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    Zentrale Studienberatung

    Philosophie & Religion

    UniZeit - Zeitung für Schüler

    Studieren an der Uni Würzburg - 2018/19

    Ein neutraler Blick auf Religionen

    Vor ihrem „Philosophie & Religon“-Studium war Nicola Thomas überzeugt davon, dass sie sich im Buddhismus auskennt. Nach ihrem ersten Semester war ihr klar: „Ich weiß so gut wie gar nichts!“ Nein, das ist natürlich nicht das Prinzip dieses Studiengangs: Seinen Teilnehmern klar zu machen, dass sie nichts wissen. Worum es eher geht: „Aufzuzeigen, dass es nicht den einen Buddhismus, den einen Hinduismus, die eine Form des Christentums gibt. Sondern, dass es wichtig ist, genau hinzuschauen und auf die Unterschiede zu achten“, wie es Nicolas Kommilitonin Nina Goß formuliert.

    Tatsächlich ist die Bandbreite der Themen, mit denen sich Philosophie & Religion-Studierende beschäftigen, schier unendlich. Sie reicht beispielsweise von den Philosophen der Antike über Hei­degger bis zu Sloterdijk und von den fünf großen Weltreligionen über den Kult der Mayas bis zum Satanismus. Und das ist nur ein Teil des Studiums: Denn wer sich für diesen Studiengang einschreibt, braucht mindestens noch ein weiteres Fach.

    Auf der anderen Seite liegt darin auch das Faszinierende daran: „Eine ungeheure Vielfalt und eine große Freiheit bei der Ausgestaltung“, sagt Nina. Sie selbst hat Sonderpädagogik als zweites Hauptfach gewählt; Nicola ist für Germanistik eingeschrieben. Möglich sind viele weitere Kombinationen. „Es gibt sogar Studenten, deren zweites Fach Mathematik oder Physik ist“, sagt Nicola. In den Seminaren führe dies regelmäßig zu spannenden Diskussionen. Zusätzlich bietet der Studiengang viele Möglichkeiten, Schwerpunkte zu setzen und eigene Interessen zu verfolgen: Im Wahlpflichtbereich stehen den Studierenden viele Angebote aus benachbarten Fächern offen – beispielsweise aus der Indologie, der Ägyptologie oder der katholischen und evangelischen Theologie.

    Was den Studiengang außerdem noch auszeichnet: „Wir sind eine kleine, überschaubare Truppe“, sagt Nicola. Selbst in einer Vorlesung sitzen selten mehr als 40 Zuhörer. In der Masse untergehen kann hier niemand, und der Kontakt zu den Dozenten ist dementsprechend eng: „Die kennen uns schon nach kurzer Zeit alle namentlich.“

    Der Glaube spielt keine Rolle

    „Ich habe ja gar nicht gewusst, dass du so gläubig bist!“ Auf diese Reaktion ihrer Mitmenschen sollten Philosophie & Religion-Studierende sich frühzeitig eine Antwort parat legen. Diesen Satz werden sie mit Sicherheit häufig zu hören bekommen. Dabei spielt der Glaube, anders als etwa in einem Theologiestudium, hier keine Rolle – zumindest nicht der eigene. „Wir werfen einen neutralen Blick auf alle Religionen – angefangen bei indigenen Völkern, die einen Sonnengott anbeten, bis zu Muslimen in der Moschee“, sagt Nina Goß. Es gehe darum, mit Hilfe von wissenschaftlichen Methoden ein objektives Bild zu gewinnen.

    Museen, Verlage, Verbände sind potenzielle Arbeitgeber für Absolventen dieses Studiengangs – je nach Fächerkombination und Interesse. Nina Goß will sich in Richtung Journalismus orientieren; Nicola Thomas sieht ihre Zukunft in der Erwachsenenbildung.

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