buchner, sollte sich im Nachhinein jedoch dennoch für ihn lohnen, da er hier erstmals mit dem Prozess der biochemischen Gärung in Kontakt kam, welcher die Grundlage für seinen späteren Erfolg wurde. 1884 führte er sein Studium unter Adolf von Baeyer fort und 1888 promovierte er in München. Als Baeyer nach Buchners Habilitation einen anderen Wissenschaftler bei der Besetzung eines neu geschaffenen Extraordinariats bevorzugte, fühlte sich dieser benachteiligt und wechselte daraufhin nach Kiel. Dieser Vorfall führte zu einer fortwährenden Konkurrenz zwischen Baeyer und Buchner.

Gärung ohne Organismen

Die Entdeckung, die Buchner 1907 den Nobelpreis in Chemie einbrachte, machte der Chemiker elf Jahre zuvor in Tübingen. Dort schaffte er es erstmals, aus Bierhefe einen zellfreien Presssaft zu gewinnen, welcher Zucker zum Gären bringt. Damit war der Beweis für die Möglichkeit der zellfreien Gärung erbracht. Buchner hatte die gängige Annahme widerlegt, dass Organismen ein essentieller Bestandteil des Gärprozesses seien, und herausgefunden, dass stattdessen ein Eiweißkörper aus der Hefezelle die Gärung verursacht. Auch in den Jahren nach seiner Entdeckung beschäftigte sich Buchner vor allem mit der Gärungschemie; unter anderem gründete er eine besondere Abteilung für seine Forschung an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin. Er gilt somit als Begründer der Enzymologie, eines Teilgebiets der Biochemie, welches sich mit den Vorgängen der Gärung beschäftigt.

Zwischen Krieg und Forschung

Obwohl er seit 1911 am Lehrstuhl des Chemischen Instituts der Julius-Maximilians-Universität Würzburg tätig war, meldete sich Buchner zu Beginn des Ersten Weltkrieges freiwillig zum Kriegsdienst, um auf dem Schlachtfeld als Major zu dienen. Auf Antrag der Universität Würzburg im März 1916 wurde der Wissenschaftler zurück an seine Forschungsstätte beordert, was jedoch nicht von langer Dauer war. Bereits ein Jahr später, bei Kriegseintritt der USA, meldete sich Buchner erneut freiwillig. Im August wurde er bei Kampfhandlungen in Rumänien durch einen Granatsplitter so schwer verwundet, dass er wenig später, am 13. August 1917 seinen Verletzungen erlag.

 

Literaturempfehlung:

Buchner, Eduard/ Buchner, Hans/ Hahn, Martin: Die Zymasegärung: Untersuchungen über den Inhalt der Hefezellen und die biologische Seite des Gärungsproblems, München 1903.    

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