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Gelehrter des Monats: Athanasius Kircher

* 02.05.1602 in Geisa bei Fulda    † 27.11.1680 in Rom

1614    Besuch des Jesuiten-Kollegiums in Fulda
1618    Eintritt in die Gesellschaft Jesu
1622    Flucht vor protestantischen Truppen nach Köln
1628    Priesterweihe
1629    Professur an der Universität Würzburg
1631    Flucht vor protestantischen Truppen nach Speyer, später Lyon und Avignon
1633    Berufung an das Collegium Romanum
1637    Größere Forschungsreise nach Malta, Sizilien und weitere

Flüchtling, Abenteurer, Forscher

Das Universitätsarchiv der Julius-Maximilians-Universität Würzburg freut sich die Reihe zum Gelehrten des Monats mit einer hervorstechenden Persönlichkeit eröffnen zu können. Aus heutiger Sicht lässt sich das Leben des Jesuitenpaters Athanasius Kircher in jeder Hinsicht als schillernd bezeichnen. Als Gelehrter, Forscher, Kriegsflüchtling und Abenteurer bereiste er verschiedenste Landstriche Europas und nutzte jede sich bietende Gelegenheit, um seinem Ruf als Universalgelehrter gerecht zu werden, sein Wissen zu erweitern und in der Lehre weiterzugeben.

Zwischen Genialität und glücklichem Zufall

Auch wenn Kirchers Forschung aus moderner Sicht stärker von einer guten Intuition als methodischer Genauigkeit geprägt war, erzielte er Ergebnisse, die seiner Zeit weit voraus waren. Als Beispiel sei allen voran die Entdeckung von animalculae („kleine Wesen“) genannt, die er bei der mikroskopischen Untersuchung des Blutes Pestkranker fand, und die er mit der Ausbreitung der Krankheit in Verbindung brachte (auch wenn inzwischen angenommen wird, dass er dabei tatsächlich nur rote und weiße Blutkörperchen gesehen hat). Darüber hinaus kann Kircher verschiedenste Erfindungen, wie die einer Rechenmaschine oder eines Vorgängers der modernen Filmprojektion, für sich verbuchen.

Der Universalgelehrte an der Alma Julia

Kircher wurde 1629 als Professor der Ethik, der mathematischen Wissenschaften und der hebräischen und syrischen Sprache an die junge Würzburger Universität berufen, musste sie jedoch gezwungen durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges 1631 bereits wieder verlassen. Nichtsdestotrotz begann er hier seine publizistische Karriere mit seiner ersten Veröffentlichung über den vor kurzem entdeckten Magnetismus und hinterließ durch seinen Schüler und Freund Caspar Schott, der später als Professor für Mathematik nach Würzburg berufen wurde, seinen Einfluss.

Literaturempfehlungen:

Glassie, John: Der letzte Mann, der alles wusste. Das Leben des exzentrischen Genies Athanasius Kircher, Berlin 22015.
Stolzenberg, Daniel: Egyptian Oedipus: Athanasius Kircher and the Secrets of Antiquity, Chicago 2013.

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