Eduard Buchner

Biografie

Am 20. Mai 1860 kommt Eduard Buchner in München zur Welt, als Sohn von Friederike Buchner, geborene Martin und von Dr. Ernst Buchner, Arzt und Professor für Forensische Medizin an der Universität München. Von 1884 bis 1888 studiert er Chemie an der Universität München bei Adolf v. Baeyer, wo er 1888 promoviert und 1891 habilitiert.

1896 folgt er einem Ruf an die Universität Tübingen, wo er am 9. Januar 1897 eine Arbeit mit dem Titel „Über alkoholische Gärung ohne Hefezellen“ veröffentlicht. Ab 1898 wechselt er an die Landwirtschaftliche Hochschule in Berlin.

1907 erhält er den Nobelpreis für Chemie für die Entdeckung der zellfreien Gärung. Zwei Jahre später wird er Professor an der Universität Breslau.

Weitere zwei Jahre später, im Jahr 1911 wird Buchner an die Universität Würzburg berufen. Mit Ausbruch des 1. Weltkriegs wird er zum Militär eingezogen. Er arbeitet in einem Feldlazarett nahe Folkschani in Rumänien, als er am 3. August 1917 durch eine Granate verwundet wird, an deren Verletzungen Ernst Buchner am 12. August 1917 in München erliegt.

Forschung/Nobelpreis

Der Chemiker Buchner war ein guter Beobachter und ein kritischer Forscher. Nach der anerkannten Theorie der Gärung, konnte diese nur durch lebende Hefezellen bewirkt werden. Durch relativ einfache Gärungsversuche mit chemisch abgetöteten Hefezellen konnte Buchner beweisen, dass nicht die lebenden Hefezellen für die Gärung notwendig waren, sondern ein von den Zellen produziertes Enzym. Buchner schreibt: „Zur Theorie der Gärung sind bisher etwa folgende Schlüsse zu ziehen. Zunächst ist bewiesen, dass es zur Einleitung des Gärungsvorgangs keines complizierten Apparats bedarf, wie ihn die Hefezelle vorstellt. Als Träger der Gärwirkung […] ist vielmehr eine gelöste Substanz, zweifelsohne ein Eiweißkörper zu betrachten: derselbe soll als Zymase bezeichnet werden.“ Mit dieser Entdeckung hat Buchner den Grundstein für die Enzymologie gelegt.

Arbeiten und Leben in Würzburg

Nach einem kurzen Zwischenspiel in Breslau berief 1911 die Julius-Maximilians-Universität Buchner nach Würzburg und es begann eine glückliche Zeit für ihn.
In seiner Freizeit konnte der leidenschaftliche Jäger wie Röntgen, auf die Jagd gehen, und für den begeisterten und leistungsstarken Bergsteiger waren die Alpen nicht weit entfernt. Er bezog Wohnung in einer eigens für den Institutsvorstand erbauten Villa vor dem Institut. An Harries schrieb er nach seinem ersten Besuch in Würzburg: „Man merkt noch den Geist Emil Fischers, der hier einst waltete.“