Röntgenring wird "Wissenschaftsmeile im Land der Ideen"

Wissenschaftsmeile Röntgenring: Die früheren bzw. derzeitigen Uni-Institute und Kliniken sind farblich hervorgehoben. Bild: Armin Stock

Am 8. Dezember 2006 sollen Deutschland und die Welt auf den Würzburger Röntgenring blicken - vor allem auf die naturwissenschaftlichen Institute, die dort in der Gründerzeit gebaut wurden, und auf Nobelpreisträger, die unter anderem dort tätig waren. Denn die Uni Würzburg hat erfolgreich am Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen" teilgenommen.

Der Wettbewerb, an dem sich bundesweit über 1.200 Orte beteiligt hatten, ist Teil der Kampagne "Deutschland - Land der Ideen". Diese soll Deutschland im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft von seiner besten Seite präsentieren. "Wir wollen der Welt zeigen, wie deutsche Dichter und Denker, Forscher und Erfinder, Künstler und Komponisten das Leben seit Jahrhunderten bequemer, sicherer und schöner machen", heißt es auf der Internet-Seite der Initiative.Getragen wird die Kampagne von der Bundesregierung, dem Bundesverband der Deutschen Industrie und einzelnen Unternehmen. Schirmherr ist Bundespräsident Horst Köhler, auf den auch die Formulierung "Land der Ideen" zurückgeht.

Den Antrag für Würzburg hatten Universität und Würzburg AG in Kooperation mit der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt eingereicht. Warum ausgerechnet der Röntgenring als "Ort der Ideen" ins Rennen geschickt wurde? "Dort haben zwischen dem früheren Physikalischen Institut und der Alten Chemie insgesamt 13 Nobelpreisträger geforscht und gelehrt - auf einer Wegstrecke von nur 200 Metern," erklärt Armin Stock, der mit Unterstützung der Universitätsbibliothek, des Universitätsarchivs und des Universitätsbauamtes die Präsentationsmappe für den Wettbewerb gestaltet hat.

Jeder der ausgewählten 365 Orte darf sich und seine Idee an einem Tag des Jahres 2006 mit einer eigenen Veranstaltung der Öffentlichkeit präsentieren. Die einzelnen Orte werden jeweils in der Wochenzeitung "Die Zeit" vorgestellt.Würzburg ist am 8. Dezember 2006 an der Reihe. Für diesen Tag wird am Röntgenring eine Ausstellung über die Nobelpreisträger vorbereitet. "Dabei sollen deren Forschungen begreiflich werden, wir wollen Experimente nachstellen und die Besucher sollen auch selber Hand anlegen dürfen", sagt Stock. Außerdem seien weitere spannende Aktionen geplant, auch für Kinder und Jugendliche.



Der Nobelpreisträger Eduard Buchner, der am Röntgenring in der "Alten Chemie" wohnte.

Armin Stock ist Wirtschaftspsychologe an der Uni Würzburg. Sein Büro befindet sich am Röntgenring - in der Alten Chemie, wo früher Eduard Buchner (Bild) wohnte, Nobelpreisträger für Chemie des Jahres 1907. Als Stock dies erfuhr, war das gewissermaßen die Initialzündung für seine Idee: "Hier am Röntgenring waren auf relativ kleinem Raum so viele Nobelpreisträger tätig - daraus müsste sich doch was machen lassen", dachte er sich.

Universitätspräsident Axel Haase beauftragte ihn schließlich damit, ein entsprechendes Konzept für den Wettbewerb "Land der Ideen" auszuarbeiten.Ausgewählt wurden aus allen Bundesländern 83 Unternehmen, 88 Forschungsinstitute, Schulen und Universitäten, 84 Museen, 80 Initiativen, kommunale Einrichtungen, Verbände und Vereine, 22 Feste, Festivals, Orchester und Theater sowie acht touristische Projekte.

In Zusammenarbeit mit dem DuMont-Verlag ist auch ein "Land der Ideen-Reiseführer" entstanden. Er stellt alle 365 Orte vor und soll ab 1. Januar im Buchhandel erhältlich sein. Gedacht ist er vor allem für die internationalen Gäste, die zur Fußball-WM nach Deutschland kommen.

Weitere Informationen: PD Dr. Armin Stock, T (0931) 31-2620, E-Mail und Internet:stock@psychologie.uni-wuerzburg.de

http://www.land-der-ideen.de/

Aus: Uni-Intern 36/2005 vom 7. Dezember 2005