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    UniZeit - Zeitung für Schüler

    Studieren an der Uni Würzburg - 2018/19

    Sonderpädagogik

    Wer Sonderpädagogik studieren will, sollte vorher Praktika machen. Denn dabei merkt jeder schnell, ob ihm die Arbeit mit Menschen, die eine Behinderung haben, wirklich liegt. Empfehlenswert ist dabei eine Praxisphase, die mehrere Wochen dauert. Das raten Lilly Egelseer und Andreas Sander, die in Würzburg Sonderpädagogik fürs Lehramt studieren.

    Andreas war lange bei den Pfad­findern aktiv und hatte in dieser Zeit immer auch Kinder mit Behinderungen in seinen Gruppen. Nach seinem Zivildienst in einer integrativen Gärtnerei studierte er Gartenbautechnik – dabei wurde ihm aber bald klar, dass er lieber als Lehrer in Förderschulen arbeiten will. Lilly machte nach dem Abitur einige Praktika im sozialen Bereich. Danach entschied sie sich zielsicher für Sonderpädagogik.

    Zufrieden mit der Atmosphäre in Würzburg

    Dass sie Würzburg als Studienort gewählt haben, bereuen beide nicht. „Das ist eine nette Atmosphäre hier mit den vielen Studenten“, sagt Andreas, der aus der Nähe von Düsseldorf kommt. Lilly ist aus Forchheim und sieht noch andere Vorteile: „Ich fand die Stadt auf Anhieb schön; außerdem ist Würzburg kleiner und preisgünstiger als München, wo man auch Sonderpädagogik studieren kann“.

    Zum Studium gehören viele Praxisphasen

    Was ihnen am Studium besonders gefällt? Lilly fallen zuerst die vielen Praxisphasen ein, die es an Schulen zu absolvieren gilt. „Der Kontakt mit den Schülern hat mir immer wieder neue Motivation fürs Studium gegeben“, sagt sie.

    Dass angehende Sonderpädagogen auch in Grund- oder Mittelschulen Praktika machen müssen, findet die Studentin sinnvoll. Zum einen gebe es in vielen dieser Schulen Inklusionsklassen. Zum anderen sei es gut, neben den Förderschulen auch ein anderes System kennenzulernen.

    "Man denkt viel über sich nach"

    „Sonderpädagogik ist ein sehr identitätsbildendes Studium“, meint Andreas. Es bringe einen dazu, viel über sich selbst nachzudenken – über seine Einstellung zur Inklusion und über die Frage, wie viel Teilhabe an der Gesellschaft für Menschen mit Behinderung möglich und wie viel Unterstützung für sie nötig ist. Lilly stimmt zu: „Man verändert sich durch das Studium, weil man sich stark mit sich selbst und mit seinem Verhältnis zu Menschen beschäftigt.“

    Vielfältige Fächer im Studium

    Neben den Vorlesungen und Seminaren der Sonderpädagogik müssen die Studierenden auch Grund- oder Mittelschuldidaktik belegen. Das beinhaltet Fächer wie Deutsch, Mathematik, Musik oder Sport. Zusätzlich gibt es für die angehenden Sonderpädagogen einen gut sortierten Wahlpflichtbereich, aus dem sie zum Beispiel Philosophie oder Politik wählen können.

    Themen aus der Medizin runden die Lehre ab: Lilly besucht mit ihrem Schwerpunkt auf Körperbehindertenpädagogik auch Vorlesungen in Orthopädie. Bei Andreas steht unter anderem Kinder- und Jugendpsychiatrie auf dem Stundenplan, denn er hat sich für Pädagogik bei geistiger Behinderung entschieden.

    Direkter Kontakt zur Praxis

    Sehr gerne mögen beide die Aktivitäten mit direktem Kontakt zur Praxis – wenn zum Beispiel Lehrer aus Förderschulen an der Uni Seminare anbieten. Als studentischer Begleiter auf Klassenfahrten dabei zu sein, das gehört für Andreas zu den Highlights. In der Natur zelten, klettern und Kanu fahren: „Da kommen die Schüler mal raus. Das erleben die meisten nie oder selten, weil der organisatorische Aufwand für die Eltern viel zu groß wäre.“