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    Zentrale Studienberatung

    Anglistik / Germanistik

    UniZeit - Zeitung für Schüler

    Studieren an der Uni Würzburg - 2018/19

    Mehr als Lust am Lesen

    Jeder, der gerne liest und nicht weiß, was er sonst machen soll, studiert Germanistik oder Anglistik: Mit diesem Ruf müssen Studierende in diesen beiden Fächern noch immer leben. Wer sich dafür einschreibt, braucht aber mehr als nur Freude an der Sprache und an einem guten Buch. Sagen zwei, die es aus erster Hand wissen.

    Anglistik und Amerikanistik

    Von Hamburg, wo sie geboren wurde, über Peking, wo sie die Schule bis zum Abitur besucht hat, bis nach Würzburg: Einen ungewöhnlichen Weg hat Catarina Seeger eingeschlagen. Das gilt auch für ihr Studium. Denn nach Würzburg kam sie ursprünglich, um hier Biologie zu studieren. Nach zwei Semestern war ihr allerdings klar: „Sprachen liegen mir mehr.“ Und jetzt, nach sechs Semestern Bachelorstudium Anglistik/Amerikanistik und zwei Semestern im Masterstudiengang ist sie mit ihrer Wahl vollauf zufrieden.

    Würzburg: „Eine schöne Stadt in idealer Größe. Es ist alles da, was man braucht, und alles ist zu Fuß zu erreichen oder mit Bus und Straba“.

    Das Studium: „Ein umfangreiches Angebot, sowohl was die Autoren angeht als auch die Epochen und die Genres. Und dazu sehr engagierte und hilfsbereite Dozenten“.

    Das Bachelorstudium liefert nach Catarinas Worten den Überblick über die verschiedenen Bereiche der Anglistik und der Amerikanistik – von der Literatur und Kultur über die Sprachwissenschaft bis hin zur Sprachpraxis. Masterstudierende können sich dann nach ihren jeweiligen Interessen spezialisieren.

    „Lesen, lesen, lesen und viel lesen“: So beschreibt sie ihre Haupttätigkeit. Aber natürlich nicht nur ihre Lieblingsautoren H. G. Wells und Oscar Wilde, sondern auch jede Menge Sekundärliteratur: Theorie, Aufsätze, Essays. „Man muss auch dazu bereit sein, sich mit den Werken beispielsweise von Michel Foucault und Jacques Derrida auseinanderzusetzen“, warnt sie.

    Wer jetzt allerdings glaubt, Catarina verbringe ihr Leben zwischen trockenen Bergen Papiers, täuscht sich. Nebenbei schraubt die Studentin an Computern, sammelt Spielekonsolen und steht häufig in ihrer Küche am Herd – schließlich ist sie leidenschaftliche Hobbyköchin.

    Germanistik

    Ein Dozent, der in der ersten Vorlesung ein Glas voller Ameisen mitbringt – in der Germanistik? Für Hannah Zirkler war das ein Highlight ihres Studiums. Natürlich nicht die Ameisen. Aber das Thema, das sie repräsentierten: „Tiere in der Literatur“. „Mir hat dieses Thema einen komplett neuen Blickwinkel eröffnet. Die Art, wie ich Texte lese und interpretiere, hat sich dadurch ziemlich verändert“, sagt sie. Denn wenn Schriftsteller in ihren Texten Tiere zu Protagonisten machen, sagen sie damit immer auch etwas aus über den Menschen – sei es aufgrund von Parallelen, sei es in der Abgrenzung von Mensch und Tier.

    Hannah ist nach ihrem Bachelorstudium in Gießen an die Universität Würzburg gewechselt und hat sich für den Zweifach-Master Französisch und Germanistik eingeschrieben. Was ihr an ihrem Studium gefällt: „Das Angebot ist groß und man hat viele Freiheiten bei der Wahl seiner Kurse“, sagt sie. Außerdem seien die Dozenten motiviert und die Studienordnung gestatte es, eigene Schwerpunkte zu setzen in den drei Bereichen Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft und Ältere deutsche Literatur. Wohl deshalb war es auch kein Problem, zwei Betreuer für ihre Masterarbeit zu finden. In der untersucht Hannah die Darstellung der aktuellen Feminismusbewegung in der Literatur Deutschlands und Frankreichs.

    Ihre Zukunft sieht die 25-Jährige im Verlagswesen – am liebsten im Lektorat. Reichlich Erfahrung in diesem Bereich hat sie während diverser Praktika gesammelt, unter anderem in einem politisch weit linken, feministischen Verlag in Hamburg und in einem Verlag für Comics und Kinderbücher in Paris. Ihre Chancen schätzt sie gut ein, auch wenn sie sich auf eine längere Suche einstellt. Ihr Tipp: „Man sollte flexibel sein und darf den Optimismus nicht verlieren.“