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    Zentrale Studienberatung

    Digital-Humanities

    UniZeit - Zeitung für Schüler

    Studieren an der Uni Würzburg - 2018/19

    Digital Humanities

    Digital Humanities oder Digitale Geisteswissenschaften – was es mit diesem Bachelor-Studiengang auf sich hat, erklärt Absolventin Lena Roder.

    „Ganz allgemein geht es darum zu lernen, wie man per Internet, Datenbanken oder Skriptsprachen Wissen aus der Germanistik, der Kunstgeschichte oder der Archäologie für möglichst viele Leute und auch für neue Forschungsfragen nutzbar machen kann. Wir studieren also an der Schnittstelle zwischen Geisteswissenschaften und Informatik.“

    Was macht man da zum Beispiel?

    „In einem Seminar haben wir mit Zeitzeugenberichten und historischen Fakten am Computer einen Krieg des sizilianischen Herrschers Dionysos gegen Karthago simuliert. In einer anderen Lehrveranstaltung ging es darum, wie man Datenbanken richtig strukturiert: Wenn man zum Beispiel einen digitalen Katalog für eine Bibliothek aufbaut – wie sind dann die Namen der Autoren und Herausgeber, Buchtitel, ISBN-Nummern und andere Daten aufzubereiten, damit der Nutzer am Ende das Buch in der Datenbank auch findet? Und in einem anderen Seminar ging es um die optische Gestaltung von Texten – welche Schriftarten besser lesbar sind als andere, wie man Texte ansprechend formatiert.“

    Digital Humanities wird immer zusammen mit einem anderen Fach studiert. Bei dir war das Germanistik.

    „Ja, weil es in der Würzburger Germanistik zwei große digitale Editionsprojekte gibt, eines zum Werk des Schriftstellers Jean Paul, das andere zu Goethes Faust. Da hat man schon ein großes Betätigungsfeld für Digital Humanities. Andere kombinieren das Fach aber auch mit Anglistik, Musikwissenschaft, Geschichte oder Geographie. Da gibt es mehrere Möglichkeiten.“

    Was steht im Vordergrund – Informatik oder Geisteswissenschaft?

    „Ganz klar die Geisteswissenschaft. Man sollte aber trotzdem eine Affinität zu Computern und ein Feingefühl für die Informatik mitbringen. Oft werde ich auch gefragt, ob man für dieses Studium ein Mathe-Genie oder gut in Physik sein muss. Muss man nicht.“

    Ganz ohne Informatik geht es aber nicht.

    „Nein. Man absolviert einen Programmierkurs und einen Informatikkurs – und der ist schon recht happig. Da bekommt man einen Überblick über Datenbanken, logische Algorithmen und Programmiersprachen wie Java, XML oder PHP vermittelt. Der Kurs ist aber absolut sinnvoll für diesen Studiengang – und er ist die einzige größere Hürde, die es zu nehmen gilt.“

    Was arbeitet man als Absolvent dieses Studiengangs?

    „Einige Bachelor-Absolventen, die ich kenne, sind jetzt in Pressestellen oder Werbeagenturen beschäftigt. Generell sind Geisteswissenschaftler auch in Unternehmensberatungen gefragt. Ich selber habe auf Karrieremessen oder über Xing und Careerloft schon Angebote von Start-Up-Firmen und von einer Bank bekommen. Derzeit mache ich allerdings hier in Würzburg ein Masterstudium und studiere zusätzlich noch Jura.“

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